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Feuerwache auf Oschatzer Kirchturm im Wandel der Zeit

Türmergeschichten Feuerwache auf Oschatzer Kirchturm im Wandel der Zeit

Sieht man am Südturm der St. Aegidienkirche in Oschatz weiße Fahnen wehen, dann ist die Türmerstube offen. Ein hauptamtlicher Türmer und reichlich 40 Ehrenamtliche sichern die Öffnungszeiten ab. Christian Kunze gehört zu diesem Türmer-Team und berichtet in unregelmäßigen Abständen von Begegnungen und Besuchern über der Stadt.

Dieser Ausblick vom obersten Punkt der Oschatzer Stadtkirche ermöglicht es, zu ermessen, welchen verantwortungsvollen Posten der Türmer einst mit der Feuerwache inne hatte.

Quelle: Rolf Sproessig

Oschatz. Vor gut 175 Jahren, am 7. September 1842, verwüstete zum zweiten Mal in der Geschichte von Oschatz (nach dem Jahr 1616) eine verheerende Feuersbrunst weite Teile der Stadt.

Damit sich dieses Szenario möglichst nicht noch ein drittes Mal wiederholte, beauftragten die Stadtväter damals erstmals einen Türmer mit der Feuerwache auf der ebenfalls durch den Brand zerstörten und wieder aufgebauten St. Aegidienkirche – und so blieb es bis in das 20. Jahrhundert hinein, auch wenn mit fortschreitender Technik weniger akribisch. Den beiden großen, verbrieften Stadtbränden hat das Gotteshaus im Zentrum freilich einen jeweiligen Wandel im äußeren Erscheinungsbild zu verdanken. Denn nach dem Feuer 1616 wurde von den einstigen Doppeltürmen nur einer wieder errichtet, während vor 175 Jahren entschieden wurde, beide Türme wieder aufzubauen.

Die Brandwache erforderte anfangs immense Aufmerksamkeit – denn nicht jedes Rauchwölkchen erwies sich tatsächlich als unbeabsichtigter, aus Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit entzündeter Brandherd. Heute ist es freilich nicht mehr notwendig, eine solche umfassende Wache zu halten, wie sie noch zu Zeiten der Türmerfamilie Quietzsch von Nöten war. Aber ein aufmerksamer Besuch des Oberstübchens vermittelt einen guten Eindruck davon, was einst so wichtig war.

Wer seinen Blick über Stadt und Umgebung schweifen lässt, sieht bei Spitzenwetter und wolkenlosem Himmel nicht nur den Umriss des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig, sondern kann nach dem Sirenenalarm ausmachen, wo es brennt oder anhand des Weges, den die ausrückenden Einsatzfahrzeuge nehmen, feststellen oder wenigstens mutmaßen, wo sich ein Feuer oder ein anderes besonderes Ereignis abspielt, welches die Retter der Döllnitzstadt auf den Plan gerufen hat.

Von Christian Kunze

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