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Feuerwehrbilanz vorgestellt: Wermsdorfer rücken vor allem dienstags aus

Jahreshauptversammlung Feuerwehrbilanz vorgestellt: Wermsdorfer rücken vor allem dienstags aus

Nach 15 Jahren als stellvertretender Wermsdorfer Wehrleiter gibt Claus Käseberg die Verantwortung an Jüngere weiter: Für ihn ist Peter Rudolph an der Spitze der Helfer nachgerückt. Neben der Wahl ging es zur Jahreshauptversammlung auch um die Bilanz 2015. Und das Jahr war ein bewegtes, 37 Einsätze mussten die Helfer fahren, die meisten entfielen auf einen Dienstag. Am häufigsten am Start war eines der ältesten Mitglieder.

Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Wermsdorf ging es auch um die Bilanz 2015.

Quelle: Dirk Hunger

Wermsdorf. „Irgendwann muss auch einmal Schluss sein“, sagte Claus Käseberg. Nach 15 Jahren als stellvertretender Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Wermsdorf gab er sein Amt ab – aus gesundheitlichen Gründen und um mehr Zeit für die Familie zu haben. Den Helfern bleibt Käseberg aber weiter verbunden. Zu seinem Nachfolger wählten die 77 Wahlberechtigten unter den 83 Mitgliedern Peter Rudolph. Der Brandmeister und neu qualifizierte Zugführer wird die Wehr jetzt gemeinsam mit Carsten Köhler leiten, der als Chef der Kameraden wieder gewählt wurde.

Der wiedergewählte Wehrleiter Carsten Köhler (2vl) und der neue Stellvertreter Peter Rudolph (hinten links) mit den übrigen Mitgliedern der We

Der wiedergewählte Wehrleiter Carsten Köhler (2.v.l.) und der neue Stellvertreter Peter Rudolph (hinten links) mit den übrigen Mitgliedern der Wehrleitung, ausgezeichneten und beförderten Kameraden sowie Gästen.

Quelle: Dirk Hunger

Die Jahreshauptversammlung nutzte dieser auch für den Blick zurück auf ein bewegtes Jahr. 2015 feierten die Wermsdorfer Helfer ihr 125-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest auf dem Gelände der Hubertusburg, besuchten Seminare und Ausbildungskurse und wurden im Ernstfall zu Hilfe gerufen: Insgesamt 37-mal rückte die aktive Gruppe aus. Den größten Anteil daran hatten Einsätze wegen technischer Hilfeleistungen (26), sieben Mal brannte es, außerdem gab es Einsätze in Nachbarkommunen und wegen Fehlalarmierungen.

Der nähere Blick auf die Statistik ist dann schon ein bisschen skurril, wie Köhler zugeben musste. Von den insgesamt 53 Einsatzstunden wurden die meisten jeweils an einem Dienstag geleistet, insgesamt 13-mal rückten die Helfer an diesem Wochentag aus. Am häufigsten waren dabei Erik Müller (23-mal) und Stefan Michael (26-mal) im Einsatzfahrzeug mit unterwegs. Ungekrönter König des Wermsdorfer Feuerwehrgeschehens ist aber jemand anderes: „Unser Opa Erich war 27-mal mit im Einsatz“, hob Carsten Köhler hervor. Und Erich Reimer versicherte, auch mit 77 Jahren weiter mit von der Partei zu sein: „Ich hab doch Zeit.“

Wahl und Beförderung

Neben Carsten Köhler aus Wehrleiter und Peter Rudolph als seinen Stellvertreter wurden auch Gitta Galesic als Kassiererin, Inge Käseberg als Schriftführerin sowie Simone Kunze und Christa Kozlowski in die Revisionskommission gewählt.

Das Ehrenkreuz für 40 Jahre in der Feuerwehr erhielten Wolfgang Richter und Gudrun Krause.

Qualifiziert haben sich Peter Rudolph (Zugführer), Stefan Köhler (techn. Hilfe) und Claus Käseberg (Fachtagung Atemschutz). Niclas Galesic, Ulrich Weidner und Ronny Kunze sind jetzt Truppmann und Sprechfunker.

Außerdem haben Carsten Köhler, Claus Käseberg, Ingo Kirsten, Philipp Heinicke, Eric Müller und Manuel Köhler Lehrgänge und Fortbildungen besucht.

Das nötige Handwerkszeug holen sich die 36 Frauen und Männer aus der aktiven Gruppe bei Fortbildungen. Viele Stunden würden dafür aufgebracht, unterstrich Köhler. Trotzdem können die Wermsdorfer offenbar nicht so viel lernen, wie sie gerne wollen: „Von 25 beantragten Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule 2016 haben wir nur fünf erhalten“, sagte der Wehrleiter, „das ist ärgerlich. Das hat uns der Innenminister mehr versprochen.“ Ein Umstand, den auch der Kreisbrandmeister Ingo Weber kennt: „Der Bedarf übersteigt das Angebot deutlich. Die Landesfeuerwehrschule hat etwa 9000 Anträge auf dem Tisch und kann davon die Hälfte bedienen“, warb er um Verständnis.

Dabei sei ständige Weiterbildung unbedingt nötig, weil auch die Anforderungen steigen, machte Carsten Köhler deutlich. „Anfang des Jahres geht das neu gebaute Seniorenpflegeheim in Wermsdorf in Betrieb.“ Das werde – zusätzlich zur Absicherung von Industriegebiet, Fachkrankenhaus und Archivzentrum – eine weitere Herausforderung für die Arbeit der Kameraden.

Und deren Engagement werde durchaus anerkannt, versicherte Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Deshalb bemühe sich die Gemeinde weiterhin, die Wehren zu unterstützen. „2015 haben wir fast 70.000 Euro in alle Wehren investiert, gerade eben werden die neuen Löschwasserzisternen in Mahlis und Collm fertig“, beschrieb er. Im Wermsdorfer Gerätehaus sind für 5000 Euro neue Möbel gekauft worden, außerdem flossen rund 20.000 Euro in neue Brandschutzkleidung und Ausrüstung, zählte Hauptamtsleiter Lutz Abitzsch auf. Man wisse, dass dafür fortwährend Bedarf besteht und habe deshalb auch für das nächste Jahr Fördermittel beantragt. „Wir bleiben dran und haben uns bisher nicht kleinlich gezeigt, um eure Leistung anzuerkennen“, sagte er.

Auch der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Karsten Saack und Gemeindefeuerwehrleiter Lutz Frenzel, die beide Gast zur Jahreshauptversammlung in Wermsdorf waren, bedankten sich bei den Mitgliedern der Feuerwehr für ihren Einsatz – ebenso wie bei deren Partnern und Familien, die durch das Engagement häufig auf die Helfer daheim verzichten müssen.

Von Jana Brechlin

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