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Feuerwehren fordern Nachbesserung bei Alarmierung

Feuerwehr Feuerwehren fordern Nachbesserung bei Alarmierung

Die Feuerwehren in der Region werden seit Juni 2016 über die Integrierte Rettungsleitstelle in Leipzig alarmiert – nicht immer problemlos. So kritisieren Wehrleiter, dass nahegelegene Ortswehren nicht angefordert werden oder der Kontakt zur Leitstelle mangelhaft ist.

Die Alarmierung und Ausrückeordnung sorgt derzeit für Diskussionen in der Region.

Quelle: dpa

Lampersdorf/Dahlen. Die Lampersdorfer Feuerwehrleute müssen immer öfter zusehen, wenn es einen Alarm im Gemeindegebiet gibt. Andere Feuerwehren fahren auf dem Weg zum Einsatz durch das Dorf, während die eigenen Kameraden dabei zusehen. Sagt Frank Reichel, Leiter der Helfer im Dorf: „Feuerwehrkräfte fahren in Größenordnungen durch unseren Ort, wir werden aber nicht mit angefordert.“ Zur Jahreshauptversammlung hielt Reichel mit Kritik nicht hinterm Berg. Der Wehrleiter ist außerdem Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Torgau-Oschatz und bekommt als solcher mit, dass das kein Lampersdorfer Problem ist. „Das sind keine Einzelfälle“, betont er. Man habe deshalb bereits das Gespräch gesucht, versicherte er und verwies auf Beratungen mit Verantwortlichen der Integrierten Regionalleitstelle Leipzig, die seit gut einem halben Jahr auch für die Region zuständig ist, und mit Vertretern des Landkreises.

Die Alarmierung durch die Leitstelle in Leipzig sei sehr unbefriedigend: „Zu jeder Kleinigkeit wird die Oschatzer Drehleiter mit angefordert“, stimmte Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) zu und verwies auf verschiedene Einsätze, weil Brandmeldeanlagen im Fachkrankenhaus Hubertusburg, im Zentralarchiv oder dem Seniorenheim ausgelöst hatten. Vor Ort angekommen, konnten die Kameraden mit dem „großen Besteck“ dann meist gleich wieder umdrehen. Das sei eine Verschwendung ehrenamtlicher Arbeit.

Dass die Kommunikation mit der Leitstelle auch während des Einsatzes problematisch sein kann, hat zum Beispiel der Dahlener Wehrleiter Gunther Löwe erfahren. Als seine Mitglieder Anfang des Jahres zu einem Wohnungsbrand in die Heidestadt ausrückten, gab es zeitweilig keinen Kontakt nach Leipzig. „Seitdem Delitzsch vom Netz gegangen ist, haben wir es schwerer. Ich konnte zum Beispiel per Funk niemanden erreichen, um durchzugeben, dass wir ausgerückt oder am Einsatzort angekommen sind“, so der Wehrleiter die Schwierigkeit. Heikel werde es, wenn vor Ort festgestellt wird, dass noch mehr Hilfe nötig ist und niemand auf den Funkspruch reagiert.

Frank Breitfeld, Amtsleiter im nordsächsischen Ordnungsamt, verweist auf die Alarm- und Ausrückeordnung, in der vorgegeben ist, welche Mittel und Kräfte der Disponent in der Leitstelle alarmieren soll. Zum Beispiel ist festgelegt dass grundsätzlich ein Löschzug mit Führungsfahrzeug, drei Löschfahrzeugen und einer Drehleiter losgeschickt wird, wenn Brände der „Kategorie Mittel“ gemeldet werden. Dabei geht es um Feuer mit Tendenz zur Ausbreitung, Gefahr für Personen, Tiere, Umwelt und Sachwerte wie bei Wohngebäuden. Soweit nichts anderes festgelegt ist, gelte das auch, wenn eine Brandmeldeanlage auslöst, so Breitfeld. Seit dem 28. Juni vorigen Jahres, seit die Leipziger Leitstelle zuständig ist, bis Ende 2016 war die Oschatzer Drehleiter 37-mal im Einsatz: In 22 Fällen weil eine Brandmeldeanlage ausgelöst hatte, 14-mal wegen eines Brandes mittlerer Kategorie und einmal wegen einer „Hilfeleistung mittel“, teilt der Amtsleiter mit. Im Ernstfall könne nicht gewartet werden, bis die erste Wehr vor Ort ist und den Einsatz der Drehleiter bestätigt. „Dies gilt umso mehr, wenn das Hubrettungsfahrzeug nicht im örtlichen Bereich vorhanden ist und lange Wege zurücklegen muss.“

Frank Reichel wünscht sich dennoch, eine „qualifizierte Notfallabfrage“ bei der Meldung eines Brandes. „Im Moment wird – überspitzt gesagt – kein Unterschied gemacht zwischen einer unbewohnten Lehmhütte und einem Neubaublock“, meint er. Das führe zu Frust bei den Helfern und berge Konfliktpotenzial zwischen Feuerwehrleuten, die beim Einsatz freigestellt werden müssten und ihren Arbeitgebern. „Wenn die Leute dreimal pro Woche umsonst mit der Drehleiter ausrücken müssen, hört irgendwann das Verständnis auf“, warnt er. Er setze auf Austausch und weitere Gespräche, um Nachbesserungen zu erreichen. Frank Breitfeld weist daraufhin, dass die Kommunen Einfluss haben und die Reihenfolge der Alarmierung vorhandener Fahrzeuge für ihr Gebiet individuell selbst festlegen können. Eine Aktualisierung sei auf Initiative einer Kommune jederzeit möglich.

Von Jana Brechlin

Lampersdorf wermsdorf 51.2847301 13.038695
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