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Oschatz Gemeinderat fordert Radweg zwischen Oschatz und Wermsdorf
Region Oschatz Gemeinderat fordert Radweg zwischen Oschatz und Wermsdorf
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14:08 07.09.2016
Radfahrer in der Region haben oft keine Ausweichmöglichkeit zur Straße. Quelle: Dirk Hunger
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Wermsdorf

Fehlende Wege und mangelnde Sicherheit für Alltagsradler beschäftigten jetzt auch den Wermsdorfer Gemeinderat. Nach dem tödlichen Unfall im August bei Mahlis hatte bereits Christian Schiel darauf hingewiesen, dass an der Strecke ein Radweg fehlt – ein Autofahrer, der Radler überholen wollte, hatte den Zusammenstoß verursacht (wir berichteten). Nun sprach der Luppaer Gemeinderat Harald Werner (Wählervereinigung) das Thema in der öffentlichen Sitzung an. „Es gibt immer wieder Baumaßnahmen an Straßen, bei denen ein Radweg gar keine Rolle spielt“, kritisierte er. Aus seiner Sicht sei das unverständlich, fügte er hinzu und forderte, stärker Einfluss geltend zu machen: „Wir müssen versuchen, darauf hinzuwirken, dass gleich straßenbegleitend ein Radweg mit entsteht. Wir brauchen das, um die Orte zu verbinden.“ Nicht zuletzt gehe es auch um sichere Verbindungen, damit Kinder per Fahrrad die Schule im Nachbarort besuchen könnten.

Bürgermeister Matthias Müller (CDU) räumte ein, er habe ebenso den Eindruck, dass der Alltagsradverkehr stiefmütterlich behandelt wird. „Ich halte einen Radweg zwischen Oschatz und Wermsdorf für ganz wichtig.“ Darin sei er sich mit seinem Oschatzer Amtskollegen Andreas Kretschmar einig, der Einfluss der Kommunen sei aber gering. Anderswo gebe es entlang von Staatsstraßen bereits Radwege in der Region, zum Beispiel zwischen Wermsdorf und Mutzschen oder von Luppa nach Dahlen bis Schmannewitz. Für die S 38 zwischen Oschatz und Wermsdorf habe das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, kurz Lasuv, Prioritäten festgelegt. Auf einigen Abschnitten gehe man von nur wenigen Nutzern aus. „Aber da es Ausweichstrecken durch den Wald gibt, sind auf der stark befahrenen Straße tatsächlich nicht so viele Radler unterwegs“, so Müller. Gäbe es eine sichere straßenbegleitende Verbindung, würde diese vermutlich auch häufiger genutzt.

Isabel Siebert, Sprecherin im Lasuv, bestätigte: „Zwischen Oschatz und Wermsdorf wurde für Teilbereiche entlang der S 38 ein prinzipieller Bedarf für einen straßenbegleitenden Radweg ermittelt.“ Dabei gibt es zwei Prioritäten: Für die Abschnitte zwischen Oschatz und Lampersdorf sowie zwischen dem Abzweig Mahlis und Wermsdorf wurde ein Bedarf für einen Radweg der Klasse A bestätigt. Insgesamt seien im Freistaat 538 Kilometer in dieser Kategorie zu planen und zu realisieren. „Für den Bereich der Klasse A ist eine Umsetzung bis zum Jahr 2025 geplant“, so Isabel Siebert. Noch länger wird eine Radweg-Verbindung zwischen Mahlis und Lampersdorf dauern. Zwar ist auch dafür ein Bedarf bestätigt, allerdings nur der Klasse B, und dafür gibt es keine Zeitangaben zur Umsetzung.

„Beim Aus- und Neubau von Straßen wird immer geprüft, wie der Radverkehr sicher geführt werden kann“, versicherte Isabel Siebert. Das sei abhängig von der Stärke und Geschwindigkeit des Kraftfahrzeug-Verkehrs, Stärke des Radverkehrs, der Netzbedeutung der Straße oder auch der Bedeutung als Schulweg.

Von Jana Brechlin

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