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Forstexperten: Jeder darf im Wald Pilze für den eigenen Kochtopf sammeln

Forstexperten: Jeder darf im Wald Pilze für den eigenen Kochtopf sammeln

Den sächsischen Wäldern geht es gut. Zu diesem Ergebnis sind die Vertreter der Forstämter der sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte gekommen, die sich jetzt in Wermsdorf getroffen haben.

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Geben und Nehmen: Der Steinpilz lebt in Symbiose mit Fichten.

Quelle: Lichtenberger

Region Oschatz. Von Alexander Bley

"Die Waldfläche nimmt zu und die Farbe wandelt sich von Dunkel- zu Hellgrün", zieht Christoph Schurr , Sprachrohr des Treffens, eine positive Bilanz. Damit zeigt das vermehrte Anpflanzen von Laubbäumen langsam Erfolg. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels gilt es, die Baumbestände durch Artenvielfalt zu stabilisieren. "Das ist eine Jahrhundertaufgabe", fügt Schurr beim Treffen mit seinen 13 Kollegen an. "Allerdings sind Schutz und Erhalt Aufgabe des Waldbesitzers. Und der muss das aus eigener Tasche zahlen", sagt Schurr. Demgegenüber steht das Jedermannsrecht. Der Name sagt es schon: Wälder dürfen ohne spezielle Genehmigung von allen betreten werden.

Gerade in der Pilzsaison kann es deswegen zu Konflikten kommen. "Jeder hat das Recht, für den eigenen Bedarf etwas zu entnehmen", erklärt der Bautzner Schurr, "aber Pilze gehören zum Ökosystem Wald, genauso wie gewisse Bäume und Sträucher." Ergo: Wird zu viel entnommen, leidet das gesamte System. "Es geht nicht darum, dem Mütterchen mit kleinem Handkorb die Pilze wegzunehmen", beschwichtigt Christoph Schurr, "nur gegen die, die im großen Stil, also gewerblich sammeln." Und das ist in jedem Fall schwer nachweisbar, weiß auch Markus Bachmann von der Unteren Forstbehörde des Landkreises Nordsachsen. Meistens genügt aber ein kurzes Gespräch, in dem die Förster und Waldarbeiter die Sammler aufklären, wie sie sich zu verhalten haben.

Der Dahlener Bachmann zieht für die 42 400 Hektar große Waldfläche des Landkreises, wie sein Kollege Schurr für ganz Sachsen, eine überwiegend positive Bilanz. Deswegen sorgte ein Mitteilung der Grünen kürzlich bei den Experten für Unmut. Demnach sei der nordsächsische Wald um 500 Hektar geschrumpft. "Das ist gar nicht möglich, weil für jede gerodete Fläche in der gleichen Größe eine neue entstehen muss", sagt der Forstamtmann. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr haben im Frühling außerdem deutlich weniger Schädlinge, sogenannte Eichenfraßgesellschaften, den Bäumen das Leben erschwert. Allerdings gibt es diesbezüglich auch weniger gute Entwicklungen - Stichwort Eichen-Prozessionsspinner. "Der ist weiter auf dem Vormarsch, bewegt sich von Sachsen-Anhalt Richtung Süden", konstatiert Bachmann. Die Raupe des Nachtfalters ist ein Schädling. Deren giftige Brennhaare können starke Hautreaktionen beim Mensch auslösen.

Über den Landkreis hinaus hat im Freistaat die langanhaltende Dürre mitsamt der Hitzewelle dem Wald zugesetzt. Dementsprechend mehr Kiefern sind von Borkenkäfern befallen. Zudem wurden mehr Waldbrände als im vorigen Jahr verzeichnet. Allein in Nordsaschen stieg deren Zahl von vier auf zwölf. 4,5 Hektar, etwa viereinhalb Fußballfelder, wurden so zerstört. Dass die Zerstörung nicht größer ausfiel, führt Markus Bachmann auf das neue kameragestützte Überwachungssystem zurück. Bisher wurden Waldbrände per Fernglas lokalisiert. © Kommentar

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 11.09.2015

Alexander Bley

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