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Oschatz Freundeskreis-Chef lädt zu Hubertusburger Friedensgesprächen
Region Oschatz Freundeskreis-Chef lädt zu Hubertusburger Friedensgesprächen
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13:22 08.09.2018
Wolfgang Köhler (rechts) warb zuletzt bei der Parkettübergabe im Schloss Hubertusburg für die Friedensgespräche. Quelle: Jana Brechlin
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Wermsdorf

Die 7. Hubertusburger Friedensgespräche rücken näher: Am 14. und 15. September wird zum Zuhören und Mitreden nach Wermsdorf eingeladen. Der Vorsitzende des Freundeskreis Wolfgang Köhler spricht über den Anspruch an die Tagung, Angebote für Jugendliche und verrät, warum sich ein Besuch lohnt.

Bei den Friedensgesprächen vor zwei Jahren sollte alles deutlich jünger und frischer werden, unter anderem gab es eine sehr große Resonanz auf den Wettbewerb zum Jugendfriedenspreis. Welchen Anspruch an die Tagung haben Sie in diesem Jahr?

Unser Anspruch ist es, den Friedensgedanken, der mit dem Hubertusburger Frieden von 1763 gesät wurde, weiter am Leben zu halten. „Peace and Love“ sind doch Themen, die besonders junge Menschen interessieren und genau die wollen wir erreichen, zum Beispiel mit dem Jungendfriedenspreis und einem Schirmherrn wie Sebastian Krumbiegel. Generell sind wir sehr bestrebt, den Freundeskreis für neue, junge Mitglieder attraktiv machen. Die Möglichkeiten, sich in Hubertusburg zu engagieren, sind gerade für junge Leute vielgestaltig. Musikveranstaltungen, Poetry-Slams, Festivals, Sommercamps – jede neue Idee ist willkommen und hat meine volle Unterstützung. Die Programmkommission des Freundeskreises hat ein sehr ansprechendes Programm auf die Beine gestellt hat. Ein solches Projekt ist für ehrenamtlich Aktive eine große Herausforderung, und ich bin dafür sehr dankbar. Am schönsten ist es deshalb, wenn hinterher alle zufrieden und voller neue Impulse nach Hause gehen.

Wie gelingt der Spagat zwischen dem Anspruch, dem historischen Friedensort gerecht zu werden und dem Wunsch, viel Publikum zu erreichen?

Das Interesse an der Hubertusburg als historischer Friedensort ist ungebrochen. Jedes Jahr kommen tausende Besucher, nicht nur aus unserer Region, sondern weit darüber hinaus, die von unseren ehrenamtlichen Gästeführern bestens informiert werden. Insofern werden wir diesen Anspruch schon lange gerecht. 

Bisher waren die Vorträge zu den Hubertusburger Friedensgespräche häufig sehr wissenschaftlich geprägt, was haben Sie in diesem Jahr geplant?

Es geht uns bei den Friedensgesprächen auch, aber nicht nur um die geschichtlichen Zusammenhänge, sondern vielmehr um den Friedensgedanken an sich. Plötzlich ist Frieden etwas, was uns alle angeht: Wie steht es eigentlich mit dem friedlichen Zusammenleben in der Nachbarschaft, der Familie oder am Arbeitsplatz? Was ist unsere Einstellung zu Geflüchteten?  Menschen wie Ali Can mit seiner „Hotline für besorgte Bürger“, Dr. Roland Löffler, Theologe und Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, oder Professor Gerhard Ehninger, Mitbegründer des „Bündnisses Dresden.Respekt“, werden zu diesen und anderen Themen Stellung beziehen. Ich bin sicher, das werden spannende Diskussionen. Auch die Religionen kommen zu Wort in der bewährten „Statio für den Frieden“ in der Schlosskapelle als krönenden Abschluss der Veranstaltung.

Wie sehr ist die Veranstaltung mittlerweile im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert - muss man noch groß erklären, was es mit den Friedensgesprächen auf sich hat?

Dies sind die siebten Hubertusburger Friedensgespräche in 14 Jahren. Ich denke, da kann man schon von einem festen Bestandteil der Arbeit des Freundeskreises reden, der vielleicht nicht ausschließlich, aber wesentlich zur Auszeichnung der Hubertusburg als „Politischer Ort in Sachsen 2017“ durch die Landeszentrale für politische Bildung geführt hat. Trotzdem würde ich mir sehr wünschen, dass viel mehr Menschen der Region den 15. September fest einplanen würden für einen Besuch der Hubertusburg und für die Teilnahme an den Friedensgesprächen. Ich bin absolut sicher, dass dies niemand bereuen wird.

Wie war die Resonanz auf den Jugendfriedenspreis?

Wie vor zwei Jahren war die Beteiligung auch dieses Mal wieder großartig. Die Juroren hat hatten die Qual der Wahl unter 30 wunderbaren Einsendungen. Es wird fünf Preisträger in zwei Altersgruppen geben, die am 14. September unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Ministerium für Kultus ihre Werke präsentieren werden. Weiterhin werden wir wieder besonders aktive Schulen ehren und erstmals einen Publikumspreis vergeben.

Wie wird die Tagung umgesetzt, welche Rolle spielt die Unterstützung durch andere?

Die Friedensgespräche wären ohne die Unterstützung Dritter nicht möglich. Besonders hervorheben möchte ich die Unterstützung durch das Sächsische Zweistromland-Ostelbien, die Landeszentrale für politische Bildung und den Rotary Club ‚Katharina-von-Bora‘ Torgau Oschatz sowie einer Reihe regionaler Sponsoren. Ein herzlicher Dank geht auch an die Kooperationspartner der Hochschule Zittau/Görlitz und die Partnerschaft für Demokratie in Nordsachsen. 

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr am meisten, was können Sie besonders empfehlen?

Die Darbietungen der Preisträger des Jugendfriedenspreises am Freitag sind immer ein ganz besonderes Erlebnis. Ich persönlich freue mich auf die Vorträge am Samstag – so etwas erlebt man nicht alle Tage – und natürlich auf den Auftritt vom ‚Prinzen‘ Sebastian Krumbiegel. Ich hoffe es kommen viele Ihrer Leser, um das mit zu erleben! 

Anmeldung ab sofort unter E-Mail kontakt@freundeskreis-hubertusburg.de Informationen: Tel. 0174 9297006

Von Jana Brechlin

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