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Oschatz Garagendach neu gedeckt – „Handwerker“ fordern plötzlich 27-fachen Lohn
Region Oschatz Garagendach neu gedeckt – „Handwerker“ fordern plötzlich 27-fachen Lohn
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10:46 16.03.2019
Nun ermittelt die Polizei. Quelle: dpa
Oschatz

Der mit Handschlag vereinbarte Preis in dreistelliger Höhe, den ein 78 Jahre alter Mann im Oschatzer Ortsteil Zschöllau für die Neueindeckung seines Garagendaches zahlen sollte, war einfach zu verlockend. Das vermeintlich unschlagbare Angebot hatten ihm fünf rumänische Handwerker am Mittwochmittag unterbreitet. Doch letztlich fiel die Rechnung deutlich höher aus – und der 78-Jährige sollte nun plötzlich 19 000 Euro berappen.

Polizei informiert

Der Hausbesitzer hatte am Donnerstag die Polizei informiert. Als dann eine Streife in die Einfamilienhaus-Siedlung fuhr, traf sie vor dem Haus zwei der Handwerker in Arbeitskleidung an – und im Haus die Hausherrin, die den Beamten die ganze Geschichte erzählte. Demnach hatten am Mittwoch gegen 11.30 Uhr zwei Autos – ein Mercedes Sprinter und ein Nissan Primastar – vor dem Grundstück gehalten und fünf Männer in Arbeitskleidung stiegen aus. Sie boten sofort ihre Dienste an und stellten in Aussicht, das Garagendach für einen dreistelligen Geldbetrag neu einzudecken. Ihr Mann habe eingewilligt und das Geschäft sei mit Handschlag besiegelt worden, so berichtete die Frau laut Polizeimitteilung weiter.

Garagendach neu gedeckt

Die fünf Männer begannen sofort damit, das Garagendach abzudecken. Bis etwa 16.30 Uhr hatten sie die asbesthaltigen Eternitplatten abgenommen und das Dach mit Leichtbauplatten neu eingedeckt. Nur noch Restarbeiten standen aus, die am Folgetag beendet werden sollten. Am Donnerstag erschienen dann zwei der Handwerker, die tatsächlich die Arbeiten beendeten – aber auch den Gesamtpreis noch einmal nachverhandeln wollten. Der 78-Jährige sollte nun plötzlich das 27-Fache vom zuvor vereinbarten Preis zahlen, nämlich 19 000 Euro.

Dies habe der 78-Jährige jedoch abgelehnt, zudem habe er die Kosten der Arbeitsleistung auf ein Konto überweisen und auch eine Rechnung dafür erhalten wollen, so die Polizei. Die angeblichen Handwerker wollten allerdings keine Überweisung akzeptieren und auch keine Rechnung erstellen.

Verdacht auf versuchten Betrug

Wie die Polizei berichtete, werde nun geprüft, ob ein Verdacht des versuchten Betruges beziehungsweise Verstoßes gegen die Abgabenordnung sowie gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung vorliegt. Hinsichtlich der Masche der Männer warnte die Polizei zudem noch einmal eindringlich, keine Haustürgeschäfte abzuschließen. Außerdem erstellen seriöse Handwerker grundsätzlich Rechnungen in Bezug auf ihre erbrachten Leistungen.

Von lvz

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