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Oschatz Ertragreiche Apfelernte erwartet
Region Oschatz Ertragreiche Apfelernte erwartet
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16:34 14.10.2011

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Von Heinz Großnick

Um die Früchte von den Bäumen zu holen, sind derzeit rund 300 Erntehelfer im Einsatz. Angebaut sind hauptsächlich die Sorten Jonagold, Elster, Gala, Golden Delicious, Idared und Pinova.

In den Apfelplantagen herrscht derzeit täglich reger Betrieb. "Wir sind hier mulitkulti", so Lehmann, denn die Helfer kommen nicht nur aus der Region, sondern auch aus Polen, Rumänien und der Slowakei. Allerdings hat der Geschäftsführer auch festgestellt, dass die Anzahl der deutschen Erntehelfer immer geringer wird. Waren es in seinem Unternehmen vor drei Jahren noch rund 180 Frauen und Männer, kamen seit Beginn der Ernte etwa 60 Arbeitskräfte aus der Region zum Einsatz. Um nicht mobile Helfer aus der Region zur Arbeit zu bringen, haben Arbeitsagentur und Jobcenter auch in diesem Jahr einen Erntebus im Einsatz. Die Frauen und Männer werden frühmorgens zwischen 5 und 6 Uhr über die Strecke von Mügeln, Oschatz, Dahlen und Wermsdorf in das Obstland rund um Ablaß gebracht und abends wieder nach Hause gefahren.

Diesen Service weiß Andrea Klemm aus Dahlen zu schätzen: "So können auch Leute die Arbeit machen, die kein Fahrzeug haben", sagt die 38-jährige Hartz-IV-Empfängerin.

Das sieht Ralf Bechert aus Oschatz genauso: "Ich bin zurzeit arbeitslos, habe aber schon wieder einen Job in Aussicht. Der Bus ist okay und besser als mit dem Auto zu fahren und die Kosten selbst zu tragen." Für ihn sei der Ernteeinsatz besser, als nichts tuend zu Hause zu sitzen. "Das sehen nicht alle so. Es gibt viele, die nur hierher kommen, weil sie vom Arbeitsamt mit dem Argument einer Sperre überredet werden", glaubt Bechert.

Dass der Bedarf an deutschen Erntehelfern geringer geworden ist, wissen auch Arbeitsagentur und Jobcenter. "Die Unternehmen können nach dem Wegfall der Freizügigkeitsbeschränkungen Personal aus den benachbarten östlichen EU-Staaten einsetzen. Auf Grundlage eines zwischenstaatlichen Abkommens sind in diesem Jahr auch vermehrt Rumänen als Erntehelfer im Einsatz", informiert Pressesprecher Volkmar Beier. Insofern sei der Bedarf an deutschen Erntehelfern geringer. "Dennoch ist es schwieriger geworden, Arbeitslose erfolgreich in die Ernte zu vermitteln. Viele Stammkräfte aus den Vorjahren haben mittlerweile aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Situation feste Arbeit gefunden. Außerdem ist die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen fünf Jahren beispielsweise um mehr als ein Drittel zurückgegangen", so Beier. Einen weiteren Grund sieht der Pressesprecher aber auch darin, dass der zusätzliche finanzielle Anreiz einer Erntepauschale, zuletzt zehn Euro je Arbeitstag, seit diesem Jahr entfällt.

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