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Fahrräder aus Oschatz für Südafrikaner

Fahrräder aus Oschatz für Südafrikaner

Gestern noch in Oschatz, am Montag in Bremerhaven und am 3. Juni Kapstadt: Rund 450 Fahrräder werden in einem Container nach Südafrika gebracht und sollen dort repariert und für wenig Geld an Einheimische verkauft werden.

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Packen beim Verladen der Räder in einen Überseecontainer mit an: Julia Pilarsky, Clemens Wolf, Christoph Gey und Christian Plischke (v.l.).

Quelle: Dirk Hunger

Von Frank Hörügel

 

Der Verein Fahrräder für Afrika hat gestern in Oschatz das nunmehr dritte Entwicklungshilfeprojekt gestartet, mit dem bedürftige Menschen in Afrika mobiler gemacht werden sollen. Ein Überseecontainer wurde auf dem Gelände der ehemaligen Filzfabrik mit gespendeten Fahrrädern beladen. "Vereinsmitglieder und Unterstützer des Vereins haben deutschlandweit rund 450 Fahrräder gesammelt", informierte der Vereinsgründer Johannes Wolf. Außer den Fahrrädern wurden noch Werkzeuge und Ersatzteile verstaut, bevor der Container auf die Reise geschickt wurde. "In Südafrika wird nahe Kapstadt eine Fahrradwerkstatt entstehen", so der 27-jährige Initiator. Darüber hinaus sollen nach seinen Angaben Kinder an Schulen eine Fahrrad-Fahrschule erhalten, die das sichere Fahren im Straßenverkehr unterstützt. Der Transport kostet nach seinen Angaben etwa 3500 Euro. Diese Summe werde aus Spenden finanziert.

 

Der gestrige ist bereits der vierte Container voller Fahrräder, der von Oschatz aus nach Afrika verschifft wird.

 

Zum Auftakt ging 2011 ein Container nach Namibia, im Vorjahr wurden zwei Container nach Sambia geschickt. Laut Wolf ist in beiden Ländern je eine Fahrradwerkstatt entstanden. Die Betreiber konnten insgesamt neun Mechaniker einstellen. "Die Fahrräder werden komplett auseinander gebaut, repariert und wieder zusammengeschraubt", erklärt Wolf. Dann werden sie für Preise zwischen 20 und 60 Euro verkauft. "Die Werkstätten tragen sich inzwischen komplett selbst", freut sich der Student.

 

Warum gehen die Räder diesmal in das relativ wirtschaftsstarke Südafrika? "Auch dort gibt es ein starkes Arm-Reich-Gefälle. Als Käufer für die Räder haben wir die Bewohner der Townships (Armenviertel, d. Red.) oder der ländlichen Gebiete im Visier", beantwortete der Initiator gestern die OAZ-Frage. Beim Verladen der Räder konnte der 27-Jährige gestern auf vier tatkräftige Helfer bauen. "Ich finde es gut, dass die Räder nach Afrika geschickt werden. Das ist doch besser, als wenn sie bei uns im Keller verrosten", begründete Christian Plischke (24) aus Dresden, warum er gestern mit anpackte.

 

Das Engagement des Oschatzers Johannes Wolf für die Menschen in Afrika hat im vergangenen Jahr bundesweit für Anerkennung gesorgt. Der Student wurde für den Panter-Preis 2012 der linksalternativen Tageszeitung taz in Berlin nominiert (wir berichteten).

 

© Kommentar

Frank Hörügel

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