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Oschatz Gemeinderat warnt vor Gesundheitsrisiko durch geplanten Sendemast bei Mahlis
Region Oschatz Gemeinderat warnt vor Gesundheitsrisiko durch geplanten Sendemast bei Mahlis
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06:00 12.12.2018
Ansicht eines Funkmastes für Mobiltelefone und Internet Quelle: Andre Kempner
Mahlis

Wer mobil telefoniert, kennt das Problem: Eben noch ins Gespräch vertieft, dringen erst nur noch Fetzen durch, bevor die Verbindung schließlich ganz abreißt – willkommen im Funkloch. Diese weißen Flecken auf der Landkarte der Erreichbarkeit sind für all jene ärgerlich, die genau darauf angewiesen sind, überall mobil telefonieren oder eine Internetverbindung nutzen zu können. Mahlis gehört zu den Bereichen in der Region, in denen das Handy oft keinen Empfang anzeigt. Dieser weiße Fleck soll nun in absehbarer Zeit beseitigt werden. Darüber hat Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU) zur jüngsten Gemeinderatssitzung informiert. „Die Deutsche Funkturm will einen Mast bei Mahlis errichten“, sagte er und fügte hinzu: „Die Funklöcher in und um Mahlis sind uns alle hinlänglich bekannt.“

Strahlung im Fokus

Lars Hoschkara, der für die CDU im Gemeinderat sitzt und in Mahlis lebt, ging umgehend darauf ein. Er sei froh, dass der Bürgermeister das Thema öffentlich mache, sagte er und forderte ein Gespräch, dass alle Vor- und Nachteile beleuchte. Denn die lückenlose Funkverbindung sei das eine, die Gesundheit der Bevölkerung das andere.

Immer wieder sorgt die mögliche Strahlenbelastung durch Funkmasten für Diskussionen, in denen sich die Parteien zum Teil unversöhnlich gegenüber stehen. Kritisiert wird, dass elektromagnetische Strahlung Gewebe aufheizt und so die Gesundheit beeinträchtigen kann. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und sogar Hirntumore können die Folge sein, argumentieren die Kritiker der Masten. Befürworter halten dagegen, dass die Nutzung von Mobiltelefonen, Fernbedienungen, WLAN-Routern oder Mikrowellen im Haushalt viel mehr Strahlung verursacht und die Menschen noch dazu deutlich dichter dran sind. Erschwert wird die Debatte durch noch wenige und teils widersprüchliche Forschungsergebnisse.

Studien fehlen noch

Das weiß auch Lars Horschka: „Es gibt noch keine Langzeitstudien zu Elektrosmog“, sagte er und appellierte, gerade deshalb, dem Thema mit Vorsicht zu begegnen. „Es gibt Bedenken. Wenn wir in 20 Jahren erfahren, dass der Mast bei Kindern in Mahlis Leukämie verursacht hat, will ich nicht verantwortlich sein“, sagte er nachdrücklich. Die Gesundheit der Einwohner, und vor allem der Kinder sei ihm am wichtigsten. Er wisse, dass noch „zwei, drei weitere Mahliser“ seiner Meinung seien, und es könne durchaus sein, dass die übrigen 378 Einwohner das anders sehen. Deshalb müsse man jetzt öffentlich darüber reden, regte er die Meinungsfindung an.

Die Deutsche Funkturm GmbH ist ein Tochterunternehmen der Telekom und kümmert sich um die Infrastruktur für Funktechnik. Das heißt, das Unternehmen sucht passende Grundstücke, und übernimmt anschließend Planung, Bau und Betrieb von Sendeanlagen.

Von Jana Brechlin

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