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Oschatz Fachkrankenhaus Hubertusburg bei Aktionstag gegen Schlaganfall
Region Oschatz Fachkrankenhaus Hubertusburg bei Aktionstag gegen Schlaganfall
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00:18 14.05.2017
Gesundheitstrainerin Josephine Hempel lässt sich von einem Trainingspartner huckepack tragen um zu zeigen, welche Belastung ein hoher Körperfettanteil sein kann. Quelle: Jana Brechlin
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Wermsdorf

Überwältig sei er, sagte Wolfgang Köhler angesichts der Resonanz auf den Wermsdorfer Tag gegen den Schlaganfall. Zur Veranstaltung am Mittwoch im Fachkrankenhaus Hubertusburg kam weit mehr Besucher als erwartet. Dem Chefarzt der Neurologie kann das nur recht sein: „Das ist schließlich eine Erkrankung, die jeden treffen kann. Auch junge Menschen können einen Schlaganfall bekommen“, machte er klar.

Über 100 Besucher verfolgten zunächst die Vorträge zu Risikofaktoren, Symptomen, Behandlung und Vorbeugung, bevor dann noch die Stroke Unit besichtigten werden konnte. Diese Schlaganfallspezialstation zeichnet die Therapie in der Wermsdorfer Neurologie aus und wurde gerade erneut als Spezialstation zertifiziert. Hier stehen Personal, Geräte und Therapiemöglichkeiten zu Verfügung, um Betroffenen schnell helfen zu können. „Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem es auf die Sekunde ankommt. In jedem Moment, der verstreicht, gehen Gehirnzellen kaputt – je mehr, umso größer der Ausfall“, so der Chefarzt.

Anzeichen für einen Schlaganfall könnten halbseitige Lähmungen, Taubheitsgefühl, Seh- oder Sprechstörungen und neurologische Ausfälle sein. Manche dieser Symptome könnten nur kurz oder in leichter Form auftreten, dennoch rät der Oberarzt der Neurologie Dr. Sven Ehrlich dazu, die Beschwerden immer abklären zu lassen: „Das sind Alarmzeichen, dass ein Schlaganfall kommen könnte.“ Auch wenn Angehörige hängende Mundwinkel oder eine unverständliche Aussprache beobachten, sei Handeln geboten. Seine klare Empfehlung: „Nicht von Angehören ins Krankenhaus fahren lassen, sondern den Notarzt rufen.“ Durch Anmeldungen und Nachfragen gehe im ersten Fall wertvolle Zeit verloren, während der Notarzt schon von unterwegs die Klinik informiere. „Wir bereiten dann hier schon alles vor, sagen in der Radiologie Bescheid, und die Ärzte und Schwestern sind bereit, wenn der Patient eintrifft“, beschrieb er.

Je mehr Zeit bis zur Behandlung verstreiche, umso größer ist das vom Schlaganfall betroffene Gewebe. „Das Gehirn kann sich nicht nachbilden. Was kaputt ist, ist kaputt“, brachte es Ehrlich auf den Punkt. Am Ende könnten Betroffene so zu einem Pflegefall werden.

Viele Tipps gab es für die Besucher zur eigenen Vorsorge: Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten gehören dazu. „Treiben Sie ein bisschen Sport und essen Sie gesund, dann sind Sie schon ein Stück weit mehr auf der sicheren Seite“, empfahl etwa Krankenschwester Bianca Stecher den Teilnehmern des Aktionstages. Besonders eindringlich veranschaulichte Josephine Hempel, welche Belastung ein hoher Körperfettanteil für das Herz-Kreislauf-System ist und somit wiederum das Risiko für einen Schlaganfall erhöhe: Die zierliche Dozentin, die Gesundheitstrainerin im Sportpark Oschatz ist, ließ sich von einem Trainingspartner huckepack tragen: „So viel – gut 50 Kilo – schleppen manche Menschen an Körperfett mit sich herum. Und das ist anstrengend bei jedem Schritt und bei jeder Treppenstufe.“ Ausreden ließ die diplomierte Fitnesstrainerin nicht gelten, denn sich bewegen und Muskeln aufbauen könne man in jedem Alter. Sie selbst arbeite auch mit knapp 90-Jährigen. „Sport ist kein Allheilmittel, kann aber vieles bewirken und Ihre Chancen, gesund zu bleiben, steigern“, so Josephine Hempel.

Jedes Jahr erleiden über 200 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Die plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn gilt als die zweithäufigste Todesursache und ist der Hauptgrund für mittlere und schwere Behinderungen.

Von Jana Brechlin

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