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Fünf Löwen belauern Leisnigs Markt

Fünf Löwen belauern Leisnigs Markt

Die sechsjährige Kora und ihre fast schon elfjährige Schwester Kristin sind von der ganz schnellen Sorte. Als erstes haben sie den Riesenstiefel erkundet auf ihrer Abo-Plus Ferienspezial-Reise nach Leisnig.

Leisnig.

 

 

 

 

Dann stehen die Mädchen voller Erwartung mit ihren Großeltern am Portal zum Stadtgut. Dort erwartet Renate Simon vom Geschichts- und Heimatverein jene Besucher des Abo-Plus Ferienspezials, die mit ihr die Altstadt entdecken möchten. Die Vereinsvorsitzende tut das in mittelalterlichem Gewand, und schon erfahren die Stadtentdecker etwas über die Zeit, in der sie sich gleich bewegen werden. "Freie Frauen gingen damals ohne Schürze", erzählt Renate Simon, die das weiße Häubchen wegen der Hitze abgelegt und - nicht ganz der historischen Gewandung entsprechend - eine modische Sonnenbrille mit großen dunklen Gläsern trägt. Auf dem Weg vom Stadtgut zum Markt geht es an den kleinen Brunnenschalen vorbei, und auch die haben, obwohl sie heute sehr modern aussehen, einen historischen Hintergrund: "Als es in Leisnig noch kein Wasserleitungsnetz gab, befand sich hier eine öffentliche Wasserzisterne", weiß Renate Simon zu berichten.

Und die Stadtentdecker erfahren: Der Leisniger Markt wird sogar von gleich fünf Löwen belauert oder bewacht: Einer prangt über der alten Apotheke, einer über der heutigen Sparkasse, deren Gebäude früher ein Gasthof mit dieser Bezeichnung beherbergte. Drei weitere, die allerdings nur für Leute mit sehr guten Augen erkennbar sind, prangen über der Leisniger Rathausuhr, und zwar drei dänische Löwen auf blauem Grund. Im Baugeld für das Rathaus stecken nämlich 60 Gulden vom dänischen König, wie Renate Simon berichtet. Er hatte vom Stadtbrand 1803 Kunde erhalten und wollte den Aufbau des neuen Rathauses unterstützen.

Ein Spaziergang durch die Idylle des Saumarktes sowie der Altstadtteile Lichtenhain und Lichtenberg eröffnet den Stadtwanderen manchen Blick auf das pittoreske Stadtflair mit kleinen Schmuckstücken wie dem Sitznischenportal aus dem Jahr 1710. Wolfgang Kunz, erstmals mit seiner Frau Christel und den Enkeln aus Leipzig angereist, zeigt sich überrascht: "Was die Stadt an mittelalterlichen Zeitzeugnissen zu bieten hat, ist sehr beeindruckend." In kleineren Gruppen geht es hinab in die Leisniger Unterwelt, und zwar unterm kleinen Oldtimermuseum am Fuße der Kirchstraße. Familie Kunz krönt ihre Stadtwanderung mit einem Besuch der St. Matthäi-Kirche. Dort empfängt Superintendent Arnold Liebers die Gäste zu einer Führung durch das Gotteshaus. Kora will wissen, wie viele Leute auf so einer langen Kirchenbank Platz finden. Ihr Großvater empfiehlt, doch einmal die Sitzplatznummern an der Rückenlehen zu zählen. Das Kind kommt auf acht Sitzplätze pro Bank. Zudem ist in dem Gotteshaus einiges zu erfahren über die so genannte Leisniger Kastenordnung, eine Sozialordnung über die Verwendung von öffentlichen Geldern. Dazu hat einst Martin Luther eine Art Vorwort geschrieben, das in der Übersetzung in der Kirche nachgelesen werden kann. Auch dies ist ein Teil mittelalterlicher Geschichte Leisnigs. Steffi Robak

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