Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Fachkrankenhaus Hubertusburg: Chefarzt klärt über Depression und Burnout auf
Region Oschatz Fachkrankenhaus Hubertusburg: Chefarzt klärt über Depression und Burnout auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 18.03.2018
Wermsdorfer Gesundheitstag zum Thema Burnout und Depression am Fachkrankenhaus Hubertusburg; Chefarzt Dr. Krampp Wermsdorfer Gesundheitstag zum Thema Burnout und Depression am Fachkrankenhaus Hubertusburg; Chefarzt Dr. Krampp Quelle: Oschatzer Allgemeine
Anzeige
Wermsdorf

Über die Volkskrankheiten Depression und Burnout ist viel Halbwissen im Umlauf. Um dem entgegen zu treten, lud das Fachkrankenhaus Hubertusburg am Mittwoch zum ersten Wermsdorfer Gesundheitstag.

Im brechend vollen Saal der Ergotherapiezentrale versammelten sich über 100 Patienten, Angehörige und Interessierte, um Informationen zum Krankheitsbild, Strategien zur Vermeidung von Burnout und Depression sowie ihrer Behandlung aus erster Hand zu erfahren.

Smartphone sollten „nur mit Waffenschein“ verkauft werden

Chefarzt Dr. Peter Grampp begegnete dem Thema in seinem Eröffnungsvortrag mit dem einfachsten Mittel gegen Depression: Humor. Schnell machte er eine der Hauptursachen jener Krankheit aus, an der schätzungsweise ein Zehntel der Deutschen leiden: das Smartphone und damit verbunden die konstante Verfügbarkeit von Informationen sowie der Druck, ständig erreichbar zu sein. „Diese Dinger sollten meiner Ansicht nach nur mit einem Waffenschein verkauft werden“, so Grampp.

Weitere Faktoren seien Mobbing am Arbeitsplatz – das „Schlachtfeld“ unserer Gesellschaft – und ein modernes Verständnis von Urlaub, das nicht mehr Erholung, sondern ein Erlebnisabenteuer vorsehe. All das führe in eine Depressionsspirale, die in der „Unmöglichkeit sich zu freuen“ gipfele. Es gebe zahlreiche Möglichkeiten der Selbsthilfe, um dem entgegen zu wirken – eine ärztliche Behandlung sollte dabei die letzte sein.

Zahlreiche Methoden zur Selbsthilfe

Im Anschluss gab Olaf Heinemann, Leiter der Krankenhausbibliothek, einige Zeilen aus dem Buch „Mein Weg aus der Hölle – Nie mehr depressiv“ zum Besten, im dem Autorin Monika Stübe bildhaft ihr körperliches und seelisches Leiden während ihrer Depression schildert.

Diesem lyrischen Zwischenstück folgten Tipps und Hinweise aus medizinischer Sicht, mit denen sich einer Depression begegnen lässt: Fachkrankenschwester Kerstin Kozok gab Handlungsempfehlungen für Betroffene (soziale Kontakte, Belastungen erkennen, Sport und gesunde Ernährung, Humor und Optimismus) sowie für Angehörige (die Initiative ergreifen, Geduld beweisen, Alarmzeichen ernst nehmen, keine gut gemeinten Ratschläge im Stile von „Reiß dich mal zusammen“).

Guter und schlechter Stress

Stationsschwester Elke Fabian informierte über die unterschiedlichen Arten von Stress: auf der einen Seite der „gute“ Eu-Stress, der als Antrieb und Motivator agiere, auf der anderen der Dis-Stress, der zu einer Ausbremsung führe. Ergotherapeut Christian Leithold schloss die Vortragsreihe mit einer Anleitung für eine gesunde Lebensführung ab. Anschließend hatten die Gäste die Gelegenheit, ihre Fragen an die Fachleute zu richten.

Selbsthilfegruppe in Oschatz gegründet

Für den emotionalsten Moment sorgte eine ehemalige Patientin des Fachkrankenhauses: Felicitas Röhr berichtete vor versammelter Zuhörerschaft von ganz persönlichen, langjährigen Erfahrungen mit ihrer Depression und deren Behandlung unter Grampp, wurde nicht müde, dessen Engagement und Leistungen zu betonen und gab humorvolle Anekdoten aus dem Krankenhausalltag zum Besten.

Schlussendlich informierte Röhr darüber, dass sie kürzlich die Selbsthilfegruppe „Lichtblick“ bei der Diakonie Oschatz gegründet habe. Alle Betroffenen seien herzlich willkommen.

Von Christian Neffe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neuigkeiten zur Zukunft des Oschatzer Bades: Oberbürgermeister Andreas Kretschmar informierte den Stadtrat über geänderte Bedingungen. Der favorisierte Umbau zur multifunktionalen Freizeiteinrichtung wird nicht wie geplant gefördert. Um dieses Ziel zu erreichen, sucht die Verwaltung neue Finanzierungshilfen.

18.03.2018

2014 wurde der verein Klosterart Oschatz gegründet. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, das Kirchenschiff sinnvoll zu nutzen. In der Vergangenheit wurde bereits zahlreiche Kulturveranstaltungen organisiert. Jetzt hat es einen Wechsel in der Vorstandsspitze gegeben.

16.03.2018

Was genau bei der Prügelattacke am 3. Februar bei einem Nachwuchs-Fußballturnier in Oschatz passiert ist, steht immer noch nicht fest. Die Polizei in Oschatz sucht deshalb jetzt Augenzeugen.

15.03.2018
Anzeige