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Oschatz Flammender Hass
Region Oschatz Flammender Hass
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17:34 26.08.2013

In der Zeugenvernehmung wurde aber klar, dass ihn flammender Hass auf die Zeugen Jehovas angetrieben haben muss. Richter Rüdiger Harr hofft nun, dass der morgige zweite Verhandlungstag Klarheit bringt.

Von Frank Hörügel

Das hellblaue Shirt spannt sich über seinem muskulösen Oberkörper, beide Arme sind großflächig tätowiert. Nachdem die beiden Justizbeamten Robert L. im Saal des Leipziger Landgerichtes die Handschellen abgenommen haben, rollt der Oschatzer seine Schultern - wie vor einem Kampf.

Zum Kampf kommt es gestern nicht - auch nicht zu einem verbalen Schlagabtausch. Nur einmal äußert sich der Angeklagte kurz. "Zutreffend" seien die Aussagen in seinem schriftlichen Geständnis, das dem Gericht vorliegt. Der drogenabhängige Oschatzer hat in einem kurzen Schriftsatz eingeräumt, am 27. Februar im Gemeindehaus der Zeugen Jehovas eine Scheibe zerstört und durch das Loch einen Brandsatz geworfen zu haben. Einen Tag später hatte er dann versucht, die Eingangstür des Gebäudes in Brand zu setzen. In letzter Minute konnten Polizisten ein Ausbreiten der Flammen verhindern (wir berichteten). Nach Angaben der Zeugen Jehovas soll an dem Gebäude ein Schaden von rund 10 000 Euro entstanden sein. Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller wirft dem Angeklagten, der seit dem 2. März in Leipzig in Untersuchungshaft sitzt, deshalb schwere Brandstiftung vor (Mindeststrafe ein Jahr Gefängnis).

Fünf Polizistinnen und Polizisten, die den Angeklagten nach den beiden Brandanschlägen vernommen oder den Tatort untersucht hatten, wurden gestern als Zeugen gehört. Bei zwei Vernehmungen hatte sich Robert L. auch dazu geäußert, wie er zu den Zeugen Jehovas steht. Bei der Befragung durch eine 37-jährige Beamtin habe er die Mitglieder der Religionsgemeinschaft als Kinderschänder bezeichnet, die zudem meist eine lange Stasi-Vergangenheit hätten. Bei der Vernehmung durch einen 33-jährigen Polizisten soll der Angeklagte wörtlich gesagt haben: "Das sind alles Rattenköpfe, die sind scheinheilig." Aus welchem Grund er die Mitglieder der Religionsgemeinschaft so flammend hasst, das habe Robert L. nicht gesagt. Sein Verteidiger sagte gestern, dass sich sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt zu seiner Motivation äußern werde.

Ob der mehrfach vorbestrafte Angeklagte zum Tatzeitpunkt unter Drogeneinfluss gestanden hat, konnte gestern nicht eindeutig geklärt werden. Ein Drogentest wurde bei ihm nicht vorgenommen, räumten die Polizisten ein.

Am morgigen Verhandlungstag soll sich entscheiden, ob Robert L. zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wird, in Sicherungsverwahrung kommt oder in einer psychiatrische Einrichtung untergebracht wird. "Darüber entscheidet seine psychische Verfassung zum Tatzeitpunkt", sagte Richter Harr gestern. Ein psychiatrischer Gutachter soll dabei helfen, die Gemütsverfassung von Robert L. beurteilen zu können.

Nach monatelanger Ruhepause soll nun auch Bewegung in den zweiten Brandstifterprozess zum Königreichssaal der Zeugen Jehovas kommen. Bereits vor drei Jahren gab es hier eine Serie von Brandanschlägen. Der Gemeindesaal fiel schließlich nach einem Feuer am 9. Juni 2010 in sich zusammen. Der Prozess gegen drei mutmaßliche Brandstifter vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Leipzig wurde mehrmals verschoben. Richter Stefan Blaschke sagte gestern auf OAZ-Anfrage, dass der Prozess Ende September fortgesetzt werden soll.

Frank Hörügel

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