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Oschatz Felgenkiller und Reifenplatzer: Braucht Oschatz eine Fahrrad-Task-Force?
Region Oschatz Felgenkiller und Reifenplatzer: Braucht Oschatz eine Fahrrad-Task-Force?
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16:56 22.01.2015
Christian Zieger, Fahrradhändler aus Oschatz, meint, die Leute hier sollten wieder öfter auf das Fahrrad umsteigen. Quelle: Dirk Hunger

Von Hagen Rösner

In dieser Woche stellte die AG Rad in Torgau die Ergebnisse ihrer Ist-Analyse zum Radwegenetz vor. Jetzt steht die Frage im Raum: Ist die Torgauer AG Rad eine Blaupause für Oschatz, wo Felgenkiller und Reifenplatzer keine Seltenheit sind?

Die Sprecherin der Grünen, Barbara Scheller, verfolgte die Diskussion der Torgauer Rad AG interessiert. Gegenüber OAZ sagte sie: "Das ist auf jeden Fall ein Thema, das auch in Oschatz oder sogar in der ganzen Collm-Region ansteht. Wir wollen die Erfahrungen aus Torgau gern auch für uns nutzen." Scheller sieht Oschatz und das Umland als eine Region, in der Menschen gern und oft auf das Fahrrad zurückgreifen. Das kann auch der Oschatzer Radsportent-husiast und Fahrradhändler David Schatzki bestätigen. "Rad gefahren wird aus meiner Sicht heute viel mehr als noch vor fünf oder sechs Jahren", so Schatzki. "Ich sehe das an unserem Reparaturaufkommen. In Oschatz dreht sich schon viel um die Zweiräder. Und wenn sich jemand für eine Zweirad AG einsetzen würde, dann bekäme der sicherlich ein großes positives Feedback", so Schatzki. Er glaubt allerdings, dass es holländische Verhältnisse oder wie in der alten Unistadt Münster in Oschatz nicht geben wird.

Christian Zieger, Oschatzer Stadtrat und Fahrradhändler in der Hospitalstraße, hat schon seit Langem die regionale Fahrradszene im Blick. "Ich glaube, dass die Leute in ihrer Freizeit oft auf das Fahrrad zurückgreifen, aber für die täglichen Wege wird doch gern das Auto benutzt", sagt er. Dabei glaubt Zieger nicht, dass es notwendig ist, dass sich eine Gruppe von Oschatzer Radfahrfreunden zusammenfinden muss, um die Schwachstellen in der Stadt zu erkunden. "So weit mir bekannt ist, gibt es im Bauamt der Stadt eine Fahrradkonzeption, die schon umfassend die Situation mit positiven und negativen Aspekten beleuchtet. Mir als Stadtrat ist klar, dass es noch empfindliche Lücken im Radwegenetz der Stadt gibt", sagt Christian Zieger, in dessen Wahrnehmung Oschatz keine ausgesprochene Fahrradfahrer-Stadt ist. "Früher ist viel gefahren worden. Heute sind noch die Schüler mit dem Rad unterwegs. Einige Enthusiasten natürlich auch, aber die großen Fahrradkolonnen, die sich früher in die Betriebe bewegten, die gehören der Vergangenheit an", so Zieger.

Grünen-Politikerin Scheller empfindet die Situation in Torgau und Oschatz als ähnlich. "Wir brauchen Leute, die sich vorn ran stellen. Es ist gut, wenn wir die Schwachstellen in der Region kennen und Konzepte in der Schublade haben. Aber wenn wir niemanden haben, der bei Umsetzung Druck macht, dann nutzt uns das auch nichts", so Scheller. Dass die Oschatzer Grünen dabei in die Offensive gehen, hält Barbara Scheller für möglich. Sie meint gegenüber der OAZ: "Das ist eine Sache, die wir im Frühjahr einfach gemeinsam mit Händlern und Bürgern angehen müssten."

Hagen Rösner

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