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Fladenbrothersteller investiert in Mügeln halbe Million Euro

Wirtschaft Fladenbrothersteller investiert in Mügeln halbe Million Euro

Sonderposten- oder Getränkemärkte sind die typischen Nachnutzungen für alte Supermärkte – wenn sie nicht ganz dem Verfall preisgegeben werden. Dass es auch anders geht, zeigt nach dem Einzug eines Fischverarbeiters in Wermsdorf nun auch ein Investor in Mügeln. Er investiert rund eine halbe Million Euro, damit aus dem alten Netto eine ganz spezielle Bäckerei wird.

Manuela Erfurth, Investor Achmad Darwich und Techniker Mohamed Kayari (v.l.) an der Backstraße im alten Netto-Markt

Quelle: Dirk Hunger

Mügeln. Im November 2010 gingen im 1996 eröffneten Netto-Markt an der Bahnhofstraße die Lichter aus. Bereits seit ein paar Wochen sind sie wieder an. Zunächst nur, damit die Monteure etwas sehen können. Geht es nach den Plänen von Investor Achmad Darwich, soll hier bereits Mitte September die Produktion von Fladenbroten anlaufen.

Der Syrer betreibe schon seit „einigen Jahren“ eine Fladenbrotbäckerei in Leipzig. Dort habe er eine Möglichkeit gesucht, zu wachsen, habe insbesondere die Lagerfläche erweitern wollen. In Leipzig sei nicht Passendes zu finden gewesen. Um die zu kleine und nicht mehr moderne Anlage in Leipzig außer Betrieb nehmen zu können, dehnte Achmad Darwich seine Suche aus, sprach seinen Bedarf bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises Nordsachsen an, die wiederum die Kommunen über diese Suche informierte.

Die neue Produktionsstätte sollte mindestens 700 Quadratmeter groß sein. So groß war allein schon die Verkaufsfläche des alten Supermarktes in der Mügelner Bahnhofstraße. Insgesamt stehen dort rund 1000 Quadratmeter zur Verfügung.

Neue Backmaschine kommt aus der Türkei

Die neue Backmaschine, eine syrische Entwicklung, die in der Türkei hergestellt wurde, ist bereits zum größten Teil aufgestellt. Dafür ist Techniker Mohamed Kayari zuständig, dessen Cousin die Anlage entwickelt hat. „In dieser Woche wird der Ofen angeschlossen und die Brenner eingestellt“, erläutert Manuela Erfurth, Mitarbeiterin in Achmad Darwichs Firma, die außerdem eine Reihe von Immobilien in Leipzig verwaltet und schon deshalb dort ihr Büro behalten werde.

„Wir arbeiten ausschließlich auf Bestellung unserer Kunden“, betont der Investor. Das seien neben arabischen Lebensmittelgeschäften, Imbissbetreibern und Moscheerestaurants auch deutsche Caterer. Bisher stelle man im Durchschnitt täglich 8000 Beutel mit je sechs Fladenbroten her, wolle aber wachsen.

Bäckerei mit acht Beschäftigten

In Leipzig habe die Bäckerei bisher acht Mitarbeiter beschäftigt. Weniger würden es in Mügeln nicht sein. Achmad Darwich investiert rund eine halbe Million Euro in den Umzug. Eine Förderung nehme er dafür nicht in Anspruch.

Im Markt, der länger als fünf Jahre leer stand, seien umfangreiche Anforderungen der Lebensmittelaufsicht zu erfüllen. „Das überrascht uns nicht, da wir uns schon vor dem Abschluss des Mietvertrages danach erkundigt haben, was wir erledigen müssen“, unterstreicht Manuela Erfurth. Dazu gehöre der Austausch der Decken, die abwaschbar sein müssten. Damit die Lieferfahrzeuge bis fast ans Lager heranfahren können, wurde ein Fenster des Marktes durch ein Rolltor ersetzt. In Lieferfahrzeuge investiere Achmad Darwich bei dieser Gelegenheit ebenfalls. Neben der Backanlage werden in der Halle zwei Kneter sowie ein 18 Tonnen fassendes Mehlsilo aufgebaut.

Investor denkt über Umzug nach Mügeln nach

Der Gedanke, selbst von Leipzig nach Mügeln umzuziehen, sei ihm schon durch den Kopf gegangen, sagt der Investor auf Nachfrage. „Das ist eine schöne ruhige Stadt. Ich habe hier schon viele nette, hilfsbereite Leite kennen gelernt“, erklärt der Syrer, der schon seit 30 Jahren in Deutschland lebt.

Ein vor-Ort-Verkauf von frischem Fladenbrot sei zunächst nicht geplant. Darüber könne man aber noch einmal nachdenken, wenn die Anlage laufe. Platz dafür sei ausreichend vorhanden.

Von Axel Kaminski

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