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Experte schätzt Schätze der Oschatzer

Experte schätzt Schätze der Oschatzer

Ist der Familienschatz Kitsch oder wertvoll? Am Sonntag half Ingo Henjes den Oschatzern, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Der Torgauer Antiquitätenhändler hatte Stellung im Stadt- und Waagenmuseum bezogen.

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Ingo Henjes schätzt den Wert eines Husarenkruges, den dieses Paar mit ins Oschatzer Stadt- und Waagenmuseum gebracht hat.

Quelle: Dirk Hunger

"Eigentlich sollte auch noch die Puppendoktorin Pavica Gottschild heute mit vor Ort sein, doch der Termin musste leider ausfallen. Damit die Oschatzer Puppen aber nicht zu lange leiden müssen, werden wir uns intensiv um einen Ausweichtermin im Frühjahr bemühen", erklärte die Museumsleiterin Dana Bach.

 

Die Sprechstunde beim Antiquitätenexperten war gefragt. An Fundstücken war über den Nachmittag verteilt so ziemlich alles vertreten. "Am beeindruckendsten war für mich eine alte Waage", resümierte Händler Henjes. Auch für ihn als Fachmann war die Bauart spannend. "Man konnte von außen hineinsehen und den Mechanismus beobachten. Das war schon besonders filigran gearbeitet." Dana Bach, die regelmäßig mit solchen Messinstrumenten zu tun hat, war ebenso begeistert. "Mich freut, dass ich dem Besitzer mit meinen Erfahrungswerten helfen konnte, Alter und Bauart zu bestimmen. Falls er sie hergeben würde, hätte sie sofort einen Platz bei uns in der Dauerausstellung", befand sie.

 

Wie viel genau die Gegenstände wert waren, konnte der Experte nur schätzen. Zur Hilfe hatte er Berge von Fachliteratur aufgestapelt. "Was wirklich immer geht, sind Stücke mit militärischem Hintergrund", erklärte Henjes, als ein Paar mit einem Krug um seinen Rat bat. Verkaufen wollten sie den wertvollen Husarenkrug zwar nicht, doch die Schätzung seines Wertes interessierte sie. "Bei solchen Stücken kommt es auf den Zustand, Details und die Zeit der Herstellung an. Da können die Preise stark schwanken", erläuterte Henjes, während er das Erbstück im Licht hin und her drehte.

 

Besonders die geschichtlichen Hintergründe dürften für die Sammler interessant gewesen sein. Zu jedem Stück hatte Henjes etwas zu erzählen. So verließen nach der Sprechstunde beim Experten viele Oschatzer das Museum nicht nur in dem Wissen, wirklich einen Schatz ihr Eigen nennen zu dürfen, sondern auch mit Fachwissen rund um ihren Fund.

 

Insgesamt suchten etwa 20 Sammler den Experten auf. "Heute war es wirklich kurios, als hätten wir Termine abgemacht. Kaum einer musste warten", freute sich Henjes.

 

Auch 2014 wird geschätzt. Wer an langen Winterabenden Zeit hat, sollte auf Schatzsuche gehen. Vielleicht entdeckt man dann gemeinsam mit Ingo Henjes, dass der eingestaubte Kitsch im Wohnzimmer wertvoll ist.

Janett Petermann

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