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Frühlingskonzert des Musikvereins Lampertswalde

Kultur Frühlingskonzert des Musikvereins Lampertswalde

Der Musikverein Lampertswalde hat auch im 26. Jahr seines Bestehens zum traditionellen Frühlingskonzert eingeladen. Im Publikum saßen viele treue Fans und Stammgäste, längst aber nicht nur ältere Musikfreunde.

Die Lampertswalder spielten unter der Leitung von Georg André (r.).

Quelle: Bärbel Schumann

Lampertswalde/Gaunitz. Jägerlieder erklingen. Das Publikum lauscht andächtig denen, die sie auf ihren Instrumenten spielen. Es sind die Frauen und Männer des Musikvereins Lampertswalde unter der Leitung von Georg Andrè. Nicht etwa auf einem der zahlreichen Volksfeste, wo sie immer wieder gern gesehene Akteure sind, erklingen die Melodien an diesem Abend. Die Musikanten sind diesmal selbst Gastgeber. Seit 26 Jahren laden sie zu einem Frühlingskonzert ein. Einen Abend lang spielen sie dann Bekanntes und stellen neu einstudierte Stücke vor. Natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Dafür sorgt schon Vereinsvorstand Klaus Köppe, der zudem manchen Tipp bei seiner Moderation für die Gäste parat hat, wo die in den nächsten Wochen, ja Monaten die rund 25 Musiker und Sänger Harald Matthes live erleben können.

Da es in der Region kaum noch einen größeren Dorfgasthof mit Bühne zum Feiern gibt, findet dieses Konzert in einer ehemaligen Schauhalle im Gewerbegebiet Gaunitz statt. Busse wurden extra geordert, um die Fans – die meisten sind in den Dörfern der Heide und des Oschatzer Umlandes daheim – sicher zum Konzert und wieder nach Hause zu bringen.

„Lang kann so ein Abend schon werden, denn nach unserem Programm kann ja noch getanzt werden“, bemerkt Klaus Köppe in einer Pause. Zwanzig Programmpunkte haben die Musiker da schon absolviert, brachten Blasmusik vom Feinsten mit bekannten und weniger bekannten Stücken zu Gehör. Böhmisch-Tschechische Klänge waren darunter, aber auch Stücke wie von Ernst Mosch und seinen Egerländern. Ein Titel jedoch geht den Musikanten und den Besuchern schon bei der Ankündigung nah: „Schön war die Zeit“. Bei dem Walzerrhythmus, arrangiert von Rolf Schirmer, gedachten alle im Saal an den verstorbenen langjährigen Konzertmeister des Vereins.

Immer wieder im Laufe des Programms wird das Publikum beim Spiel zum Mitklatschen und manchmal zum Mitschunkeln animiert. Erstaunlich, denn nicht nur Ältere, wenngleich sie die Mehrzahl ausmachen, sitzen an den Tischreihen, sondern auch jüngere Besucher sind darunter. Zu ihnen gehört Sebastian Pietsch. Mit Blasmusik sei er, so der 37-Jährige, groß geworden. Kein Wunder, spielte sein Vater doch einst beim Verein mit.

An einem der Tische sitzen auch die Familien Treutler, Rietzschel und Reinhardt. Sie genießen den Abend, freuen sich, dass der Musikverein die Wendezeit überstand und so für viele Menschen in den anderen Orten rings um Lampertswalde ein fester Teil ihrer Heimatidentität ist. „Vor allem für die ältere Generation, für die es nicht so viele Angebote auf dem Land gibt, ist das Frühlingskonzert ein Höhepunkt und man kommt mit großen Erwartungen, was es Neues gibt“, meint Harald Rietzschel.

Einer der treuesten Fans ist Arthur Fischer aus Klötitz. Der 85-jährige ehemalige Lampertswalder sorgt sogar dafür, dass in ganz kleinen Orten die Stammbesucher des Frühlingskonzertes stets mit Karten versorgt werden. „So um die 45 Karten holt er immer bei uns ab und verteilt sie. Das ist schon eine Menge Arbeit, die er uns da abnimmt“, freut sich Ursel Köppe. Doch auch sie selbst gehört zu den unermüdlichen Helfern bei der Veranstaltungsvorbereitung. Immerhin werden Kartenvertrieb, Bustransfer und Tischverteilung vorrangig über die Köppes organisiert. Arbeit hinter den Kulissen, damit die eigentlichen Stars des Abends, die Musikanten, sich voll auf ihr Programm konzentrieren können und damit zu guter Letzt auch das 26. Frühlingskonzert wieder zu einem erfolgreichen machen können. Die Fans freuen sich auf dem Heimweg schon auf die nächsten Begegnungen bei einem der Konzerte, spätestens bei der 27. Auflage der traditionellen Veranstaltung.

Von Bärbel Schumann

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