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Fast alle Schulabgänger haben Lehrstellen

Fast alle Schulabgänger haben Lehrstellen

Frohe Botschaft aus der Goetheschule Mügeln. Fast alle Schulabgänger der zehnten Klasse haben eine Lehrstelle. Und: Jeder hat nicht nur eine Lehrstelle, sondern kann auch mit der von ihm gewünschten Ausbildung in die Zukunft starten.

Mügeln.

 

"Die Versorgung mit Lehrstellen ist nach unserem Erkenntnisstand recht gut - im Vergleich zu vor zehn Jahren. Insbesondere für die Realschüler bieten sich gute Möglichkeiten. Und es kommen täglich Angebote aus Firmen der Region ins Haus, die dringend noch Lehrlinge suchen", sagt Schulleiter Gunter Hausburg.

 

"Die schulischen Ergebnisse der Jugendlichen haben in diesem Jahr ein breites Spektrum. So wie unsere ganze Gesellschaft. Ich freue mich über gute und sehr gute Ergebnisse und auch über die Schüler, die mit viel Mühe um den Abschluss gekämpft und ihn auch erreicht haben. Ich ärgere mich aber auch über die Jugendlichen, die Mittel und Möglichkeiten verschenkt haben." Ob alle Schülerinnen und Schüler den Abschluss der zehnten Klasse schaffen, kann der Schulleiter noch nicht sagen. "Abschließend muss der Prüfungsausschuss entscheiden." Die Stunde der Wahrheit folgt mit der Zeugnisausgabe am nächsten Freitag im Oschatzer Thomas-Müntzer-Haus.

 

Für Hausburg ist obendrein erfreulich, dass Schüler der Klasse 9 mit qualifiziertem Hauptschulabschluss im nächsten Jahr weiterhin die Schulbank drücken wollen und den Realschulabschluss in Angriff nehmen möchten.

 

Von guten Zukunftschancen für die Schulabgänger spricht auch Ivonne Franke, Leiterin der Projektgruppe "Pro Ausbildung". "Bei uns haben nur zwei oder drei Schüler noch keine Ausbildungsstelle." Immerhin lernen derzeit 37 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe zehn sowie elf Hauptschüler in der Mügelner Mittelschule. Ivonne Franke verweist auf die zwei Tafeln im Flur der Goetheschule, an denen die offenen Lehrstellen bekannt gegeben werden. Zum Beispiel habe das Kaolinwerk Kemmlitz noch zwei Ausbildungsplätze offen. "Wir hätten gern noch Firmen bedient", so die Gaudlitzerin. Die meisten Schulabgänger hätten außerdem nur relativ wenige Bewerbungen schreiben müssen, um eine Ausbildung in der gewünschten Richtung zu ergattern. Das sei auch ein Verdienst der betrieblichen Vorbereitung mit Praktika. "Wir arbeiten mit dem Quali-Zentrum Riesa-Gröditz eng zusammen. Die Jugendlichen gehen gezielt in Praktika und unsere Ausbildungsmessen beginnen jetzt zu fruchten." Viele Jugendlichen müssten obendrein nicht mehr auswandern, sondern können in der Region ihre Zukunft planen.

 

Jessey-Paul Gruhnert hat mit einer Bewerbung auf Anhieb den Sprung in das Berufsleben geschafft. "Ich habe mich im Musikhaus Korn als Veranstaltungstechniker beworben und sofort eine Zusage bekommen", so der 16-Jährige aus Naundorf. Neun oder zehn Bewerbungen schrieb Maria-Sophie Wegner, bis es endlich in Hohenstein-Ernstthal geklappt hat. "Dort werde ich eine Ausbildung als Floristin beginnen, worüber ich sehr froh bin", so die Ostrauerin. Auf ihre elf Bewerbungen erhielt Jessica Konetzke aus Mügeln nach eigenen Angaben immerhin sechs Zusagen. "Am Ende habe ich mich für das Krankenhaus in Wermsdorf entschieden, wo ich eine Lehre als Krankenschwester absolvieren werde." Diesen beruflichen Weg stellt sich auch Christin Beurich aus Mügeln vor und sagt: "Bevor ich in das richtige Berufsleben einsteige, möchte ich mit einem freiwilligen Jahr in der Collm-Klinik Oschatz erst einmal Erfahrungen sammeln." Marcel Birkholz schrieb insgesamt 13 Bewerbungen, bis es dann in der Naundorfer Agrargenossenschaft klappte. "Als meinen Traumberuf sehe ich den Landwirt", freut sich der Ostrauer über die Zusage.

Heinz Großnick

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