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Oschatz Frau Suchi sagt "Auf Wiedersehen" - zum Abschied gibt es Rosen
Region Oschatz Frau Suchi sagt "Auf Wiedersehen" - zum Abschied gibt es Rosen
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16:54 28.08.2014
Die scheidende Erzieherin Gerlinde Sucher auf der Ruhestandsbank, umringt von "ihren" großen Spatzen, den Schulanfängern Florian Aust (links), Amelie Spielmann, Lizzy Michelle Saack, Leni Förster (hinten von links), Jessy Heike Lieback und Louisa Rudolph (vorn von links). Quelle: Christian Kunze

Die Jungen und Mädchen der Einrichtung verabschieden sie auf ihre eigene Art und Weise - mit einem Programm voller Lieder und Tänze auf der Terrasse unter dem Walnussbaum - das Wetter erlaubt es. Die Freude darüber ist ihr anzusehen, und als der Abschied näher rückt, fließen Tränen bei Kolleginnen, Kindern und den Eltern ebenfalls.

"Frau Sucher zeichnet sich durch ihre ruhige Art aus. Sie ist gerecht, aber auch streng zu den Kindern, wenn es sein muss. Und wenn sie mal einen schlechten Tag hatte, ließ sie das keinen spüren", sagt Mutter Steffi Radeck über die Erzieherin, die die vorangegangenen sieben Jahre zur Naundorfer Spatzenfamilie gehörte. "In dieser Zeit habe ich hin und wieder etwas lauter piepen müssen, um den Kindern ihre Grenzen aufzuzeigen. Auch das ist notwendig", so die 63-Jährige. Die Rechauerin erkannte erst im zweiten Anlauf, dass Kinderbetreuung ihre Berufung ist. Nach Studium und einigen Jahren Tätigkeit im Bereich Melioration und Pflanzenproduktion begann sie nach erneuter Ausbildung 1983 in Oschatz als Erzieherin. Erste Station war der Kindergarten "Pittiplatsch". Nach der Wende und einer Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin leitete sie die Einrichtung "Kunterbunt", bis diese in städtische Trägerschaft überging. Seit 2007 ist die Mutter dreier Kinder der kreative Kopf im Team. "Aus Alt mach Neu" ist ihr Credo, mit einfachen Mitteln "zaubert" sie Besonderes - zum Beispiel die Gardinen in der Tagesstätte. Das sind allesamt Unikate.

"Ich habe bei Suchi gelernt, wie man selber Kissen näht", erinnert sich Lizzy Saack. "Ich fand es immer am schönsten, wenn sie mit uns Papiervögel gefaltet hat", sagt Leni Förster. Und Amelie Spielmann schwärmt von den Lavendelblumen aus den Händen Gerlinde Suchers. "Die duften immer so toll."

Kollegin Ingrid Kernche fällt Gerlinde Sucher mit den Worten "Vielen Dank für das Lächeln, dass du uns jeden Tag geschenkt hast", um den Hals. "Wir haben uns ohne Worte verstanden, ein Blick in die Augen der Anderen genügt schon, um zu wissen, ob wir einer Meinung sind. Das ersparte manche Diskussion", schätzt Kollegin Ute Schreiber an ihr.

Ein Abschied für immer wird es nicht. "Ich komme bestimmt mal wieder vorbei geflattert", sagt Gerlinde Sucher, die es sich auch am letzten Tag nicht nehmen lässt, die Kindertische nach dem Frühstück selbst abzuwischen. Ab heute macht sie das nicht mehr, dafür hat sie mehr Zeit: Das dritte Enkelkind ist unterwegs, der heimische Garten wird gepflegt und ab und zu der Koffer gepackt. Das nächste Ziel für sie, ihren Mann und das Wohnmobil ist der Bodensee.

Die Nachfolgerin für Gerlinde Sucher ist schon gefunden. Die neue Erzieherin ist keine Unbekannte: Am Montag beginnt Carolin Sperl ihren Dienst im "Spatzennest". Die 27-Jährige hat bereits mehrere Praktika in Naundorf absolviert. Ihr wird es also nicht sehr schwer fallen, sich im Haus einzuleben.

Christian Kunze

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