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Oschatz Führungen durch die verfallene Pracht von Schloss Leuben
Region Oschatz Führungen durch die verfallene Pracht von Schloss Leuben
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00:20 26.10.2017
Marek Schurig, Vorsitzender des Schlossvereins Leuben führte am Sonntag viele Neugierige durch das Wasserschloss. Quelle: Fotos: Bärbel Schumann
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Leuben

Der neue gelbe Putz an einem Teil der Fassade des Wasserschlosses Leuben scheint an diesem Tag mit der gelbgoldenen Herbstfärbung der Blätter der Parkbäume konkurrieren zu wollen. Doch viele Neugierige trieb am Sonntag nicht die herbstliche Farbenpracht an den barocken Bau, sondern die Führungen des Schlossvereins Leuben. Seit bekannt wurde, dass die Familie von Sahr-Schönberg das Anwesen vor wenigen Wochen vom Verein erwarb, interessiert die Besucher: Können das 1725 erbaute Wasserschloss und der Park in Zukunft auch für die Öffentlichkeit, für Kultur- und Geschichtsinteressierte noch zugänglich sein?

Führung durch Schloss Leuben

„Ich muss gestehen, dass ich bisher noch nicht hier war. Es bot sich einfach keine Gelegenheit“, erzählt die Wellerswalderin Cilli Manteuffel. Nach dem Verkauf könne sie sich vorstellen, dass Besichtigungen des Schlosses vielleicht schon bald nicht mehr möglich sind. Ihr und allen anderen Teilnehmern der Führungen kann Marek Schurig die Angst nehmen: „Erst im Mai wird die Familie von Sahr-Schönberg offiziell Eigentümer werden. Wir haben geregelt, dass für Führungen oder auch kulturelle Veranstaltungen Halle und Saal im Erdgeschoss von uns als Verein oder zu anderen öffentlichen Zwecken genutzt werden können.“ Der Verein werde, so der Vereinsvorsitzende weiter, in den benachbarten Gebäuden Räume für seine Arbeit erhalten. Das beruhigt etliche Frauen und Männer, die sich im Tross bei der Führung befinden. Brunhild Catterfeld aus Naundorf gehört dazu.

Respekt für Verein

„Am Tag des offenen Denkmals war ich schon einmal hier. Heute hat mich interessiert, was der Verein schon geschafft hat und wie es weitergeht. Ich hoffe, dass man wiederkommen kann“, sagt Edeltraut Hempel, die mit ihrem Mann aufmerksam Marek Schurig gelauscht hat. Alle im Tross zollen den Mitgliedern ihren Respekt, als sie hören, was der Verein seit dem Kauf des ruinösen Gemäuers im Jahr 2005 geleistet hat. Allein 430 000 Euro an Fördergeldern, die der Verein beantragte, flossen schon in das Schloss. Weitere 200 000 Euro kommen von der Stiftung Denkmalsschutz, für die sich die Vereinsmitglieder bei einer Spielschau des MDR mächtig ins Zeug legten und gewannen. Zudem erhielt der Verein weitere kleinere Spenden von Firmen und Privatpersonen.

Erster Bauabschnitt an Außenfassade

Wenn man im Schloss ist oder es von außen betrachtet, so ist unübersehbar: Das Schloss hat ein neues Dach, Gaupen und so manche Verzierung erstrahlen in neuem Glanz. Ein Teil der Außenfassade ist erneuert. „Nächste Woche fallen die Gerüste, der erste Bauabschnitt wird beendet. Der zweite wird folgen“, berichtet Marek Schurig. Fragende Blicke erntet er dafür. Ja, weiter gebaut wird, denn die Gelder kommen vom Denkmalschutz. Sie sind zweckbestimmt. Daran ändert auch die Tatsache des Verkaufes nichts. Und: Es wird noch viel Geld bedürfen, bis das Schloss in alter Schönheit erstrahlt. 2020, so Schurig, wollen die neuen Besitzer einziehen. „Mal sehen wie es dann aussieht“, fragt sich jeder, der vor Ort war.

Von Bärbel Schumann

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