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Oschatz Für Kaufrausch fehlt Kaufkraft
Region Oschatz Für Kaufrausch fehlt Kaufkraft
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16:34 21.08.2013
Die Lust am Einkaufen ist derzeit deutschlandweit so groß wie lange nicht mehr. Die Einzelhändler der Region Oschatz profitieren jedoch kaum davon. Quelle: Dirk Hunger

Grund dafür sind laut dem Nürnberger Institut Faktoren wie stabile Beschäftigungsverhältnisse und gute Tarifabschlüsse, die mit einem Rückgang der Sparneigung auf ein neues Rekordtief einhergingen. Die Einzelhändler in der Region Oschatz profitieren aber nicht in vollem Umfang von dieser Entwicklung.

Für den lokalen Bereich indes besitze diese positive Einschätzung laut Carola Schönfeld von der Werbegemeinschaft Oschatz nur eine bedingte Aussagekraft. "Zweifellos ist eine allgemein positive Verbraucherstimmung auch dem lokalen Einzelhandel nicht abträglich, aber entscheidender ist der Umstand, dass der Einzelhandel gegenüber den großen Märkten und dem Internet mit einem hohen Kundenservice und einer größtmöglichen Flexibilität punktet", verdeutlicht Schönfelder. Zudem sei die Konkurrenz mit dem Internet weiter gewachsen, weshalb es umso mehr darum gehe, die Vorteile in die Waagschale zu werfen, die der Einzelhandel den Kunden vor Ort bieten könne. "Ein Fernsehgerät bekomme ich im Internet sicherlich preiswerter als bei einem Elektronikhändler in Grimma, Oschatz oder Wurzen, aber ein Gerät mit dem dazugehörigen umfassenden Service eben nicht."

Dieser Vorteil helfe der Branche laut dem Oschatzer Unterhaltungselektroniker Peter Sladeck in der aktuellen Situation jedoch nicht aus jenem Tal, in das sie im vergangenen Jahr mit der Umstellung der analogen auf die digitale Satellitentechnik gekommen sei. "Im Vorjahr wurden im Zusammenhang mit der Umstellung Kaufentscheidungen vorgezogen, seit Herbst befindet sich die Branche unter anderem deshalb in der Rezession", beschreibt Sladeck die Situation. Eine, die für jene Händler, die diese Entwicklung unterschätzt und kaufmännische Fehler begangen hätten, fatale Folgen haben könnte. "Die aktuelle Rezession zieht sich durch die gesamte Branche, sprich die kleinen Händler sind ebenso wie die großen Märkte betroffen."

Wenn überhaupt, dann nur geringe Auswirkungen haben die aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen auch auf die Umsätze bei Katrin Hanel, Inhaberin des Oschatzer Intersport-Fachgeschäftes. "Ein Juni mit schlechtem Wetter wie in diesem Jahr hat viel stärkere Auswirkungen", so Hanel. "Sportartikel sind in der Regel Bedarfsartikel. Und wenn das Wetter eben schlecht ist, haben die Verbraucher wenig bis gar keine Lust auf Sport mit den entsprechend negativen Auswirkungen auf den Bedarf", so die Oschatzer Einzelhändlerin.

Bedarf ist auch ein Stichwort für Angelika Herrmann, Betreiberin zweier Schuh- und Lederwarengeschäfte in Wermsdorf und Mügeln. "Der Großteil unserer Kundinnen gehört der älteren Generation an, die naturgemäß weniger konsumiert als junge Leute. Zusätzlich erschwerend für uns wirkt sich die vergleichsweise geringe Kaufkraft in der Region aus." © Kommentar

Roger Dietze

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