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Oschatz Feuerwehr muss immer öfter Türen knacken
Region Oschatz Feuerwehr muss immer öfter Türen knacken
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10:26 22.04.2016
So ausgerüstet können Feuerwehrleute im Notfall Türen aufbrechen. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Eine Person schreit um Hilfe. In der Stimme liegen Panik und Angst. Zuerst hört eine Nachbarin die Rufe. Sie klingelt und klopft, aber die Frau, die Hilfe benötigt, kommt nicht zur Eingangstür. Die Situation steigert sich dramatisch. Sie ruft den medizinischen Rettungsdienst. Aber auch der Notarzt und die Rettungssanitäter stehen vor der Tür, ohne dass geöffnet wird.

Jetzt kann nur noch die Feuerwehr zur Amtshilfe gerufen werden – entweder von der Rettungsleitstelle oder der Polizei, die auch involviert wird. Schließlich ist Gefahr im Verzug. Die Retter müssen sich Zugang verschaffen, und zwar schnell. Da spiele es keine Rolle, wie die Kameraden die Tür öffnen, immerhin geht es um Leben oder Tod.

Der Oschatzer Wehrleiter Lars Natzke erklärt, dass dieses Thema schon vor 26 Jahren aktuell war, aber in den vergangenen zehn Jahren zugenommen hat. „Zu 95 Prozent handelt es sich um alte Bürger, die allein in der Wohnung leben. Wenn sie stürzen und nicht mehr aufstehen können, rufen sie um Hilfe.“

Feuerwehr wegen Verwesungsgeruch gerufen

Oder wenn Nachbarn auffalle, dass sie einen Haubewohner eine Zeit lang nicht gesehen, aber keinen Schlüssel für alle Fälle haben, um nach dem Rechten zu sehen, werde der Notdienst gerufen, und wenn es sein muss, auch die Feuerwehr zur Amtshilfe. Die Oschatzer Kameraden haben diesbezüglich im wahrsten Sinne des Wortes „einschlägige Erfahrungen“ machen müssen. Laut dem Wehrleiter Lars Natzke gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Zutritt zu der bestimmten Wohnung zu erlangen.

Wenn es sein muss, kommt auch die Handramme (siehe Foto) zum Einsatz. Erst vor wenigen Tagen wurde die Feuerwehr wieder zur Amtshilfe gerufen. In einem Haus hatten Bewohner Verwesungsgeruch wahr genommen. „Wir haben die Tür geöffnet, aber es war nichts passiert. Der Geruch hatte eine andere Ursache, nämlich verdorbene Lebensmittel aus der Nachbarwohnung“ (wir berichteten).

Der Wehrleiter verweist auf den demografischen Wandel. Immer mehr Senioren lebten allein, die Kinder seien oft weit weg, aber ins Pflegeheim möchten die betagten Leute nicht. „Es ist besser, wir werden gerufen, schließlich kann niemand wissen, ob und wenn ja, was passiert sein könnte. Ich möchte aber auch betonen, dass wir kein Schlüsseldienst sind“, so Lars Natzke.

Von Gabi Liebegall

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