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Gasthaus Windmühle in Zschöllau

Gasthaus Windmühle in Zschöllau

Neben dem dominierenden Collm gehört der Wachhübel mit 153 Metern zu den höchsten Erhebungen im Oschatzer Land. Ebenso wie auf dem Weinberg wurde auch hier Wein angebaut, der seine Besitzer aber wohl kaum ernährte.

Zschöllau.

 

In seiner Oschatzer Chronik von 1813 bemerkte Carl Samuel Hoffmann dazu: "Sonst ward der Weinbau in dieser Flur stark getrieben, doch verschaffte er nur essbare Trauben und trinkbaren Most, aber schlechten Wein. In neueren Zeiten sind die Weinberge nach und nach zu Felde gemacht".

 

So wundert es nicht, wenn sich die Landwirte zwischen Zschöllau, Gaunitz und Terpitz nach anderen Erwerbszweigen umsahen. Der aus Klingenhain stammende Erbrichter Johann Gottfried Schubert hatte 1827 von einem Terpitzer Bauern Land gekauft und im gleichen Jahr eine Bockwindmühle errichtet, die 1887 in den Besitz des Windmüllers Heinrich Müller gelangte. Ob ihrer exponierten Lage entwickelte sich die Mühle mit der angeschlossenen Bäckerei bei den Oschatzern, den Ulanen und Seminaristen bald zu einem gerne besuchten Ausflugslokal.

 

1897 erlaubte die Königliche Amtshauptmannschaft dem Windmüller den Kaffeeausschank und 1900 den Bierausschank, was der Attraktivität des Lokals auf dem Wachhübel natürlich sehr förderlich war. Das hat sicher auch Kaiser Wilhelm II. zu schätzen gewusst, der anlässlich eines Manövers 1912 die Mühlengaststätte besucht haben soll. Nach dem Tod Heinrich Müllers 1917 übernahm sein Sohn Richard 1920 die Mühle mit Bäckerei, Restaurant und Konzessionen.

 

In den Jahren des Zweiten Weltkrieges stellte die Bockwindmühle ihren Betrieb ein und wurde 1962 abgebrochen. Das Gewerbe für die Bäckerei war schon 1950 gelöscht worden.

 

Nachdem Elisabeth Friedel die Gastwirtschaft 1959 gepachtet hatte und die Konzession für "Schankwirtschaft und Einzelhandel mit Tabakwaren im Kommissionshandel sowie Verabreichung von kleinen Speisen und warmen Getränken", so das Amtsdeutsch, genehmigt bekam, kaufte sie das Grundstück 1960 und bewirtschaftete Gaststätte und Ladengeschäft bis zur Abmeldung des Gewerbes 1967. Wieder hatte die Stadt Oschatz nach der "Waldschänke Forsthaus" ein weiteres attraktives Ausflugsziel verloren.

Dr. Manfred Schollmeyer

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