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Oschatz Finanzminister besucht Schloss Hubertusburg
Region Oschatz Finanzminister besucht Schloss Hubertusburg
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00:26 01.04.2018
Minister Matthias Haß (M.) sprach mit Frank Kupfer (r.) und Matthias Müller über Schloss Hubertusburg. Video vom kleinen Hubertussaal: www.lvz.de/region Quelle: Foto: Jana Brechlin
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Wermsdorf

Dem Einsatz des Meisterkurses im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg steht nichts mehr im Wege. Weil sich die Parkettleger aus der Meisterklasse des Dahleners Steve Klose für ihre Aktion im August den kleinen Hubertussaal ausgesucht hatten, es dafür aber noch kein Raumkonzept gibt, hatte der Landtagsabgeordnete Frank Kupfer (CDU) am Mittwoch den sächsischen Finanzminister Matthias Haß (CDU) eingeladen. Bei einer Führung verschaffte sich Haß einen Eindruck vom Schloss und den Plänen im ausgesuchten Saal und gab sein Okay, die Kosten von schätzungsweise 20 000 Euro für das Raumkonzept zur Verfügung zu stellen: „Das ist eine wunderbare Initiative, wir sollten das umsetzen“, sagte er.

Da das Parkett dem historischen Boden nachempfunden werden solle, brauche man Hinweise, was sich unter den Farbschichten verberge und müsse die Altsubstanz erforschen, sagte Petra Förster vom Sächsischen Staatsbetrieb für Immobilien- und Baumanagement zu den Anforderungen des Denkmalschutzes. Dort muss nun zügig gehandelt werden, damit alle Angaben rechtzeitig vorliegen, ehe im Sommer die Parkettleger dem seit langem ungenutzten Saal im hinteren Schlossflügel einen neuen Boden verschaffen.

Ein Parkettmuster für den Hubertussaal. Quelle: Jana Brechlin

„Das Parkett-Projekt betrifft allerdings den Teil des Schlosses, der – außer zum Tag des offenen Denkmals – aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden darf“, sagte Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass eine solche Aktion Begehrlichkeiten wecke: „Die Menschen wollen das Schloss besuchen und hier etwas sehen.“

Finanzminister Matthias Haß (M.) in Wermsdorf, Schloss Hubertusburg. Quelle: Jana Brechlin

Müller hielt nicht hinterm Berg, dass sich die Akteure vor Ort unbedingt ein Engagement des Freistaates als Besitzer der Immobilie wünschen und verwies auf die große Resonanz, die die Sonderausstellung 2013 erfahren hatte. „Es war unfassbar, was das für die gesamte Region für einen Aufschwung gebracht hat, regelmäßig waren damals auch in Oschatz Hotelbetten ausgebucht.“ Gemeinsam mit den Bürgermeister-Kollegen der Nachbarschaft hoffe er auf eine vergleichbare Dauerlösung. Damals sei es mit relativ geringem Aufwand gelungen, über 83 000 Besucher nach Wermsdorf zu locken, erinnerte Frank Kupfer und fügte hinzu: „Das Schloss hat nicht nur für die Region eine Bedeutung, sondern weit darüber hinaus. Hier wurde europäische Geschichte geschrieben.“

Schloss Hubertusburg Quelle: Axel Kaminski

Trotz aller Bemühungen sei es nicht gelungen, eine dauerhafte Nutzung zu etablieren, bedauerte Matthias Müller, auch wenn der Freistaat seit der Wende Millionenbeträge in Dächer und Fassaden investiert habe. „Ein Teil der Investitionen vergammelt jetzt wieder. Das ist leider auch nicht nachhaltig“, sagte er. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern des Freundeskreises Schloss Hubertusburg bemühe man sich um eine Belebung, stoße dabei aber deutlich an Grenzen. Das bestätigte auch Freundeskreis-Vorsitzender Wolfgang Köhler. „Wir haben einen großen Rückhalt in der Region, das Schloss wird von Menschen jeden Alters angenommen. Aber wir brauchen jetzt dringend eine Professionalisierung.“ Man hoffe sehr, dass sich Finanzministerium und Staatskanzlei der Hubertusburg annehmen, so Müller.

Der kleine Hubertussaal soll einen Parkettboden erhalten. Quelle: Jana Brechlin

Auch wenn Finanzminister Matthias Haß sichtlich angetan war von der Anlage und dem Engagement vor Ort, hielt er sich mit konkreten Zusagen – abgesehen von der Unterstützung für das Raumkonzept – am Mittwoch zurück. „Ich bin beeindruckt vom dem, was ich hier sehe. Man kann ungefähr erahnen, welches Potenzial in dem Schloss steckt“, meinte er und sagte zu, sich mit bereits vorliegenden Konzepten, unter anderem für ein Ausstellungszentrum, zu befassen. „Ich will mir das in Ruhe anschauen“, sagte er und versicherte, man werde von ihm hören. Außerdem sei er weiter mit Frank Kupfer in Kontakt: „Wir führen gute Gespräche.“ Eine Möglichkeit, so der Finanzminister, sei auch, über Sachsen hinaus nach einem Partner zu suchen. Das rechtfertige die kulturhistorische Bedeutung der Anlage und der Hubertusburger Frieden, der den Siebenjährigen Krieg beendete. „Dafür müsste man den Bund gewinnen können“, so seine Überlegung.

Von Jana Brechlin

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