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Oschatz Frank Reichel: Jeder Bürger der Collm-Region sollte einen Rauchmelder haben
Region Oschatz Frank Reichel: Jeder Bürger der Collm-Region sollte einen Rauchmelder haben
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07:00 13.10.2017
Frank Reichel zeigt die neuen Flyer zur Aktion „Rauchmelder retten Leben“. Quelle: Foto: Kristin Engel
Lampersdorf

Heute ist Rauchmeldertag – und das ausgerechnet an einem Freitag, dem 13. „Genau dieses Datum ist beabsichtigt. Denn auch, wenn es nur Aberglaube ist, dass an diesem Tag schlimme Dinge geschehen, ist es Tatsache, dass in Deutschland pro Jahr im Durchschnitt 200 000 Wohnungsbrände passieren. Bis zu 800 Menschen sterben jedes Jahr bei einem solchen Brand. 6000 Bürger erleiden pro Jahr schwere lebensbedrohliche Verletzungen, mit denen sie ihr ganzes Leben zurecht kommen müssen. Die Wehren im Landkreis Nordsachsen rücken im Jahr 2016 insgesamt 223 zu Gebäudebränden, davon 61 Wohnungsbränden, aus. Mit dem Einsatz von Rauchmeldern, könnte dies Zahl reduziert werden“, sagt Frank Reichel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes TorgauOschatz aus Lampersdorf.

Wohnungseigentümer stärker für Rauchmelder interessieren

Durch seine Tätigkeit als Kreisbrandmeister und seine berufliche Tätigkeit als Rettungsassistent kann er gut einschätzen, wie gefährlich es sein kann, ohne Rauchmelder zu leben. Er selbst hat sechs Rauchmelder in seinem Haus angebracht. Übertrieben? „Auf keinen Fall“, betont der erfahrene Feuerwehrmann. Man könne nie genug Sicherheit haben. Und genau das versuchen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr nicht nur am heutigen Rauchmeldertag den Bürgern zu vermitteln. So wurde rechtzeitig vor dem Tag eine neue Plakatkampagne gestartet. Diese hat das Ziel, Haus- und Wohnungseigentümer stärker für das Thema Rauchwarnmelder zu sensibilisieren. Seit dem 1. Januar 2016 besteht bei Neubauten eine Rauchmelderpflicht. Und bei Bestandsbauten? Auch hier ziehen einige Bundesländer nach. Doch Sachsen? Fehlanzeige! Hier besteht weiterhin keine Rauchmelderpflicht für Bestandsbauten. Für den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands Torgau-Oschatz und stellvertretenden Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes unverständlich. So fordert der Landesfeuerwehrverband: „Eigentum verpflichtet! Jetzt ausstatten und Rauchmelder regelmäßig prüfen!“

Greller Signalton für den Ernstfall

Von den etwa 800 Personen, die bei Bränden in Deutschland jährlich ums Leben können, befand sich der Großteil von ihnen in Privathaushalten. Die Ursachen für die Brände seien hier jedoch nicht vorwiegend Fahrlässigkeit, sondern meistens technische Defekte, die den Brand ausgelöst haben. Statistiken belegen, dass die meisten Brände zwischen 19 Uhr und 7 Uhr ausbrechen. Die meisten Brandtoten seien zwischen 23 und 7 Uhr zu verzeichnen. „Die meisten Brandtoten fallen jedoch nicht den Flammen zum Opfer“, sagt Frank Reichel. Es seien viel mehr die Rauchgase, die während der Schwelbrandphase entstehen, die letztendlich zum Tod führen. „Es sind etwa 95 Prozent der Brandtoten, die an einer Rauchvergiftung durch die geruchlosen Gase Kohlenmonoxid und Kohlendioxid sterben. Wenige Lungenfüllungen reichen da bereits aus. Während des Schlafes, funktioniert auch der Geruchssinn des Menschen nicht. So wird der Brandgeruch meistens nicht wahrgenommen. Hier helfen die Rauchmelder, die einen grellen Signalton aussenden. Dennoch sind gerade einmal sieben Prozent aller deutschen Haushalte mit einem Rauchmelder ausgestattet. Zum Vergleich: In Großbritannien sind es 75 Prozent“, so Frank Reichel.

Mit der neuen Kampagne wollen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren auch in diesem Jahr wieder auf die Gefahren eines Wohnungsbrandes und auf fehlende Rauchmelder aufmerksam machen, um durch diese Informationen die Bürger dazu zu bewegen, in den eigenen vier Wänden Rauchmelder zu installieren.

Von Kristin Engel

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