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Oschatz Feuerwehr wird bunter: Oschatz trägt Rot, Grimma champagnerfarben
Region Oschatz Feuerwehr wird bunter: Oschatz trägt Rot, Grimma champagnerfarben
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06:01 26.02.2018
Christian Nadansky (re.) und Sandro Röder mit der neuen gelblich-sandfarbenen uniform, die nunmehr passgerecht auf jeden Kameraden einzeln angepasst ist. Vorerst durchlaufen die neuen "Kostüme" allerdings erstmal eine Testphase, bevor alle Kameraden der Grimmaer Feuerwehren damit eingekleidet werden. Foto: Thomas Kube Quelle: Thomas Kube
Oschatz/Lampersdorf/grimma

Es sei ein bisschen wie auf der Fashion Week, man habe sogar Models laufen lassen, witzelt Matthias Berger. Der parteilose Oberbürgermeister von Grimma serviert auch gleich die passende Überschrift: „Grimmaer Feuerwehr trägt Maßanzüge“. Stadtbediensteter Steffen Kunze, verantwortlich für die Feuerwehren, kann sich ein Lächeln nicht ganz verkneifen: „Herr Berger hat schon Recht, wenngleich es kein Model auf dem Catwalk gab, sondern nur Kamerad Christian Nadansky in der Dämmerung. Wir haben ihn in neongrüne, signalrote, dunkelblaue, sandfarbene Uniformen gesteckt und geschaut, was auf der Straße am praktikabelsten ist.“ Gerade bei Unfällen und Ölspuren – und die seien weitaus häufiger – würden die Kollegen in heller Kleidung deutlich besser gesehen.

Neuregelung der Feuerwehrverordnung

Den Kleidungswechsel in Grimma macht eine Neuregelung der Feuerwehrverordnung in Sachsen möglich. „Bisher war vorgeschrieben, dass die Einsatzkleidung dunkelblau sein muss, das ist jetzt nicht mehr so. Blau ist seitdem auf dem Rückzug“, weiß Karsten Saack, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes. Nur bei den Dienstuniformen ist weiterhin Blau vorgeschrieben. Der Oschatzer, der bis vor kurzem auch noch Stadtwehrleiter in der Döllnitzstadt war, begrüßt diese Entwicklung. Oschatz hätte sich vor ein paar Jahren auch für die sandfarbene Einsatzkleidung entscheiden können, wie sie jetzt in Grimma getestet wird. Der Hersteller aus den USA, der auch die amerikanischen Streitkräfte einkleidet, warb auch in Oschatz für die hellen Textilien. Letztendlich entschieden sich die hiesigen Feuerwehrleute aber für rote Einsatzkleidung – und sind damit vollauf zufrieden. „Das wird auf der Straße besser gesehen“, nennt Saack einen Vorteil. Zudem sei die neue Kleidung leichter als die alte und trage sich angenehmer. Saack fasst zusammen: „Das ist nun nicht mehr so einheitlich wie bisher – aber so ist es nun mal.“

In Lampersdorf weiter blaue Einsatzkleidung

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Lampersdorf wird dagegen noch in blauer Einsatzkleidung ausgerückt. „Unsere Einsatzuniformen erfüllen die Norm, die die Jacken erfüllen müssen. Daher haben wir keine Veranlassung dazu, umzustellen. Zudem ist es ja auch noch eine Kostenfrage. Wenn man generell neu beschaffen muss, dann sieht die Sache ganz anders aus. Dann könnte man über eine andere Farbe nachdenken“, sagt Frank Reichel, Wehrleiter in Lampersdorf. Als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Torgau-Oschatz, hält er sich mit einer Empfehlung zurück. „Es ist eine Entscheidung, die jede Kommune selbst treffen muss, solange die Norm für die Einsatzuniformen erfüllt sind.“

Zurück nach Grimma. Hier werden zunächst 40 aktive Einsatzkräfte eingekleidet. Neue Jacke, neue Hose – 1000 Euro pro Stück. Ein Jahr lang werden die Uniformen nun von ausgewählten Feuerwehrleuten in Grimma und Mutzschen getragen, ehe man nach Auswertung des Fragenkatalogs darüber befindet, nach und nach weitere Kameraden einzukleiden.

Floriansmesse Dresden

Ersten Kontakt zum Ausrüster knüpften die Grimmaer auf der Floriansmesse im vorigen Jahr in Dresden. Ein Vertreter der Firma stellte die Uniformen daraufhin persönlich im Gerätehaus vor. Schnell war klar: Weder Jacke noch Hose kommen von der Stange. Das Modell Grimma ist eine maßgeschneiderte Uniform. Jede Öse, jede Tasche, jeder Schriftzug ist auf die Bedürfnisse der Wehr abgestimmt. Auf dem ins Futter genähten Etikett mit den Pflegehinweisen ist sogar der Name des Trägers vermerkt. Bei der Anprobe war auch Gerätewart Max Richter anwesend: „Die Kameraden wurden einzeln vermessen. Es ist ja so, dass gerade bei den größeren oft die Ärmel zu kurz sind – das ist jetzt ausgeschlossen.“

Fescher Champagnerton statt biederes Reichsbahnblau – Sandro Röder ist begeistert: „Es geht ja nicht nur um die Farbe, sondern auch ums Material. Die Jacke ist wesentlich leichter. Sie ist atmungsaktiv und du schwitzt nicht so schnell. Außerdem ist sie kürzer geschnitten, dem Körper angepasst, du kannst dich darin besser bewegen und fühlst dich nicht mehr wie in einem Sack.“

Die alten Uniformen blieben vorerst weiter im Einsatz, betont der städtische Feuerwehrobmann Steffen Kunze: „Mit der zweiten Garnitur ist die strikte Schwarz-Weiß-Trennung besser möglich. Bei Bränden entstehen giftige Gase. Umso wichtiger ist es, die kontaminierte Kleidung schnell zu wechseln, am besten gleich am Einsatzort.“ Es sei schlecht, wenn gesundheitsgefährdende Stoffe über Haut oder Lunge aufgenommen würden: „Immer wieder geistert das Wort Feuerwehrkrebs durch die Gazetten.“

Von haig Latchinian, Frank hörügel und kristin engel

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