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Oschatz Fachkrankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf behauptet sich in ländlicher Region
Region Oschatz Fachkrankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf behauptet sich in ländlicher Region
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15:26 15.03.2018
Marian Wendt und Maria Michalk zu Gast im Fachkrankenhaus. Quelle: Axel Kaminski
Wermsdorf

Gemeinsam mit Maria Michalk, der gesundheitspolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, besuchte der Bundestagsabgeordnete Marian Wendt (CDU) das Fachkrankenhaus Hubertusburg. Gesprächsgegenstand war unter anderem die Zukunft der Krankenhäuser im ländlichen Raum.

Geschäftsführerin Dr. Iris Minde hatte die Initiative ergriffen und den Abgeordneten des Wahlkreises eingeladen, um Themen der medizinischen Versorgung und Konzepte für die Zukunft anzusprechen. Sie stellte ihren Gästen die Struktur des Leipziger Klinikums St. Georg, zu dem das Fachkrankenhaus gehört, sowie den Standort Wermsdorf näher vor. Die Gäste interessierten sich besonders für die Leistungen, die die Kinderklinik erbringt und die Auswirkungen der Schließung der Geburtenabteilung der Oschatzer Collm-Klinik auf das Fachkrankenhaus.

Dr. Iris Minde erläuterte, dass es nicht gelungen sei, die ehemals Oschatzer Hebammen an das Haus in Wermsdorf zu binden. Es sei nicht zu übersehen, dass der Bezug der Eltern Neugeborener zum Fachkrankenhaus fehle. Zudem habe man das Problem, dass es in der Kinder-Psychosomatik viele Grenzfälle zu anderen Fachgebieten gebe. Das erweise sich in der Praxis der Leistungsabrechnung als hinderlich. Die anderen beiden Abteilungen – die Neurologie und die Psychiatrie – laufen nach ihren Worten „hochtourig“. Insgesamt würden sich die Fallzahlen kontinuierlich entwickeln. Mit knapp 5000 behandelten Fällen im vergangenen Jahr habe man sicher seine Daseinsberechtigung.

Maria Michalk interessierte sich für die Verzahnung der stationären mit der ambulanten Arbeit. Davon verspreche man sich in der Bundespolitik deutliche Verbesserungen bei der Versorgung. Chefarzt Dr. Peter Grampp erläuterte, dass das Fachkrankenhaus nicht zentral im Versorgungsgebiet liege, das sich von Wurzen bis hin zum Altkreis Großenhain erstrecke. Deshalb sei ambulante Behandlung aufgrund der großen Distanzen sicher eine Herausforderung. Andererseits würde es einen großen Aufnahmedruck von der psychiatrischen Abteilung nehmen, wenn Patienten im vertrauten Umfeld zuhause betreut würden.

Pflegedienstleiterin Sabine Wolf erläuterte, dass der Altersdurchschnitt der 155 Mitarbeiter in ihrem Bereich bei 45 Jahren liege. Mit dem Alter steige der Krankenstand. Dabei sei es ein Problem, im ländlichen Raum kurzfristig Personal zu finden, um Lücken bei Langzeiterkrankungen zu schließen.

Dass sich die verschiedenen Fachbereiche gegenseitig mit Personal unterstützen, interessierte Maria Michalk besonders. Sie wollte von der Führungsspitze des Fachkrankenhauses Hubertusburg wissen, wie man mit diesen Erfahrungen die kontrovers diskutierte Vereinheitlichung der Ausbildung für die Pflegeberufe beurteile. In Wermsdorf bekam sie darauf ein positives Echo.

Während die Geschäftsführerin das Fachkrankenhaus mit 302 Angestellten als wichtigsten Arbeitgeber im Ort würdigte und Marian Wendt dessen hohe Lebensqualität lobte, schränkte Dr. Iris Minde dies gleich wieder ein. Für das Personal, aber vor allem die Patienten und Besucher des Hauses, gäbe es keine attraktive Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.

Ein anderer Schwerpunkt des Gespräches waren die Innovations- und Förderprogramme. Dr. Iris Minde betonte, dass es schwer falle, als Fachkrankenhaus Konzepte zu erstellen, die benötigt würden, um von solchen Programmen zu profitieren. Das sei beim aktuellen Innovationsprogramm nur mit Hilfe des Stammhauses in Leipzig gelungen. Erleichtert nahm sie zur Kenntnis, das Maria Michalk betonte, dass die in der ersten Runde nicht berücksichtigten Projekte – wie das von Wermsdorf eingereichte – nicht für den Papierkorb erarbeitet worden seien, sondern bei der nächsten Runde erneut geprüft würden.

Von Axel Kaminski

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