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Gemälde aus Schloss Leuben im Oschatzer Museumsdepot entdeckt

Historische Kunstwerke Gemälde aus Schloss Leuben im Oschatzer Museumsdepot entdeckt

Im Oschatzer Museum sind verschollen geglaubte Kunstwerke aus dem Leubener Schloss aufgetaucht. Museumsleiterin Dana Bach sichtete fünf Porträts, die offenbar bereits seit Jahrzehnten im Depot lagern und einst im Treppenaufgang des Wasserschlosses hingen.

Der Sohn der einstigen Besitzer Carl Gottlieb von Thielau (Mitte) und seine Regimentsbrüder.

Quelle: Dirk Hunger

Leuben. Die guten Nachrichten für den Schlossverein Leuben reißen nicht ab. Nachdem die Mitglieder des Schlossvereins im Fernsehen 200 000 Euro aus den Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die Sanierung des Anwesens gewonnen haben (wir berichteten), ist das Projekt vielerorts in den Mittelpunkt gerückt. „Nach dem Gewinn ruft ständig jemand bei uns an“, sagt Marek Schurig vom Verein. Auch Dana Bach griff zum Telefonhörer.

Die Leiterin des Oschatzer Museums hatte den Fernsehbeitrag gesehen und war hellhörig geworden, als der Name des einstigen Besitzers fiel: Hans Gottlieb von Thielau. „Ich wusste, dass es im Bestand des Museums ein Gemälde gab, auf dem ein von Thielau abgebildet ist. Nach der Sendung habe ich nachgesehen und fand das Bild und vier weitere in ganz ähnlicher Machart, die offenbar in Verbindung zum Schloss Leuben standen“, erzählt sie. Wie sich herausstellte, zierte ein Motiv den Sohn des einstigen Oberstallmeisters, denn auf der Rückwand ist vermerkt, dass es sich bei dem Abgebildeten um Carl Gottlieb von Thielau handelt. Die Namen der übrigen Herren – allesamt ganz ähnlich gekleidet – sind ebenfalls vermerkt. Vermutet wird, dass es sich dabei um Regimentsbrüder handelt.

Männerrunde auf getriebenem Kupferblech ist kleine Sensation

Für Marek Schurig ist das Auftauchen der Männerrunde auf getriebenem Kupferblech eine kleine Sensation und Anlass weiterer Recherchen. Im Standardwerk über „Bau- und Kunstdenkmäler 1905 im Königreich Sachsen“ wurde der Vereinsvorsitzende prompt fündig. „Der Sachverständige Cornelius Gurlitt hat darin die Porträts aufgeführt, die offenbar im Treppenaufgang des Leubener Schlosses hingen“, hat Schurig in Erfahrung gebracht. Jahrzehnte lang galten die Gemälde – wie so vieles aus dem Bestand des Herrenhauses – als verschollen. Als 1945 die Besitzer vertrieben wurden, holten Helfer im Auftrag der neuen Machthaber das ganze Inventar ab. Doch die ovalen Porträts fehlten da bereits, was sogar in einem Polizeibericht festgehalten ist.

Porträts bereits im Jahr 1996 restauriert

Wie lange die historischen Arbeiten aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts nun schon im Oschatzer Museum lagern, ist nicht nachvollziehbar, sagt Dana Bach. „Es weiß keiner, wie die Bilder hierher gekommen sind, aber sie sind offenbar schon lange im Bestand und wurden 1996 sogar restauriert. Dabei vermerkte man , dass es sich um ,alten Bestand’ handelte“, erzählt die Leiterin. Ausgestellt wurden die Arbeiten nie, sondern im Depot der Einrichtung aufbewahrt. Marek Schurig, der auch mit Vertretern anderer Verein zusammenarbeitet, kam die Arbeit gleich bekannt vor. „Es ist dieselbe Machart wie bei den Bildern, die in der Kirche Lampertswalde zu sehen sind. Auch dort hat man mit Ölfarbe auf getriebenem Kupferblech gemalt“, berichtet er.

Verein seit 2004 Besitzer des Schlosses

Mit der Zuordnung gelange wieder ein Puzzleteil zur Leubener Schlossgeschichte an die passende Stelle. „Ich bin begeistert, das ist für uns wie Weihnachten“, schwärmt der Vereinsvorsitzende, für den die Vorweihnachtszeit seit einigen Jahren eine besondere Bedeutung hat: „Am Nikolaustag 2004 sind wir als Verein als Besitzer des Leubener Schlosses eingetragen wurden. Und jetzt, zwölf Jahre später, sehe ich zum ersten Mal diese Gemälde.“

Mitnehmen kann Schurig die Werke allerdings nicht. „Die Bilder bleiben im Bestand des Museums“, unterstreicht Dana Bach, „wenn das Schloss einmal einen baulichen Zustand erreicht hat, der eine Ausstellung möglich macht, bin ich gerne zu einer Leihgabe bereit.“ Auch über einen kurzzeitigen Besuch der Regimentsmänner könne verhandelt werden – etwa für Jubiläumsfeierlichkeiten im Schloss.

Von Jana Brechlin

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