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Oschatz Friedensgebet und NPD-Demo in Oschatzer Innenstadt
Region Oschatz Friedensgebet und NPD-Demo in Oschatzer Innenstadt
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10:08 13.10.2015
Friedensgebet für Miteinander und Toleranz in der St. Aegidienkriche: Rund 300 Menschen aus Oschatz und Umgebung setzen ein Zeichen gegen Ausgrenzung. Quelle: DH
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Oschatz

Hierher kamen rund 500 Bürger aus unterschiedlichen Beweggründen. Es gab Leute, die nichts gegen Ausländer haben, wie sie sagten, „aber mit der Asylpolitik nicht zufrieden sind“. Das betonten die Oschatzer Reinhard Geißler und Helfried Richter. Auch Wallfried Heinicke aus Thalheim unterstrich, dass es ihm nicht um die Flüchtlinge gehe, sondern um die Politik, die „über die Köpfe der Menschen hinweg“ gemacht werde.

An den Türmen der St. Aegidienkirche war auf riesigen Bannern „Refugees welcome“ („Flüchtlinge willkommen“) zu lesen. Auf dem Kirchplatz hatte sich eine Gruppe von etwa 50 Linken und deren Sympathisanten versammelt, die während der Kundgebung ihre Meinung in Sprechchöre fassten. Der Oschatzer Linken-Stadtrat Christof Beeger sagte, dass „wegen der Flüchtlinge hier niemand den Gürtel enger schnallen muss“.

Der anderen Teilnehmer waren NPD-Mitglieder und Sympathisanten. Gesprochen haben der Landesvorsitzende Jens Baur, der nordsächsische NPD-Kreisvorsitzende Jens Gatter sowie Jürgen Gansel, der zehn Jahre bis 2014 für die NPD im Landtag saß. Aussagen wie: „Wir geben Geld aus, das wir gar nicht haben“, zum Beispiel zum Bau von Kita, „Staatsversagen“ oder „Eure dumme Moral“, „Schert Euch zum Teufel“ – an die Bundesregierung gerichtet – lösten immer wieder Applaus aus. Die Veranstaltung verlief ruhig. Dazu trug sicher die Anwesenheit der Polizei bei.

„Die da draußen gehören zu uns, wir müssen uns nicht zu ihnen stellen, wir dürfen sie aber auch nicht ignorieren“, sagte Pfarrer Markus Gnaudschun über die Demo-Teilnehmer. Ein Wort, dass sicher nicht jeder der Besucher teilte. Um die Herausforderung der Zuwanderung zu stemmen, müsse man alle mitnehmen, auch „Nazis“. Wer sich nur hinstellt und „Wir sind dagegen“ schreit, löst das Problem nicht, so der Geistliche.

Der aus Oschatz stammende und jetzt in Leipzig lebende ehemalige Jugendstadtrat Paul Delch hat beide Veranstaltungen miterlebt und sagt: „Von denen die auf dem Markt mit Stammtischparolen Stimmung gemacht haben, hat noch keiner je mit einem Flüchtling gesprochen“.

Überhaupt würden die Hetzer nur über, aber nie mit den Asylsuchenden sprechen, bemängelt er. Der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) dankte denen, „die ihr Gesicht in der erleuchteten Kirche zeigen“. Auch wenn die Menge auf dem Neumarkt größer war als in der Kirche, sei er überzeugt, dass im Gotteshaus mehr Oschatzer waren als bei der NPD – Kundgebung – und bekam dafür Beifall.

gl/chk

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