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Oschatz Gemütliches Kaffeekränzchen über den Dächern von Oschatz
Region Oschatz Gemütliches Kaffeekränzchen über den Dächern von Oschatz
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12:48 12.05.2016
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Oschatz

Es gibt Menschen, die können von der Türmerwohnung einfach nicht genug bekommen. Sabine Grunert ist eine von ihnen. Sie wohnt in Penig und besuchte Oschatz in den zurückliegenden 20 Jahren schon fünf Mal. Ihren sechsten Abstecher an die Döllnitz verband sie mit dem dritten Aufstieg in die Türmerwohnung der St. Aegidienkirche. Im Jahr 1996 weilte sie zur Kur in der gerade eröffneten Reha-Klinik Schmannewitz. „Für die Freizeit legte man mir Oschatz ans Herz“, erinnert sich die 65-Jährige. Es folgten Ausflüge in den Jahren 2000, 2004, 2006 und 2015 in die Gartenstadt am Collm. Inzwischen hat sich die Türmerstube als Ausflugsziel bei den Rehabilitanden ebenso einen Namen gemacht wie bei Touristen oder ehemaligen Oschatzern.

Sabine Grunert hat zum Kaffeetrinken fast ihre gesamte Familie mit auf den Turm gebracht. „Zu meinem Geburtstag vor wenigen Tagen waren nicht alle da, also habe wir die Feier im kleinen Rahmen einfach mal hierher verlegt. Tochter Tina Grunert Crowder und die beiden Enkel Sebastian (5) und Benjamin sind begeistert von dem, was hier oben geschaffen wurde. Sebastian hat es die Feuerglocke besonders angetan, immer wieder rennt er zum Seil und zieht daran, bis sie erklingt. „Wir müssen unbedingt noch mal wiederkommen. Das muss Papa sehen“, sagt er. Der Vater der beiden Jungen wollte mitkommen, ist aber wegen der Arbeit verhindert. Benjamin knüpft allerdings eine Bedingung an eine Rückkehr nach Oschatz. „Wir kommen wieder – aber nur wenn in der Kirche ein Fahrstuhl eingebaut wird“. Als Mutter und Großmutter sagen, es sei nun an der Zeit, den Weg nach unten anzutreten, mag das sein kleiner Bruder gar nicht wahrhaben. „Wenn die Betten der Türmerkinder noch da wären, könnten wir ja sogar über Nacht bleiben“, meint Sebastian. Im kommenden Jahr, wenn Oma Sabine ihren 66. Geburtstag feiert, ist dann vielleicht wieder eine Fahrt nach Oschatz drin – dann auch mit dem Vater der beiden Jungs.

Familie Grunert hat die Gelegenheit genutzt, sich im Vorfeld anzumelden – und konnte so einige Zeit länger in der Wohnung verweilen als unangekündigte Besucher. Der hauptamtliche Türmer Alexander Nitzsche, seit dieser Saison nach einer längeren Pause wieder im Dienst, hat pünktlich zum 25-jährigen Bestehen des Vereins „Rettet St. Aegidien“ seine maßgeschneiderte Uniform bekommen. Die Kluft wird, vor allem von den Kindern, die den Aufsteig wagen, immer wieder bewundert. Neben der ein oder anderen Anekdoten aus dem Alltag der insgesamt zwölf Türmerkinder, die einst hier oben mit ihren Eltern lebten, hat Nitzsche für die Jungen und Mädchen hin und wieder eine besondere Überraschung. Es kommt vor, dass der Türmer beim Rundgang auf der Plattform Taubeneier entdeckt – und die gibt er den Kleinen mit – als Andenken an ihren Besuch hoch über den Dächern von Oschatz.

Von Christian Kunze

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