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Feiertagsstimmung im O-Park

Feiertagsstimmung im O-Park

Es ist Morgen im Oschatzer Heimattierpark an einem der Weihnachtsfeiertage. Noch scheint das 20 Hektar große Gelände menschenleer zu sein.

Oschatz.

Doch der Schein trügt. Um 8 Uhr beginnt der Dienst für die Mitarbeiter der Oschatzer Lebenshilfe im Heimattierpark. 20 verschiedene Tierarten, darunter auch Kängurus, Alpakas, Erdmännchen und seltene Blaustirnamazonen leben hier. Von den insgesamt 20 Frauen und Männern haben diesmal sechs und ein Betreuer Dienst.

 

Von Bärbel Schumann

 

Die Geschwister Katrin (26) und Jörg (28) aus Oschatz gehören dazu. "Seit der Landesgartenschau 2006 bin ich hier", erzählt Jörg, "Ich zähle so fast zum Inventar." Seine Schwester kam später hinzu. Die ersten Tiere haben die beiden bereits gefüttert, die Ställe sauber gemacht und auch die Außenbereiche der Gehege aufgesperrt. Nun sind die Hasen an der Reihe. Genau wie manch anderer Schützling bekommen sie nicht nur Futter und frisches Wasser. Auch einige Streichel- und Schmuseeinheiten verteilen die beiden Tierbetreuer. Zum Abschluss wird noch frisches Heu, das in einer blauen Tonne steckt, in die einzelnen Buchten des Hasenstalles verteilt, ehe die Stalltür geschlossen wird. "Acht solche blauen Tonnen voll Heu brauchen wir jeden Tag hier im Tierpark", erklärt Katrinwährenddessen. Viel Futter komme auch aus der Gärtnerei der Lebenshilfe, erzählen die beiden nebenbei. Dann lenkt Jörg seine Schritte zur Anlage der Erdmännchen. Sie sind bereits versorgt, doch Jörg will schauen, ob die putzigen Tiere gesund und munter sind. Dann geht es weiter zu den anderen Gehegen. "Die Erdmännchen gehören zu unseren Lieblingstieren. Doch unsere Pferdchen haben wir noch mehr gern. Sie bekommen auch ab und zu ein extra Leckerli von uns", erzählt Katrin und ruft die Shetlandponys Mäxchen, Peggy, Sandro und Benny beim Namen. Auch Esel Lotte kommt mit den Pferden angetrabt. Es ist zu spüren, die Tier und Menschen sind vertraut, mögen sich.

 

Dann geht es schnurstracks zurück ins Futterdepot, Nachschub holen. In der Futterküche herrscht reger Betrieb. Marco und Michael schneiden Salat und anderes Gemüse zurecht. In Kisten verpackt wird es kurz darauf an einige der Tierparkbewohner verteilt. Eine kurze Zigarettenpause gönnt sich das Geschwisterpaar mit ihrem Betreuer. Zeit, um nebenbei über Erlebnisse im Park an den Weihnachtstagen zu reden und Erlebnisse im Jahr 2013 Revue passieren zu lassen. "Wir waren schon mal am Heiligen Abend bis spät abends mit unserem damaligen Tierarzt Dr. Richter im Alpaka-Stall", erzählt der Betreuer. Doch zum Glück musste das erkrankte Tier nicht noch in die Tierklinik nach Leipzig und alles habe gut geendet. Es wird über Nachwuchs im Tierpark geredet. Besonders viele Hasenjunge hat es 2013 gegeben. Viel Freude haben die Mitarbeiter bei der Aufzucht von Gänsejungen gehabt. "Es war aber ganz schön schwer, für passendes Futter zu sorgen. Weil der Rasen bei uns immer gemäht wird, war es schwer, junge Brennnesseln zu finden", blickt Katrin zurück. Viel Lob und manchen praktischen Hinweis für die Arbeit erhielten die Mitarbeiter vom bekannten Tierarzt des Leipziger Zoos Prof. Eulenberger. "Von ihm bekamen wir die Anregung die Zackel-Schafe zu den Alpakas zu geben", erzählt Jörg stolz. "Und wir konnten viele Fragen stellen."

 

Unterdessen besuchen viele Oschatzer die Tiere im Park. Viele Tiere drängen an die Gehegeumzäunung, hoffend, einige zusätzliche Streicheleinheiten zu erhalten. Ein kleines Zicklein hat Glück, Der kleine Moritz von Familie Mutscher-Menzel verteilt sie. "Wann immer man in den Park kommt, hier ist alles immer sehr gepflegt und man merkt, dass die Mitarbeiter alle mit viel Herzblut sich hier engagieren", lobt die Mutter. Ein schöneres Lob kann es an einem solchen Feiertag für Katrin, Jörg und die anderen Mitarbeiter des Heimattierparks wohl nicht geben.

Bärbel Schumann

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