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Oschatz Freiwillige packen mit an: Alte Mügelner Mädchenschule wird Museum
Region Oschatz Freiwillige packen mit an: Alte Mügelner Mädchenschule wird Museum
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06:00 20.03.2017
Freiwillige packen in der Alten Mädchenschule an, um die neuen Ausstellungsräume fürs Heimatmuseum herzurichten. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Mügeln

Es riecht nach Farbe in einem Teil der unteren Räume der einstigen Alten Mädchenschule am Mügelner Schulplatz. Sieben Männer und eine Frau sind an diesem Sonnabend dabei, an die Wände einen neuen Anstrich zu bringen. „Bis gestern waren es 105 Arbeitsstunden, die geleistet wurden, damit wir unser Ziel erreichen“, berichtet Andreas Lobe, ehrenamtlicher Leiter des Mügelner Heimatmuseums und Vorsitzender des Heimatvereins. Drei der Räume sollen bis zum 21. Mai Ausstellungsräume für das Heimatmuseum werden.

Quasi wird damit der Auftakt gegeben, die einstige Mädchenschule in ein Museum zu verwandeln. Das Konzept dafür ist erarbeitet. „In Nachbarschaft befinden sich Räume des Seniorenvereins, die wir zum Teil vor allem an den Wochenende auch mitnutzen wollen“, blickt Lobe voraus. In der Woche über treffen sich die Senioren zum Kaffeetrinken, am Wochenende zu den Museumsöffnungszeiten sollen dann Besuchern an gleicher Stelle auch die Möglichkeit haben, mal einen Kaffee zu trinken oder einen Snack zu verzehren. In der Stadt gebe es für Gäste am Wochenende kaum tagsüber derartige Angebote. „Wir wollen damit eine Lücke schließen“, so Lobe.

Von Reformation bis zur Kirchenmusik

Was in den drei neuen Ausstellungsräumen gezeigt werden soll, steht schon fest. Ein Raum wird sich dem Thema Reformation insbesondere unter kirchenmusikalischen Aspekten widmen. „In Mügeln wurde 1505 die älteste katholische Kantorei und 1553 die drittälteste evangelische Kantorei in Sachsen gegründet. Das Mügelner Kantoreiarchiv kann lückenlos zurückverfolgt werden“, erzählt Lobe. Ein weiterer Raum soll an die Familie Schmorl erinnern, deren berühmtestes Mitglied Christian Georg Schmorl auf dem Gebiet der Pathologie in Dresden wirkte und Weltruhm erlangte. Peter Schmorl, einer der Nachfahren, stellt Einrichtungsgegenstände und andere Materialien aus dem Nachlass zur Verfügung. Zudem wurde beim Archiv der TU Dresden angefragt, ob sie die künftige Schmorl-Ausstellung im Museum mit Dokumenten unterstützen könnten. Das Archiv verwaltet den wissenschaftlichen Nachlass des Pathologen. Im dritten Raum wollen Mitglieder des Fördervereins Wilder Robert Dokumente ausstellen, die die enge Entwicklung der Königlich Sächsischen Eisenbahn und der Mügelner Industriegeschichte bis 1918 verkörpern.

Vereinsübergreifend wird angepackt

Inzwischen sind die Decken weiß gestrichen und auch ein Teil der Wände strahlt neu dank der Helfer. Die kommen übrigens nicht nur aus den Reihen der Heimatfreunde. Vereinsübergreifend wird gearbeitet und so sind an diesem Vormittag auch Mitglieder des Stadtmarketings und vom Motorsportclub der Stadt im Einsatz. Fachkompetenz steuert Frank Nollau als Maler und zugleich Vorsitzender des Motorsportclubs Mügeln bei. Geld, beispielsweise für Farbe kommt von Spendern. So hat Jan Seelig, der im Heimatverein wie auch im Förderverein Wilder Robert Mitglied ist, historische Fotokarten anfertigen lassen, deren Verkaufserlös der Renovierung zu Gute kommt.

Ziel ist übrigens, dass am 21. Mai die Räume eröffnet werden. Ob es gelingt, kann noch nicht eingeschätzt werden.

Von Bärbel Schumann

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