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Oschatz Feuerwehr rettet immer öfter übergewichtige Oschatzer
Region Oschatz Feuerwehr rettet immer öfter übergewichtige Oschatzer
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06:00 04.05.2016
Sechs Feuerwehrleute müssen den übergewichtigen Patienten mit einem Tragetuch bis zum Fahrzeug tragen.
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Oschatz

Sechs Feuerwehrkameraden aus Oschatz bergen eine Person mit über drei Zentnern Gewicht aus der Wohnung und bringen sie ins Krankenhaus. Auch das machen Feuerwehrleute, aber nur, wenn sie gerufen werden, erzählt Wehrleiter Lars Natzke. Obwohl, zu ihren Aufgaben gehört es jedoch nicht, sondern zu denen des Rettungsdienstes.

Mit den Jahren musste die Feuerwehr immer mehr Aufgaben übernehmen. Sie sind mit ihrer Technik bei Hochwasser gefragt. Es werden auch mal Kätzchen von Bäumen gerettet. Wer aber hätte vor 25 Jahren gedacht, dass die Feuerwehr dazu gerufen wird, wenn Menschen, die an Adipositas (lateinischer Begriff für Fettleibigkeit) leiden, ins Krankenhaus gebracht werden müssen, aber allein nicht mehr laufen können.

Auf diesem Gebiet haben die Oschatzer Kameraden bis zu zehn Einsätzen im Jahr. „2015 wurden wir fünfmal gerufen“, erzählt Natzke. Aus diesem Grund sind die Tragetücher für die überaus kräftigen Patienten entsprechend reißfest. Müssen sie auch, denn die Hilfsbedürftigen werden von bis zu acht Leuten getragen. „Manchmal vom fünften Stock.“ Wenn gar nichts mehr geht, muss die Drehleiter eingesetzt werden.

Gern redet Lars Natzke nicht über diese Einsätze. „Es ist nun mal so, dass die Menschen älter werden, an Übergewicht leiden und kaum noch Kontakt zur Außenwelt haben, weil die Kinder und Enkel weit weg sind.“ Aber dann erzählt der Oschatzer Wehrleiter doch, was die Kameraden bei Einsätzen wie diesen meistern. Übrigens wird die Feuerwehr immer nur dazu gerufen. Wenn es absehbar sei, dass die Kameraden mit ihrer Technik gebraucht werden, laufen die Informationen über die Rettungsleitstelle. „In den Großstädten fahren die Berufsfeuerwehren solche Einsätze.“ Gebraucht werde manchmal auch der Schwerlast-Krankentransportwagen, der in Eilenburg steht, wenn es aber schnell gehen muss, ist das Geschick der Feuerwehrmänner gefragt: „Es gab auch schon, dass wir eine schwergewichtige Frau samt Bett auf die Ladebordwand eines Feuerwehrautos hieven und sie verzurren mussten, damit sie sicher ist. Im Krankenhaus mussten sich dann die Ärzte und Schwestern um die Frau kümmern.“

Übrigens. Die Tragetücher liegen genau so griffbereit, wie anderes wichtiges Feuerwehrutensil. „Wir müssen immer wieder mit einem solchen Einsatz rechnen“, so Lars Natzke.

Von Gabi Liebegall

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