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Oschatz Gemeinde Wermsdorf stellt neue Erzieher ein
Region Oschatz Gemeinde Wermsdorf stellt neue Erzieher ein
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00:19 02.09.2017
Maxi Biewald – hier mit Emma (l.) und Olivia – ist eine von vier neu eingestellten Erzieherinnen in der Gemeinde Wermsdorf.
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Wermsdorf/Lampersdorf

Der Bedarf an Fachkräften für die Kinderbetreuung steigt – und wird das voraussichtlich auch in den kommenden Jahren tun. Davon geht das Kultusministerium Sachsen aus, das für das kommende Jahr einen Bedarf von 22 550 Vollzeitstellen in Kitas prognostiziert, im Jahr darauf werden dann bereits 23 946 Erzieher gebraucht und 2020 sogar 24 482 (wir berichteten). Zeitgleich gehen immer mehr Mitarbeiter in Tagesstätten und Horteinrichtungen in den Ruhestand. Wer jetzt mit seiner Ausbildung fertig wird, ist meist in der komfortablen Lage, unter Arbeitsplätzen wählen zu können.

Durch Praktikum bekannt

So wie Maxi Biewald aus Mahlis. Nachdem sie zunächst Sozialassistentin wurde, hängte die heute 21-Jährige noch eine dreijährige Ausbildung zur Erzieherin dran und konnte sich dann ihren Wunsch erfüllen, in ihrer Heimatgemeinde ins Berufsleben zu starten. „In meiner Ausbildungsklasse in Döbeln haben alle Absolventen sofort Arbeit gefunden – da musste sich niemand Sorgen machen“, sagt die junge Frau. Sie habe zwar damit begonnen, Bewerbungen zu schreiben, letztlich blieb es aber bei einer Fingerübung. Schon früh hatte sie sich mit Praktika in der Mahliser Kindertagesstätte bekannt gemacht und dort auch ihr Prüfungspraktikum absolviert, außerdem sowohl in der eigenen Gemeinde als auch in der Umgebung die Fühler ausgetreckt, wie die Chancen auf eine Einstellung sind. Seit dem 1. Juli ist Maxi Biewald nun offiziell bei der Gemeinde Wermsdorf beschäftigt und damit eine von vier Kolleginnen, die neu eingestellt wurde, erklärt Bürgermeister Matthias Müller (CDU).

Unbefristete Verträge bei Neueinstellungen

„Bisher konnten wir unseren Bedarf immer decken“, ist der Gemeindechef froh. Durch altersbedingtes Ausscheiden von Mitarbeitern aus dem Beruf und steigende Kinderzahlen würden auch mehr Fachkräfte gebraucht. Dabei macht die Kommune auch Zugeständnisse: Verträge über eine Wochenarbeitszeit von lediglich 28 Stunden sind passé, ebenso befristete Anstellungen. „Wir bieten heute unbefristete Verträge über 30 Wochenstunden an. Eine Probezeit wird zunächst natürlich immer vereinbart“, so Müller. Man erwarte von den neuen Erzieherinnen auch Flexibilität, eingestellt werde nicht für eine bestimmte Kindertagesstätte, sondern für die Kommune. „Damit wird es möglich, Krankheitszeiten oder Schwangerschaften von Kolleginnen – worüber wir uns natürlich freuen – aufzufangen“, sagt Matthias Müller, „die Bereitschaft der Mitarbeiter, auch kurzfristig woanders einzuspringen, ist enorm.“

Flexibler Einsatz in kommunalen Kitas

Für Maxi Biewald ist der flexible Einsatz selbstverständlich. Derzeit betreut die 21-Jährige die Kindergartengruppe in Lampersdorf, zuvor war sie für Krippenkinder in Mahlis zuständig. Und manchmal ist sie auch an einem Tag in beiden Einrichtungen: Vormittags in einem und nachmittags im anderen Haus. „Dadurch wird jeder Tag spannend und abwechslungsreich“, meint sie. Dass sie gerade in ihrem Heimatort nun mit Kollegen arbeitet, die die junge Erzieherin früher selbst in der Kita betreut haben, störe sie nicht. „Ich find das eher witzig, und heute sind wir als Kollegen gleichberechtigt.“ Schon als Schülerin wollte sie Erzieherin werden und hat in Mahlis erste Erfahrungen beim Babysitten der Nachbarskinder gesammelt. „Dass ich jetzt tatsächlich in meinem Traumberuf arbeiten kann und noch dazu alles so ratzfatz ging, ist super“, schwärmt sie.

Team profitiert von jungen Kollegen

Für ältere Kolleginnen wie Carola Weber, Leiterin der Lampersdorfer Einrichtung, ist die Verstärkung des Teams mit jungen Kollegen auch Gelegenheit, selber wieder Neues zu lernen. „Wir haben die Erfahrung, aber die jungen Leute bringen neues Wissen von der Ausbildung mit. Man bekommt auf manche Sachen einen anderen Blick, und umgedreht geben wir Tipps, wenn die Betreuung zur Herausforderung wird“, beschreibt sie. Davon profitiere das ganze Team, versichert Carola Weber.

Die Lampersdorfer Kindertagesstätte ist eine der kleineren kommunalen Einrichtungen. Derzeit werden hier 18 Kinder betreut, fünf sind gerade in die erste Klasse der Grundschule gewechselt. Im Laufe des Jahres kommen neue Kinder hinzu. „Bis in den Februar 2019 reichen die Anfragen“, blickt Carola Weber voraus. Neben Lampersdorf betreibt die Gemeinde Wermsdorf Tagesstätten in Luppa, Calbitz, Mahlis und Liptitz. „Im neuen Jahr steigt die Kinderzahl wieder überall an, deshalb haben wir jetzt schon eine weitere Einstellung ab Januar 2019 vereinbart“, erklärt Katja Hannß aus dem Hauptamt. Man sei auf neue Mitarbeiter angewiesen, um die Betreuung der jüngsten im Gemeindegebiet abzusichern, auch wenn es gerade bei den Kleinsten naturgemäß schwierig sei, langfristig zu planen. „Es können sich die beruflichen und privaten Pläne der Eltern ändern. Dann ziehen Familien mit bereits angemeldeten Kindern weg, andererseits macht sich bei uns auch Zuzug von jungen Leuten bemerkbar.“

Gemeinde prüft eigene Ausbildung

Um dem steigenden Betreuungsbedarf gerecht zu werden – wenn sich womöglich auch der Personalschlüssen ändert – überlegt man im Wermsdorfer Gemeindeamt, wie man sich Fachkräfte in Zukunft noch besser sichern kann. Ein Weg wäre, selbst für den Berufsnachwuchs zu sorgen. „Wir denken derzeit intensiv darüber nach, die betriebliche Ausbildung von Erziehern selbst zu organisieren“, bestätigt Bürgermeister Matthias Müller. Interessenten könnte dann schon bei Abschluss eines Lehrvertrages die Übernahme angeboten werden. Das würde bedeuten, dass Erzieher mit Ausbildungsbefähigung die Kollegen von morgen anleiten, die dann wiederum nach ihrem Abschluss gleich in der Ausbildungs-Kita in den Beruf einsteigen könnten.

Von Jana Brechlin

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