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Oschatz Gemeinde Cavertitz sieht Ende der Durststrecke und hofft wieder auf Fördermittel
Region Oschatz Gemeinde Cavertitz sieht Ende der Durststrecke und hofft wieder auf Fördermittel
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10:08 13.02.2019
Die Grundschule Cavertitz. Quelle: Dirk Hunger/Archiv
Cavertitz

Für Cavertitz könnte in diesem Jahr eine lange Durststrecke zu Ende gehen. Wie Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos) zur Ratssitzung am Montag informierte, machen dazu die laufenden Verhandlungen zur künftigen Schulnetzplanung Hoffnung.

Im letzten Papier dazu von 2012 steht die Grundschule der Gemeinde unter Beobachtungsstatus. Grund dafür waren zeitweilig mangelnde Schülerzahlen: Zweimal konnte keine erste Klasse eröffnet werden, weil die Mindestschülerzahl nicht erreicht wurde. Die Folge war, dass die Einrichtung als wenig zukunftsfähig und damit nicht förderfähig galt. Offizielle Zuschüsse konnte die Gemeinde also nicht beantragen, nötige Investitionen blieben damit aus oder mussten mit großer Kraftanstrengung aus eigenen Mitteln der kleinen Kommune bestritten werden.

Für die neue erste Klasse sind aktuell 27 Kinder angekündigt und auch in den kommenden Jahren sind die Prognosen gut. Im Übrigen erreiche die Gemeinde bereits seit 2014 regelmäßig die erforderliche Schülerzahl, um eine erste Klasse einzurichten. Wie Christiane Gürth erklärte, sei das nochmals dargelegt worden, als in der vergangenen Woche Vertreter des Landratsamtes vor Ort waren, um über die Schulnetzplanung zu beraten. Darin soll nun ein neuer Wortlaut für Cavertitz festgeschrieben werden, wonach die Mindestschülerzahl von 60 Kindern für Grundschulen und stets eine erste Klasse mittelfristig als gesichert gilt und sich diese Tendenz länger fortsetzen wird. „Mittelfristig bedeutet in diesem Zusammenhang fünf Jahre“, so Gürth. Diese Einschätzung sei Voraussetzung, um Fördermittel beantragen zu können. „Das sollten wir schaffen“, so die Bürgermeisterin optimistisch. Längere Prognosen – etwa bis 2035 – gäbe es zwar, diese seien jedoch immer schwierig. „Schließlich müssen diese künftigen Grundschüler erst noch geboren werden“, machte sie deutlich.

Bürgermeisterin: Wir wollen in den Genuss von Fördermitteln kommen

„Wir wollen endlich wieder in den Genuss von Fördermitteln kommen“, sagte Christiane Gürth, „und dafür sieht es im Moment ganz gut aus.“ Auch wenn man dafür natürlich immer den nötigen Eigenanteil aufbringen müsse, erinnerte sie.

Der neue Schulnetzplan solle Ende des Jahres dem nordsächsischen Kreistag vorgelegt werden und dann ab 2020 Gültigkeit haben, blickte sie voraus.

Unterdessen profitiert die Gemeinde schon in diesem Jahr von der Verwaltungsvorschrift Invest Schule im Rahmen des Programms „Brücken in die Zukunft“: Daraus erhält Cavertitz erstmals wieder Zuschüsse, nämlich 45 000 Euro für die Erneuerung von Fenstern im historischen Schulgebäude. Zur Sitzung am Montag vergaben die Gemeinderäte den Auftrag für die Planungsleistungen. Diese Arbeiten wird für knapp 7000 Euro die Bauprojekt Planungsbüro GmbH in Oschatz ausführen, die mit den Leistungsphasen 1 und 2 bereits für den Förderantrag in Vorleistung gegangen war. Jetzt soll gleich mit der Ausführungsplanung weitergemacht werden, damit die Arbeiten zügig und möglichst in den Ferien umgesetzt werden können.

Vorgesehen sei die Erneuerung und teilweise Aufarbeitung der Fenster samt Fensterbänke in den Klassenzimmern im Erdgeschoss sowie weiterer Fenster auf der Hofseite und der bodentiefen Balkonfenster im ersten Stock. „Wenn wir nur ein paar Fenster austauschen, brauchen wir dann unbedingt ein Planungsbüro für 7000 Euro?“, wollte Gemeinderat Volker Döring (CDU) wissen. Das habe nichts mit der Leistung des Büros zu tun, betonte er. Er gehe ihm lediglich um die Ausgabe.

Bauamtsleiterin: Das kann die Verwaltung nicht leisten

Bauamtsleiterin Gabriele Kläber erklärte, bei den Arbeiten seien Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten und fachlich untersetzte Leistungsbeschreibungen Voraussetzungen für den Fördermittelantrag. „Das können wir in der Verwaltung nicht leisten.“ Der Ausschreibungsprozess werde von den Förderbehörden sehr genau geprüft, so Kläber. Dazu seien Bauingenieure gefragt, pflichtete ihr Bürgermeisterin Christiane Gürth bei. „Was vor einigen Jahren noch ging, ist heute ohne Planungsbüro nicht mehr möglich“, meinte Gemeinderat Mathias Gründel (CDU), „man kann sich keine Fehler leisten, sonst riskiert man die Fördermittel.

Letztlich stimmten die Cavertitzer Räte einhellig für die Vergabe der Planungsleistungen.

Von Jana Brechlin

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