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Geithainer Ulanenverein besucht Sonderausstellung in Oschatz

Stadt- und Waagenmuseum Geithainer Ulanenverein besucht Sonderausstellung in Oschatz

Im Oschatzer Stadt- und Waagenmuseum kommt zusammen, was zusammengehört. Die Mitglieder der „Geithainer Ulanen 1867- 2000“ besuchen die Sonderausstellung „Erinnerungen an das 1. Königlich Sächsische Ulanen-Regiment Nr. 17 in Oschatz von 1867 bis 1919.“

Die Blauuniformierten besuchen die einmalige Schau in Oschatz.

Quelle: Bärbel Schumann

Oschatz. Die Augen des Rittmeisters leuchten. „Ja, solch eine Ausstellung ist etwas ganz Besonderes, Einmaliges. Da kann man sich als Ulane nicht satt sehen“, sagt Karlheinz Oertelt nachdem er die ersten Exponate der seit dem 19. August im Oschatzer Stadt- und Waagenbaumuseum gezeigten Schau betrachtet hat. An diesem Tag besucht er mit Gleichgesinnten des Geithainer Ulanenvereins in historischen Uniformen die Oschatzer Sonderausstellung zur Erinnerung an das 1. Königlich Sächsische Ulanen-Regiment Nummer 17“.

Ulanen und Geschichte

Oertelts Leidenschaft sind Ulanen und Geschichte. Äußeres Zeichen: Die Uniform eines Rittmeisters. Einst selbst Leiter des Geithainer Museums hat er sich seit vielen Jahren der Geschichte und der Ulanen verschrieben. Er war der erste Vorsitzende des Geithainer Ulanen Vereins als der am 3. September 2000 gegründet wurde, um die Geschichte des 2. Königlich-Sächsischen Ulanen-Regiments Nummer 18 wach zu halten. Das war vom 1. April 1867 bis zum 1. April 1897 in der Stadt stationiert.

„Wir haben bei uns im Museum eine kleine ständige Ausstellung zur Geschichte der Ulanen. Aber die kommt an die hier gezeigte Ausstellung keinesfalls heran. Hier sind wirklich tolle, einmalige Exponate zu sehen. Da freut man sich für die Macher der Ausstellung mit, dass sie so wunderbare Dinge zusammentragen konnte und vor allem die Besitzer der Stücke überreden konnten, diese zur Verfügung zu stellen“, so Oertel.

26 Leihgaben von Privaten

Bei einem Rundgang wird auch einem, der sich bisher wenig mit den Ulanen beschäftigte, deutlich, was diese Sonderausstellung einzigartig macht. Allein 26 Leihgaben aus Privatbesitz, darunter zwölf aus der Oschatzer Region, sind zu sehen. „Wir sind ganz stolz darauf, auch eine der Regimentspetschaften zeigen zu können“, nennt Museumsleiterin Dana Bach eines der besonderen Stücke. Wissen muss man dazu, dass jedes Regiment nur zwei Petschaften, auch Siegel, besaß. Stolz sind die Ausstellungsmacher ebenso auf eine Paraderabatte des 17. Oschatzer Ulanen-Regiments. Das ist ein Teil aus Filz, das auf die Uniform vorn aufgeknöpft wurde. Darauf wurden Schnüre und Auszeichnungen befestigt. Und auf jeder war auch der Name des jeweiligen Regimentsmitgliedes aufgestickt.

Die Sonderausstellung zeigt aber auch Ansichtskarten, Belege zu Regimentsjubiläen, Fotos, Reservistenkrüge aus der Geschichte des Regiments. Die Schau verrät dabei auch, wo die Privatquartiere der Ulanen zu finden waren, welche Kleidung sie trugen und wo es in Oschatz Reithallen gab.

Geschichte wird erstmals präsentiert

„In diesem Umfang wird zum ersten Mal in der Öffentlichkeit Geschichte des 17. Ulanen-Regiments präsentiert. So etwas hat es in Sachsen noch nicht gegeben und wird wohl auch wegen der 26 Leihgaben aus Privatbesitz nicht noch einmal zu sehen sein“, erklärt Dana Bach nicht ganz ohne Stolz. Angeregt dazu wurde sie durch Manfred Schollmeyer, der das Buch zur Geschichte der Oschatzer Ulanen anlässlich der 150-sten Wiederkehr der Stationierung der Ulanen in der Döllnitzstadt geschrieben hat.

„Ich würde mir jedoch wünschen, dass noch mehr Oschatzer sich die Schau ansehen. Denn es gibt vieles, wovon die Stadt zu Ulanen-Zeiten profitierte und wovon wir heute noch etwas haben“, sagt sie. „Oschatz wäre nicht Oschatz heute, wenn die Ulanen nicht gewesen wären. Der wirtschaftliche Faktor ihrer Stationierung ist nicht zu unterschätzen.“ Die Gaststätten hatten eine Hochzeit zu dieser Zeit. Aber auch viele Handwerker wie Schneider, Schuster, Fleischer, Bäcker, Tuchmacher, Sattler hätten von ihnen profitiert. „Die vier entstandenen Kasernengelände haben das Stadtbild ebenso geprägt. Vieles erinnert heute noch daran“, so Bach.

Die Geithainer Vereinsmitglieder haben bei ihrem Besuch den Museumsmitarbeitern und anderen Gästen zudem noch einen etwas anderen, authentischen Blick in die Vergangenheit gewährt. Die Wiedergabe einer historischen Aufnahme eines Parademarsches ließ die Zeit der 17er Ulanen für einen Moment wieder lebendig werden.

Die Ausstellung

Noch bis zum 19. November ist die Ausstellung „Erinnerungen an das 1. Königlich Sächsische Ulanen-Regiment Nr. 17 in Oschatz von 1867 bis 1919“ zu sehen. Möglich wurde die Schau in ihrer Einzigartigkeit unter anderem durch 26 Leihgaben aus Familienbesitz und von privaten Sammlern. Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 10 bis 12.30 Uhr und 13 bis 17 Uhr; Freitag bis Sonntag 13.30 bis 17 Uhr. Kontakt: Telefonisch unter 03435 920285 oder per e-mail museum@oschatz-erleben.de

Von Bärbel Schumann

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