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Freizeitzentrum in Oschatz steht auf der Kippe

Dämpfer für Jugendarbeit Freizeitzentrum in Oschatz steht auf der Kippe

Dunkle Prognose für eines der beiden Jugendhäuser in der Oschatzer Lichtstraße: Die Stadt teilte jetzt mit, die Zusammenarbeit mit dem Verein Freizeitzentrum in der gleichnamigen Einrichtung zu beenden und den Betrieb des Hauses neu auszuschreiben. Beim Vereins selbst gibt man sich optimistisch, will nicht aufgeben und sich an der neuen Ausschreibung beteiligen.

Da war die Welt noch in Ordnung: Beim Oktoberfest des Freizeitzentrums Oschatz vergangenes Jahr feierten viele junge Besucher ausgelassen miteinander.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Es ist still geworden um das Freizeitzentrum in der Lichtstraße 2. Die Stadtverwaltung teile gestern mit, die Zusammenarbeit mit dem Träger, der im Haus offene und aufsuchende Jugendarbeit anbietet, zum Jahresende zu beenden und den Betrieb neu auszuschreiben.

Seit 2014 hat der Verein „Freizeitzentrum Oschatz“ dort sein Domizil. Dies ist das Ergebnis einer Neuausrichtung der städtischen Jugendarbeit. Damals wurde die Gesamtzahl der Fachkraftstellen reduziert, was bedeutete, dass das ehemals in der Lichtstraße 2 befindliche Jugendhaus „Grünes Sofa“ aufgelöst wurde und sich die Angebote in der Lichtstraße konzentrieren – zentrumsnah und unmittelbar gegenüber dem zweiten Jugendzentrum E-Werk. Für das Freizeitzentrum hieß das: eine Verlagerung der Zielgruppe von vorher 6- bis 14-Jährigen hin zu den 10 bis 16-Jährigen.

Gründe für die verfrühte Information an den Träger und die Öffentlichkeit sind laut dem städtischen Jugendarbeiter René Werner, dass der Verein seit der Neuausrichtung die Vorgaben, Hinweise und Ziele nur mangelhaft umgesetzt hat. „Nicht zufriedenstellend ist, dass der Träger nur ansatzweise bedarfs- und zielgruppengerechte Angebote unterbreitet hat“. Damit einher gehe eine „erschreckend geringe“ Besucherzahl von 227 Jugendlichen im ersten Halbjahr 2016. Zwar gibt es einen Facebookauftritt, aber keine Internetseite. Schließlich, so Werner, sei das neu angekündigte Raumkonzept nicht zufriedenstellend und bedarfsgerecht in die Tat umgesetzt worden - dem Mitgliedern schwebte ein Fitnessraum vor, so Werner. Dieser erfülle jedoch, unabhängig davon, dass er nicht zu den wesentlichen Inhalten der öffentlichen Jugendarbeit gehört, nicht die notwendigen Sicherheitsbestimmungen.

Martina Bachnick, Vorstandsvorsitzende des Trägervereins, erklärte gestern auf Nachfrage, dass man sich sehr wohl um Öffentlichkeitsarbeit bemüht habe. Davon zeugten der Facebookauftritt, Flyer, Zeitungsartikel und der Schaukasten am Tor des Jugend-Domizils. Eine eigene Internetseite sei zum einen nicht finanzierbar für die nur elf Vereinsmitglieder und zum anderen sei die Zielgruppe via Facebook besser erreichbar.

Erschwert wird die Arbeit im Freizeitzentrum dadurch, dass die Fachkraft Claudia Zschoke schwangerschaftsbedingt ihre Aufgabe nicht mehr wahrnehmen kann. „Wir stemmen die Öffnungszeiten ehrenamtlich und können mit zwei Mitgliedern die regelmäßig und drei, die gelegentlich kommen, nicht mehr als Dienst nach Vorschrift machen“, so Martina Bachnick. Ein Ferienprogramm habe man zwar gemeinsam erarbeitet, aber ohne Fachkraft im Haus ließe sich das nun mal nicht in die Tat umsetzen.

Die Vereinschefin und ihr Team sind fieberhaft auf der Suche nach einer neuen Fachkraft, um die Angebote im Haus wieder auf sichere Füße zu stellen. „Gerade sind uns die Hände gebunden. Wir würden denen, die regelmäßig da sind, gerne mehr anbieten“, sagt sie. An eine Auflösung des Vereins sei jedoch nicht zu denken. „Wir machen weiter und werden uns auch an der angekündigten Ausschreibung beteiligen“, kündigt Bachnick an.

Von Christian Kunze

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