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Oschatz Gänseschlupf bei Eskildsen in Wermsdorf hat begonnen
Region Oschatz Gänseschlupf bei Eskildsen in Wermsdorf hat begonnen
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15:19 11.04.2017
Nach 30 Tagen im Brutschrank und drei Tagen im Schlupfbrüter sind die Gänseküken da. Lutz Witt kontrolliert diese Woche den Schlupf von insgesamt 15 000 Küken in Wermsdorf.
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Wermsdorf

Nach 30 Tagen im Brutschrank und drei weiteren im Schlupfbrüter wird die Schale geknackt und gleich darauf breitet sich ein vielstimmiges Piepen aus: Insgesamt 15 000 Gänseküken, auch Gössel genannt, sind diese Woche in der Eskildsen GmbH Am Lindigt geschlüpft. Bis zum Spätsommer werden am Standort rund 200 000 Küken ausgebrütet, in allen drei Brütereien des Unternehmens werden es 500 000 Tiere sein, und die sind begehrte Ware. „Wir sind zu 90 Prozent ausverkauft“, sagt Lutz Witt vom Gänsezuchtbetrieb, „unsere Kundschaft besteht aus Kleinstkunden, die zwei Küken kaufen, bis hin zu Großabnehmern, die 5000 und mehr Tiere geliefert bekommen.“ Exporte gehen nach England, Österreich, Polen und Ungarn. Neu ist, dass es dieses Jahr in Wermsdorf auch eine Herde von Bio-Gänsen geben wird, um künftig den Bedarf an Bio-Küken bedienen zu können.

Ideale Bedingungen im Gänsebrüter

Im Schlupfbrüter herrschen mollige 37,5 Grad Celsius, dazu kommt noch eine Luftfeuchte von 90 Prozent. Alles andere wäre zu trocken und würde dazu führen, dass die Innenhaut der Gänseeier fest und ledrig wird und sich die Küken daraus nicht befreien können. „Wir schaffen ideale Bedingungen, die Gänsemutter verlässt zwischendurch auch ihr Nest, geht ins Wasser und brütet dann weiter ihre Eier aus“, beschreibt Lutz Witt. Erstaunlich munter sind die gelben Flauschknäuel, kaum dass sie geschlüpft sind. „Wenn man lauter spricht, reagieren die Tiere darauf“, sagt Witt und hebt zum Test die Stimme an – und sofort schwillt auch das Piepsen im Schrank an. „Das ist jedes Jahr wieder schön“, freut sich Witt über den jüngsten Schlupf.

Getrübt wird die gute Laune jedoch von den Nachwirkungen der Vogelgrippefälle Ende 2016. Im Betrieb des Unternehmens in Schleswig-Holstein wurden im November 2000 Zuchtgänse vorsorglich getötet. „Dadurch haben wir 20 Prozent der Zuchtgänse eingebüßt, die uns jetzt natürlich fehlen“, macht er deutlich. Aktuell ist die Stallpflicht aufgehoben, können Tiere wieder ins Freie, trotzdem hat man Am Lindigt einen Plan B, falls auch in diesem Jahr Vogelgrippe auftreten sollte. „Wir passen unseren Bestand an und können die Schlachtung im Herbst vorziehen, so dass die verbleibenden Gänse sofort in die Ställe können“, erklärt Lutz Witt. Man wolle kein Risiko eingehen, wünsche sich aber Maßnahmen auf Augenhöhe: „Die meisten Ausbrüche der Vogelgrippe gab es nach dem deutschlandweiten Aufstallungsgebot und lange nachdem die Gänse geschlachtet waren.“ Das Gros der Tiere kommt erst im Juni ins Freie, und bis zum Martinstag im November sind die Bestände bereits wieder halbiert, unterstreicht der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft. Die für Vogelgrippe kritische Zeit dagegen beginne mit dem Vogelzug Mitte November und ende im Frühjahr. „Da stellt sich doch die Frage, ob Stallpflicht für Gänse nicht überflüssig ist“, sagt Witt mit Blick auf die Fakten.

Weihnachtsgänse werden teurer

Die Maßnahmen vom Vorjahr werden dieses Jahr zu spüren sein: „Weil auch in Polen und Ungarn fast 40 000 Zuchtgänse gekeult wurden, werden Weihnachtsgänse in diesem Jahr knapp“, schätzt Lutz Witt ein und fügt hinzu: „Und sicherlich auch teurer.“

Von Jana Brechlin

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