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Oschatz Ganzigerin am Ende der Welt
Region Oschatz Ganzigerin am Ende der Welt
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00:34 18.05.2018
Auf Feuerland warten spektakuläre Felsformationen auf Sophie Jähnigen. Quelle: Foto: Sophie Jähnigen
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Ushuaia/Buenos Aires


I
m Januar hat Sophie Jähnigen aus Ganzig begonnen, sich ihren Lebenstraum zu erfüllen: Sie geht auf Weltreise. In ihrem ersten Text berichtete sie von ihrer Reise-Motivation, in ihrem zweiten von ihren Erlebnissen in Chile, in ihrem dritten von den Naturwundern Patagoniens. Nun ist sie am Ende der Welt – Feuerland – angekommen.

Ich bin am Ende. Am Ende der Welt. Ushuaia ist die südlichste Stadt der Welt auf dem Festland. Noch etwas südlicher, auf einer Insel, liegt nur noch der chilenische Ort Puerto Williams. Dann kommt nichts mehr. 1200 Kilometer sind es noch von hier bis in die Antarktis. Das Land ist grün, seenreich, flach und bergig zugleich. Die Anden laufen hier aus. Nichts ist mehr zu sehen von den Lagerfeuern, die Magellan einst sah, als er das zerklüftete Land das erste Mal durchschiffte und dem Landstrich seinen Namen gab: Feuerland.

Pinguine und Seelöwen in freier Natur

Es ist friedlich hier und sobald man Ushuaia verlässt, findet man vor allem Natur. Pinguine warten im Beagle-Kanal, Seelöwen sonnen sich auf den Felsen im Meer, Kormorane jagen nach Fisch. Da ist es fast schon ein Kulturschock, von hier nach Buenos Aires zu fliegen, eine der größten Städte Südamerikas.

Sophies dritter Reisebericht aus Patagonien erschein am 9. April.

Mit all seinen Provinzen hat Buenos Aires mehr als 15 Millionen Einwohner – zum Vergleich: Berlin hat rund vier Millionen. Dennoch fasziniert mich die Stadt. Ich lasse mich von ihrem Rhythmus treiben, nehme Tangounterricht und wandere ziellos durch die Straßen.

Es ist wie ein kurzes Durchatmen von all den Naturwundern, die mir in den vergangenen Wochen begegnet sind und gleichzeitig ein Platzmachen für all das, was noch kommen wird. Dennoch wartet natürlich auch Buenos Aires mit unzähligen Eindrücken auf. Doch am Ende zieht es mich trotzdem wieder in die Natur. Im Norden Argentiniens erkunde ich erstmals eine Salzwüste und bestaune in Purmamarca den „Cerro de los Siete Colores“, den Berg der sieben Farben.

Mate-Tee: Eine Kultur des Teilens

Es ist nur ein kleiner Eindruck von einem riesigen Land, mit all seinen Sehenswürdigkeiten, aber auch von den Menschen und der Kultur. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass im Land des Fleisches ein Steak am liebsten durchgebraten verzehrt wird? Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, aber das ist doch wirklich schade um ein Stück Fleisch von solch hoher Qualität.

Was weiter auffällt: Die Argentinier teilen gerne. Ich wage zu sagen, dass ich in keinem Land, das ich bisher besucht habe, eine solch hohe Bereitschaft zum Teilen erlebt habe. Das spürt man vor allem beim Mate-Tee. Ein Getränk, das der Argentinier zu jeder Tages- und Nachtzeit trinkt. Nahezu immer hat er daher eine Thermoskanne mit heißem Wasser dabei sowie die Blätter des Mate-Baumes „Yerba“ und natürlich eine Kalabasse, ein traditionell aus Kürbis hergestelltes Trinkgefäß mit einem metallischen Saugrohr. Ob bei einer Wanderung, im Kino oder im Bus: Überall wird Mate getrunken.

Mate trinkt man aber nicht alleine. Mate teilt man. Also werden alle Umstehenden eingeladen. Alle trinken aus demselben Gefäß. Der Fremde wird damit willkommen geheißen, die Bande zu Freunden verstärkt. Das Trinken des bitteren Nationalgetränks ist ein Ritual, eine Zeremonie, bei der Niemand ausgeschlossen wird.

Nächste Station: Die trockenste Wüste der Welt

Und diese Bereitschaft zu teilen zieht sich durch alle Lebensbereiche und alle Altersklassen. Dieses Geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten, beeindruckt mich. Ich fühle mich so willkommen und integriert. In dieser Hinsicht können wir so einiges von den Argentiniern lernen...

Dann führt mich mein Weg doch noch mal nach Chile, denn die trockenste Wüste der Welt außerhalb der Polargebiete will ich mir nicht entgehen lassen: die Atacama-Wüste. Und so sehe ich im Tal des Mondes – dem „Valle de La Luna“ – die Sonne untergehen und auf etwa 4500 Meter über dem Meeresspiegel geht sie, begleitet von zischenden Geysiren, wieder für mich auf. Die Geysire von Tatio sind die höchstgelegenen der Welt. Bei minus 15 Grad zittern wir uns durch unser Höhenfrühstück und bestaunen die Rauchsäulen. Einmal mehr bin ich beeindruckt. Was für ein Spektakel.

Jetzt bin ich bereit, Chile und Argentinien hinter mir zu lassen und freue mich auf Bolivien und Peru.

Von Sophie Jähnigen

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