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Oschatz Findling wird in Calbitz zum Wegweiser für Wanderer und Radfahrer
Region Oschatz Findling wird in Calbitz zum Wegweiser für Wanderer und Radfahrer
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06:00 27.09.2016
Wolfgang Hauboldt trägt Farbe in die auf dem Findling eingemeißelte Buchstaben, Zahlen und Pfeile auf. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Calbitz

Den „Weißen Stein“ an einer Weggabelung bei Calbitz gibt es schon lange nicht mehr. Im Frühling vergangenen Jahres sorgten Heimatverein und Jagdgenossenschaft Calbitz dafür, dass die Stelle, an der der Butterweg nach links vom in Richtung Wermsdorf führenden Calbitzer Weg abzweigt, wieder auffällig gekennzeichnet ist. Ein großer Findling markiert seitdem den Abzweig zur flachen Umgehung des Collms.

„Vom Stein sieht man nur rund zwei Drittel“, betont der Oschatzer Steinmetz Volkmar Schmidt, der in der vergangenen Woche mit Wolfgang Haubold vor Ort den acht Tonnen schweren Findling zum Wegweiser veredelt hat. Günstig sei die gute Arbeitshöhe. Man müsse sich weder verdrehen noch von einem Gerüst aus strecken. Handarbeit ist das insofern nicht, weil Wolfgang Haubolds einen mit Pressluft angetriebenen Meißel führt, der von einem mobilen Generator angetrieben wird. Allerdings ist die Schrift echtes Handwerk. „Abgesehen von den Hilfslinien, die ich selbst gezogen habe, sind die Buchstaben und Zahlen freihändig aufgetragen“, erklärt der 59-Jährige. Er habe sich für eine alte Kursivschrift entschieden. Theoretisch könnte man sich dafür mit der Maschine eine Schablone anfertigen und diese auf den Stein übertragen. Wesentlich schneller ginge das aber wahrscheinlich nicht.

Also wurde auf den Stein aus nordischem Granit, den die Eiszeit in die Region transportiert hat, dort, wo die Schrift hin sollte, Schlämmkreide aufgetragen. Auf diesem hellen Untergrund sieht man, anders als das auf dem naturbelassenen Stein der Fall wäre, die Linien, die Werner Haubold aufgetragen hat.

Danach holt er die Buchstaben mit dem Meißel aus dem Stein heraus. „Ich hätte nicht gedacht, dass der Stein so extrem hart ist“, räumt Volkmar Schmidt ein. Mehr Sorgen bereite ihm allerdings, wie verwittert der Findling an manchen Stellen sei. „Da ist beim Meißeln zum Teil mehr weggebrochen als vorgesehen war“, sagt Volkmar Schmidt. Drei bis vier Millimeter tief hat Wolfgang Haubold die Ortsnamen und Entfernungsausgaben in den Findling getrieben. Danach wird die Schrift mit Farbe hervorgehoben. Wenn sie getrocknet ist, kann die Schlämmkreide wieder abgespült werden.

„Ich ziehe den Hut vor den Vereinen, die so eine Mühe auf sich nehmen, um Traditionen zu wahren und alte Wegmarken zu pflegen“, betont Volkmar Schmidt. Da sei es für ihn Ehrensache, nicht um den höchstmöglichen Preis für seine Arbeit zu feilschen: „Es geht nicht immer nur ums Geld.“

Von Axel Kaminski

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