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Felgen, Folie, Fahrwerk: Tuner treffen sich in Oschatz

Autowelt Felgen, Folie, Fahrwerk: Tuner treffen sich in Oschatz

Sobald sie einen Euro übrig haben, stecken sie das Geld in ihr Auto. Denn an Felgen und Fahrwerk gibt es immer was zu verbessern. Am Sonntag treffen sich die Autotuner aus der Region und darüber hinaus das dritte Jahr in Folge am Oschatzer Finanzamt. Veranstalter Mario Thiel rechnet mit mehreren Tausend Besuchern.

Mario Thiel mit seinem getunten Auto.

Quelle: Foto: Dirk Hunger

Oschatz. Es geht in die dritte Runde. Das dritte OZ-Tuning-BBQ-Treffen startet am Sonntag. Los geht es um 10 Uhr auf der „Festwiese“ am Finanzamt. „Auf Facebook sind es bereits 2735 Interessierte. Es wäre natürlich schön, wenn die auch alle kommen würden“, sagt Veranstalter Mario Thiel. Im vergangenem Jahr waren etwa 2000 Besucher und rund 650 Fahrzeuge vor Ort. „Für bis zu 800 Fahrzeuge ist eine Abstellmöglichkeit vorhanden.

Bratwurst und eine Hüpfburg für die Kinder

Schön wäre es, wenn wir einen gemütlichen Tag verleben können, bei dem sich viele Freunde wiedertreffen. Es werden mehrere DJs auflegen. Die Tuner können zeigen, was sie gebaut haben und sich auch von anderen Ideen holen. Ein Foto- und Videoteam wird alles festhalten. Die Bilder und Videos können dann auf Facebook angesehen werden“, so der 32-Jährige.

Wie der Name es schon verrät, gibt es dieses mal auch ein echtes Barbecue mit Bratwurst und Steaks – und echten Burgern. „Da im vergangenem Jahr so viele Eltern mit ihren Kindern da waren, haben wir ein Karussell und eine Hüpfburg für unsere kleinen Besucher“, sagt Thiel. Einige Tuner kommen von weit her, um beim Treffen dabei zu sein. „2014 kam einer sogar aus Hamburg extra angereist. Hier wird sich ausgetauscht und über die neusten Möglichkeiten berichtet. In das am meisten getunte Auto wurden 35 000 Euro investiert. Es gibt Leute, die ihren letzten Cent in ihr Auto stecken“, sagt der Oschatzer und gibt zu, dass er selbst auch einiges an Geld in seine Autos investiert hat.

Seit 2009 mit eigener Firma selbstständig

Seit er 18 ist, veredelt er Fahrzeuge. „Es fing wirklich erst mit meinem ersten Auto an. Ich habe nie, wie viele andere, schon vorher an Mopeds oder Motorrädern herumgeschraubt. Mein erstes Auto war ein VW Golf 4. Nach und nach floss sehr viel Geld hier hinein. Lackierung, Felgen, ein neuer Motor und vieles mehr. Nicht irgendein Motor, sondern der Motor eines Audi TT“, betont er.

2009 machte sich Thiel mit einer eigenen Tuningfirma selbstständig. „Das ist seitdem mein Geschäft.“ Ab 2011 führt er erfolgreich einen Online-Shop, in dem er Sportauspuffanlagen und Fahrwerke verkauft. Dass das Tunen nicht nur was für junge Leute ist, merkt er hier besonders gut. „Es bestellen auch viele ältere Leute etwas bei mir. Ich denke, wenn erst die Kinder aus Haus sind, fangen viele wieder damit an.“

Bei seinem VW Golf 4 blieb er nicht. 2010 kam ein Audi A 6. Für rund 10 000 Euro bekam dieser eine matt-schwarze Folie, breite Felgen und ein spezielles Luftfahrwerk. „Damit kann das Auto stufenlos hoch und runter gestellt werden. Es geht so weit, bis es auf dem Schweller aufliegt“, erklärt er. Das Gleiche machte er 2012 mit seinem Kombi. „Auch wenn es nun eine Familienkutsche ist, muss man auf das Tunen nicht verzichten“, sagt er mit einem Lachen. Denn mittlerweile hat er eine Frau und zwei Kinder. „Beim Tunen sind die drei F’s das Wichtigste – Felgen, Folie, Fahrwerk. Das reicht eigentlich.“

Als nächstes wird ein Audi aufgemotzt

So träumt er bereits von seinem nächsten Wagen, den er auf Vordermann bringen kann. Ein Audi wird es sein, soviel steht bereits fest. „Ich habe Freunde, die mehr an ihrem Fahrzeug schrauben, als es auf der Straße ist. Dafür habe ich nicht die Zeit, da ich viel mit dem Wagen unterwegs bin. Ich brauche ihn ständig, auch wenn wir noch ein zweites Auto haben – einen VW Touran.“ Dieser ist natürlich auch tiefer gelegt und hat neue Felgen.

Noch vor etwa zwei Jahren sei er auf fast jedem Tuning-Treffen gewesen und fast jedes Wochenende unterwegs. Zum Teil auch über mehrere Jahre. Er erinnert sich gerne an das Treffen in Bautzen, welches das gesamte Pfingstwochenende ausfüllt. „Manche nehmen dafür extra ihren Jahresurlaub. Ich glaube, ich bin mittlerweile zu alt dafür. Manchmal vermisse ich es, aber es ist auch schön, die Zeit mit der Familie zu verbringen.“

Jetzt fährt er noch einmal im Monat mit seinen Kumpels zu einem Treffen in der Region. 2014 kam dann der Gedanke, ein Tuningtreffen im kleinen Rahmen zu veranstalten. Schon damals sei die Nachfrage groß gewesen. Und sie wächst weiter. „Ich würde gerne jedes Jahr ein solches Treffen veranstalten. Wenn es irgendwann mal zu groß wird, müsste man nach einer Ausweichmöglichkeit suchen. Es ist aber alles noch ausbaufähig. Zum Beispiel wünsche ich mir noch mehr Aussteller vor Ort. Bisher sind es für dieses Mal vier. Doch wie es bisher lief und läuft, bin ich sehr zufrieden.“So freut sich Mario Thiel nun auf kommenden Sonntag unter Gleichgesinnten.

Von Kristin Engel

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