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Firmen präsentieren sich bei Berufsmesse an der Wermsdorfer Mittelschule

Firmen präsentieren sich bei Berufsmesse an der Wermsdorfer Mittelschule

Es hat ein bisschen was von Speed-Dating, wenn die Vertreter von zehn Firmen aller 20 Minuten vor anderen Schülergruppen sprechen. Aber gelegentlich findet jemand dabei auch den richtigen Partner.

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Vanessa und Nico haben das Fahrerhaus des Traktors geentert. Ihre Klassenkameraden bestaunen das Anschauungsobjekt, das die Mutzschener Niederlassung des Technik-Centers Grimma mitgebracht hat.

Quelle: Axel Kaminski

Wermsdorf. Völlig falsch kann das Konzept nicht sein. "Als unser Termin feststand und ich bei den Firmen nachgefragt habe, bekam ich innerhalb einer Stunde sechs Zusagen", berichtet André Wagner, der die Berufsmesse an der Mittelschule Wermsdorf vorbereitet hat. Rund 150 Schüler der Klassen 7 bis 10 bot sich am Freitag die Chance, innerhalb von zwei Stunden mehrere Firmen der Region, die Berufsnachwuchs ausbilden, kennen zu lernen.

"Für die Schüler der Klassen 7 und 8 soll die Veranstaltung eine erste Information bieten", erläutert André Wagner. "Die älteren Jahrgänge beschäftigt das Thema schon etwas konkreter."

Diesen Eindruck bestätigt auch Tobias Brion, der bei der Thiele Glas Werk GmbH Ausbildungsleiter ist. Er hat Flachglasmechaniker, Industriekaufleute, Fachkräfte für Lagerlogistik und Kaufleute für den Groß- und Außenhandel "im Angebot". Er beobachtet: "Den jüngeren Schülern fällt es schwerer, sich zu konzentrieren, da ist das Interesse noch nicht so groß. Je älter die Schüler sind, desto konkreter werden die Fragen." Das Plus der Firma Thiele Glas sei, dass sie nicht ganz normale Berufsbilder und den Umgang mit einem etwas anderen Werkstoff anbietet.

Ähnlich wie das Glaswerk gehört auch die Technik Center Grimma GmbH zu den Stammgästen bei dieser Berufsmesse. Marcel Mannschatz kann ganz anschaulich arbeiten, denn er hat einen Traktor auf dem Schulhof abgestellt. "Die Technik ist schon ein Anziehungspunkt. Allerdings suche ich keine Leute, die Traktor fahren wollen. Unsere Firma braucht Servicemechaniker." Das sei aufgrund der vielen Hydraulik an Bord durchaus anspruchsvoller als der Beruf des Kfz-Mechanikers. Marcel Mannschatz hat die Erfahrung gemacht, dass bodenständige Berufe wenig akzeptiert sind. "Deshalb bin ich ja hier", meint er.

Für Vanessa aus der 7b kommen momentan weder das Glaswerk noch der Traktor in Frage. "Ich habe heute einiges gelernt. Aber mich interessiert eher Nageldesign." Nico hat es bis ins Führerhaus des Traktors geschafft: "Ja, diese Maschinen interessieren mich - und das nicht erst seit heute. Sein Vater ist Metallbauer, da wird auch zu Hause einiges gebastelt und Nico darf da helfen. Kim aus der Klasse 8 möchte gern Erzieherin werden. Drei Firmen stellten sich am Freitag vor, die solche Perspektiven anbieten. "Viel Neues habe ich heute nicht erfahren. Es sind ja auch die gleichen Firmen wie im letzten Jahr." Ihre Klassenkameradin Janine hat noch keine Vorstellung, wohin ihr Berufsweg einmal führen soll. Eine Klarheit hat sie aber gewonnen: "Ich denke, ins Glaswerk möchte ich nicht, aber der Vortrag von AIK war interessant."

"Es ist ein Zufall, dass am gleichen Tag an drei Schulen der Region solche Veranstaltungen stattfinden", meint André Wagner. "Aber wir bekommen unsere Schüler wochentags nicht problemlos nach Mügeln oder am Wochenende nach Oschatz. Also sind wir auf eine eigene Berufsmesse angewiesen. Die Firmen würden damit ganz unterschiedlich umgehen. Für einige sei dieser Freitag der große Berufsberatungstag, andere würden die fehlende Abstimmung zwischen den Schulen bemängeln.

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