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Oschatz Gemeinderat genehmigt Ausnahmen für Bauherren in Wermsdorf
Region Oschatz Gemeinderat genehmigt Ausnahmen für Bauherren in Wermsdorf
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15:36 05.09.2016
Anordnung, Geschosshöhe, Dachneigung – für Bauherren in Wermsdorf gelten viele Vorgaben. Quelle: Archiv
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Wermsdorf

Ausrichtung, Geschosshöhe oder Dachneigung: Wer in einem der Wermsdorfer Wohngebiete neu bauen will, muss sich an eine Reihe von Vorgaben halten. Eigentlich. Tatsächlich haben Bauherren gute Chancen, ihr Wunschhaus individuell bauen zu können – so lange sie es nicht zu bunt treiben. Wie in den Neubau-Siedlungen gebaut werden darf, regeln die jeweiligen Bebauungspläne. Doch schon in den vergangenen Jahren haben die Wermsdorfer Gemeinderäte häufiger Ausnahmen zugelassen und für eine Befreiung von den Festsetzungen gestimmt, wenn mögliche Häuslebauer entsprechende Anträge gestellt haben.

Auch zur jüngsten Ratssitzung am Donnerstag hatte die Verwaltung drei solcher Beschlüsse vorgelegt. Das betraf die Bebauungspläne für die Wohngebiete Schumannweg und Hoher Weg sowie den Vorhaben- und Erschließungsplan für das Wohngebiet Reckwitz. Im Schumannweg ging es darum, die Firstrichtung parallel zur Straße zu genehmigen, wobei etliche Häuser bereits ebenso angelegt sind. Im Areal Hoher Weg soll ein bestehendes Haus eine große Dachgaube erhalten, und in Reckwitz hatten Bauwillige beantragt, ihr Haus nicht zwingend am benachbarten Flurstück ausrichten zu müssen. Hier habe eine Familie mehrere Grundstücke erworben, die ursprünglich für Reihenhäuser vorgesehen waren, hieß es dazu als Erklärung. Die Antragsteller wollten jedoch im Bungalowstil bauen und das Gebäude entsprechend auf der Fläche postieren. „Die Begrenzungen des Baufeldes werden dennoch eingehalten“, versicherte Bauamtsleiter Thomas Keller.

Mehrheitlich erteilten die Gemeinderäte in allen drei Fällen ihr Einvernehmen für die Befreiung von den Festsetzungen. Einzig Günter Schmidt (Linke) enthielt sich dreimal der Stimme und erklärte das mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz. „Früher mussten andere auch die Dachneigung beachten oder einen Haustyp bauen, der vielleicht teurer war. Die Satzungen wurden einmal beschlossen, damit alle gleich behandelt werden“, sagte er und merkte an, vielleicht hätte man das damals schon nicht so ernst nehmen sollen. Bürgermeister Matthias Müller (CDU) plädierte dafür, Bauherren Raum für Individualität zu lassen. „Ich verstehe diese strikten Vorgaben nicht“, sagte er im Hinblick auf die aus den 90er Jahren stammenden Pläne. Auch Gemeinderat Frank Reichel (CDU) warb um Verständnis für die Befreiungen. „Wir beschließen keine gravierenden Änderungen, Wildwuchs ist nicht zu befürchten“, meinte er, „wenn jemand von den Plänen zu sehr abweichen würde, müssen wir auch einmal Nein sagen.“ Sollte in Zukunft ein neuer Bebauungsplan für Wermsdorf aufgestellt werden, gelte es, zu überlegen, wie genau Vorgaben zum Erhalt des Ortsbildes einzuhalten sind und wie viel Individualität man den Bauherren zugestehe, so Matthias Müller.

Von Jana Brechlin

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