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Oschatz Experten wollen Unfallschwerpunkte auf Ortsumgehung Mügeln entschärfen
Region Oschatz Experten wollen Unfallschwerpunkte auf Ortsumgehung Mügeln entschärfen
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13:22 04.06.2018
An der Kreuzung der Staatsstraße 31 mit der Kirschallee und dem Schwarzen Weg (hinten) kommt es immer wieder zu unnötigen Unfällen. Quelle: Christian Neffe
Mügeln

2014 wurde der erste Abschnitt freigegeben, seitdem haben sich unzählige Unfälle hier ereignet: an der Staatsstraße 31 im Bereich Mügeln. Die Ortsumgehung gilt in der öffentlichen Wahrnehmung deshalb als Unfallschwerpunkt.

Experten analysieren Unfälle und beschließen Maßnahmen

Für solche Fälle gibt es bundesweit sogenannte Unfallkommissionen, die sich Straßenbereichen widmen, an denen sich Unfälle häufen. Ihre Aufgaben: Das Unfallgeschehen analysieren, Sicherheitsmaßnahmen beschließen und deren Wirksamkeit über drei Jahre hinweg überprüfen. Beteiligt sind Mitglieder der Polizei, der Straßenverkehrsbehörde und des Straßenbaulastträgers.

Für die nordsächsische Unfallkommission ist die S 31 nach wie vor ein akuter Fall. Wenn die Experten von „Unfallhäufungsstelle“ sprechen, dann meinen sie damit aber nicht den zehn Kilometer langen Abschnitt von Neusornzig bis Naundorf, sondern spezifische Punkte, an denen es unverhältnismäßig oft und schwer kracht. Im Falle der S 31 sind nur zwei Punkte relevant.

Die schwersten Unfälle auf der Ortsumgehung Mügeln

Abzweig nach Zeicha: Erfolgreich entschärft

Der erste ist der Abzweig nach Zeicha und Hohenwussen. Innerhalb der ersten 15 Monate nach Freigabe des Abschnitts hatten sich dort schon fünf Unfälle ereignet. Dabei waren sechs Personen leicht und drei schwer verletzt worden, ein Mensch war ums Leben gekommen. Und das, obwohl der Ausbau der Kreuzung normgerecht erfolgt und die Sichtverhältnisse ausreichend waren, so Thomas Roscher von der Unfallkommission.

Dennoch beschloss man Gegenmaßnahmen – die Errichtung von Stop-Schildern, eine Erweiterung des 70er-Bereichs, regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, die Aufstellung von Hinweisschildern sowie zuletzt das Abtragen einer Böschung nordwestlich der Kreuzung, um die Sichtverhältnisse weiter zu verbessern.

Absolute Sicherheit gibt es nicht

„Seit wir die ersten Maßnahmen vor zweieinhalb Jahren umgesetzt haben, hat sich dort kein Unfall mehr ereignet“, sagte Roscher, der im Straßenverkehrsamt des Landkreises arbeite, in der vergangenen Woche.

Als wolle ihn das Schicksal an der Nase herumführen, krachte es nur wenige Stunden später an genau der Stelle, die als entschärft galt: Am 25. Mai nahm eine Autofahrerin einem Kleintransporter die Vorfahrt. Nach dem Zusammenstoß landete das Auto der Verursacherin auf der Seite. Beide Personen wurden nur leicht verletzt. Der Fall zeigt: Absolute Sicherheit gibt es nicht.

Kreuzung Kirschallee: Unfälle trotz Durchfahrverbot

Der zweite Unfallschwerpunkt bereitet der Kommission seit Jahren Kopfzerbrechen. Es handelt sich um die Kreuzung mit der Kirschallee und dem Schwarzen Weg kurz vor Naundorf. Innerhalb von drei Jahren kam es hier zu acht Unfällen mit Verletzten.

„Und hier kommt der Faktor Mensch ins Spiel, den wir nicht so recht verstehen können“, sagt Roscher. Denn in der Hälfte dieser Fälle sei der Unfall von Auto-Fahrern ausgegangen, die den Schwarzen Weg entweder einfahren oder ihn verlassen wollten. Bei der Straße handelt es sich jedoch um einen landwirtschaftlichen Nutzweg – private Autos haben hier nichts verloren. „Das ist eine Unfallhäufungsstelle, die eigentlich keine sein dürfte.“ Viele Autofahrer würden den Weg aus Bequemlichkeit als Abkürzung nutzen.

Schwarzer Weg könnte dicht gemacht werden

Nicht mal die errichteten – und theoretisch überflüssigen – Stop-Schilder hätten daran etwas geändert. Die Unfallkommission ist relativ ratlos, sieht als eine der wenigen Möglichkeiten, den Landwirtschaftsweg gänzlich dicht zu machen.

„Die Strecke ist jedoch wichtig für den landwirtschaftlichen Verkehr.“ Der würde sonst über die S 31 oder durch Naundorf rollen. Zudem erwartet die Kommission, dass es zu Mehrkosten beim Ausbau der S 31 zwischen Schweta und Naundorf kommen könnte, wenn bis dahin keine Besserung zu verzeichnen sei.

Datenbanken werten Unfälle aus und melden Schwerpunkte

Der Rest der Strecke, so die Kommission, sei unauffällig. Auch wenn die subjektive Wahrnehmung anderes besagt : Weder die Kreuzung mit der August-Bebel-Straße noch der Abzweig nach Schweta gelten als Unfallschwerpunkte.

Was auch Resultat der Ermittlung solcher Punkte ist. Sämtliche Unfälle werden in einer Datenbank gespeichert und nach verschiedenen Parametern ausgewertet. Unter anderem nach der Anzahl der verletzten Personen, der Schwere ihrer Verletzungen, nach Witterungsverhältnissen, Tageszeit, der Art der Straße (innerorts oder außerorts) und natürlich der Unfallursache selbst. Weist ein Punkt eine auffällig hohe Anzahl schwerer und vermeidbarer Unfälle auf, wird die Unfallkommission vom System informiert.

Gegenwärtig prüft die Kommission eine durchgängige Beschränkung auf 70 Stundenkilometer auf der S 31 zwischen Mügeln und Neusornzig, da bereits auf einem Großteil dieser Strecke Tempo 70 gilt.

Von Christian Neffe

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