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Gefährlicher Blick zur Sonnenfinsternis: Oschatzer haben die Brille auf

Gefährlicher Blick zur Sonnenfinsternis: Oschatzer haben die Brille auf

Die Zeichen stehen gut. Die Meteorologen sagen derzeit für den 20. März einen sonnigen Tag mit über acht Sonnenstunden an - mehr geht um diese Jahreszeit nicht.

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So wird sich die Sonne am 20. März zeigen.

Quelle: Patrick Pleul

Oschatz. Von Hagen Rösner

 

Trotzdem wird sich die Sonnenscheindauer am 20. März deutlich verkürzen. In der Zeit zwischen 9.30 und 12 Uhr wird sich der Mond zwischen Sonne und Erde drängeln und so in unserer Region zu einer partiellen Sonnenfinsternis führen.

 

Ein partielle Sonnenfinsternis ist es deshalb, weil der Mond nicht die gesamte Sonne verdecken wird. "Dieses Schauspiel am Himmel sollte man sich nicht entgehen lassen, weil Sonnenfinsternisse nicht so häufig vorkommen", sagt Tamara Zschäbitz vom Optikhaus Oschatz. Allerdings ist bei der Sonnenbeobachtung äußerste Vorsicht geboten. "Man muss unbedingt seine Augen schützen. Wichtig ist, dass man nicht durch irgendwelche dreifach übereinandergelegte Sonnenbrillen schaut oder durch CD's oder durch rußgeschwärzte Gläser", warnt Tamara Zschäbitz. Wer das macht, riskiert sein Augenlicht. Die Augenoptikermeisterin erklärt auch, warum die Verwendung von ungeeigneten Materialien so gefährlich sein kann. "Die Iris fungiert am Auge als natürlich Blende. Sobald man etwas Verdunkelndes davor hält, geht die Iris auf. Hat das Material nicht den speziellen Filterschutz, dann geht die Iris auf - und Tür und Tor sind für die schädlichen UV-Strahlung geöffnet. Diese Strahlung trifft dann auf die Netzhaut und kann dort erheblichen Schaden anrichten." Interessierte haben die Möglichkeit, sich im Optikhaus Oschatz eine entsprechende Schutzbrille zur Beobachtung der Sonnenfinsternis zu kaufen.

 

Auch Stefan Schwager vom Verein "Sternwarte Riesa" warnt ausdrücklich davor, ohne Schutz oder nur mit unzureichendem Schutz in die Sonne zu schauen. Alternativ zur privaten Sonnenbeobachtung am 20. März lädt er zur Sternwarte Riesa ein, um dort das astronomische Ereignis gemeinsam zu erleben. "Die Sternwarte Riesa wird bereits ab 9 Uhr öffnen und ausreichend Sonnenfinsternisbrillen für die Gäste anbieten", sagt Stefan Schwager. Zahlreiche Schulklassen haben sich bereits angekündigt und wollen mit den Sternenfreunden unter fachlicher Anleitung beobachten. "Derzeit halten wir viele Vorträge an Schulen und auch für die Kinderuniversität, um auf die Sicherheit bei der Beobachtung vorzubereiten", so Schwager

 

In der Zeit bis 12 Uhr könne man bei gutem Wetter den kompletten Verlauf der Finsternis an der Sternwarte Riesa verfolgen, verspricht er. Zahlreiche Teleskope werden mit Sonnenfiltern ausgestattet sein, um einen näheren Blick auf die Finsternis werfen zu können. "Interessant dabei sind die Konturen des Mondrandes, welche durch Gebirge und Krater zerklüftet zu sehen ist. Zum Zeitpunkt der Finsternis steht die Sonne fast im Sternbild Fische, im sogenannten Frühlingspunkt", erklärt der Astronomieexperte.

 

An der Sternwarte Riesa erwartet die Besucher an diesem Tag auch eine Überraschung: Drei Riesaer werden am 20. März nicht an der Sternwarte sein, sondern in einem Flugzeug sitzen, um die Sonnenfinsternis über den Wolken zu betrachten. "Über Jahre haben die drei jeden Cent zusammengespart und sich auf dieses Ereignis vorbereitet. Und aus diesem Flugzeug heraus wird man die Finsternis sogar noch besser sehen, als es von Deutschland aus möglich ist. Denn das Flugzeug wird direkt in den Kernschatten des Mondes nahe des Nordpols fliegen, und dann wird man aus dem Fenster wirklich die schwarze Sonne für knapp drei Minuten sehen können. Der Himmel müsste viel schwärzer werden, als von der Erde aus sichtbar. Man könnte sogar den Mondschatten heranrasen sehen - und die Sterne werden um die Sonne herum sichtbar werden", verrät Schwager. Für Sternenfreunde gilt dies als einmaliges Erlebnis. Der ganze Flug dauert über sechs Stunden. Und bereits am Tag danach werden die Riesaer Sternenfreunde zum Tag der Astronomie von dieser besonderen Reise berichten. Auch in später folgenden Vorträgen werden sie diese Eindrücke präsentieren. Viele Schulen meldeten hierfür bereits Interesse an einem Vortrag an.

Hagen Rösner

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