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Fünf neue Gesichter im Oschatzer Jugendstadtrat

Politik Fünf neue Gesichter im Oschatzer Jugendstadtrat

Das junge Oschatz hat gewählt: Bei der Wahl zum Jugendstadtrat stimmen 14- bis 21-jährige Einwohner über ihre Interessenvertreter ab. Das Votum war erstmals ausschließlich online möglich. Unter den 14 Bewerbern für die fünf Sitze waren auch zwei Amtsinhaberinnen. Diese erlebten eine Überraschung.

Abstimmen per Mausklick: Das neue Prozedere der Oschatzer Jugendstadtratswahl bescherte eine höhere Wahlbeteiligung.

Quelle: dpa

Oschatz. Drei Mädchen und zwei Jungen sind die neu gewählten Oschatzer Jugendstadträte. Nach der Abstimmung, die am Sonntagabend endete, stellte der Wahlausschuss am Montag das Wahlergebnis fest. Abstimmen konnten alle Oschatzer im Alter zwischen 14 und 21 Jahren in der Zeit vom 7. März 8 Uhr bis 20. März 18 Uhr. Von 810 Wahlberechtigten nutzen 138 ihre Chance. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 17,04 Prozent und einer Steigerung von fast zehn Prozentpunkten gegenüber der vergangenen Wahl im Jahr 2014 (7,4 Prozent). Als Grund für das gestiegene Interesse an der Abstimmung nennt René Werner, Jugendarbeiter der Stadt Oschatz, zum einen das Wahlprozedere, die Abstimmung war ausschließlich im Internet möglich, zum anderen die große Zahl an Bewerbern. Insgesamt gingen 14 Kandidaten ins Rennen um fünf Plätze.

Die meisten der 138 Stimmen erhielt Emely Scholz. Die Schülerin des Thomas-Mann-Gymnasiums wollten 39 Jugendliche im Gremium sehen, was einem Stimmenanteil von 28,26 Prozent entspricht. Auf dem zweiten Platz folgt Emily Griehl mit 25 Stimmen (18,12 Prozent). Ebenfalls den Sprung ins Jugendparlament schafften Sandra Pohl und Aron Avdiji mit jeweils 13 Stimmen (9,42 Prozent) sowie Lars Borda (12 Stimmen/8,7 Prozent). Borda sicherte sich am Sonntag kurz vor Ende der Abstimmung noch eine Stimme, mit der er an Jessica Gühne (15) vorbeizog. Jessica Gühne (elf Stimmen/7,97 Prozent) und acht weitere Bewerber kommen als Nachrücker in Frage, sollten einer oder mehrere gewählte Jugendstadträte während der nächsten zwei Jahre aus dem Gremium ausscheiden. Einzig die Kandidatin Celin Ernst (17) kommt nicht als Nachrückerin in Frage. Sie bekam keine Stimme. Die Nachrücker müssen ihre Bereitschaft erklären, das Amt anzutreten, sollte es notwendig werden. Gegen das Wahlergebnis kann binnen einer Woche Einspruch beim Landratsamt Nordsachsen erhoben werden.

Bei der Jugendstadtratswahl gab es keine einzige ungültige Stimme. Zwar sei es möglich gewesen, im Online-Portal auf einen separaten Button zu klicken, der die eigene Stimme ungültig macht. Davon machte jedoch kein Wähler Gebrauch. Es wäre allerdings möglich gewesen, etwa für jene, die unter den aufgestellten Kandidaten keinen Favoriten finden konnten. „Die ungültige Stimme wäre dann mit einberechnet worden und hätte in der Wahlbeteiligung Berücksichtigung gefunden“, erläutert René Werner den Hintergrund dieser Option.

Die gestiegene Wahlbeteiligung wertete der Wahlvorstand als Erfolg. „Das neue Prozedere hat sich bewährt. Wir werden daran festhalten, im Internet abstimmen zu lassen“, sagte die Vorsitzende Sophia Noack, Auszubildende bei der Stadt Oschatz. Unterm Strich bleiben immer noch 672 Wahlberechtigte, die ihre Chance während des 14 Tage dauernden Abstimmungszeitraums nicht genutzt haben. Mit den neu gewählten Jugendstadträten wolle man in der neuen Wahlperiode verstärkt an den Schulen für die Möglichkeiten der Mitbestimmung werben, stellte René Werner in Aussicht.

Überraschend am Ergebnis ist, dass keine der beiden bisherigen Jugendstadträtinnen, die erneut kandidierten, genügend Stimmen für eine Wiederwahl bekamen. Florentine Rische bekam neun (6,52 Prozent), Chris-Noreen Menzel zwei Stimmen (1,45 Prozent).

Von Christian Kunze

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