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Oschatz Geologen unterwegs im Kemmlitzer Kaolin-Revier
Region Oschatz Geologen unterwegs im Kemmlitzer Kaolin-Revier
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13:00 29.10.2018
Der Verein Erdgeschichte aus Markkleeberg, in dem Geologen der Region und andere Interessierte organisiert sind, war in der Mügeln – Kemmlitzer Region auf Exkursion. Hier bei einem besuch des Schlebener Kaolin-Tagebaues Quelle: Bärbel Schumann
Kemmlitz

Seit 2006 gibt es in Markkleeberg einen Verein für Erdgeschichte. In ihm sind vorrangig Geologen und Wissenschaftler organisiert, die sich das Ziel setzen, geologisches Wissen über den Südraum Leipzigs und die angrenzenden Regionen zu erhalten und zu verbreiten. In diesem Monat standen dabei das Kaolin, seine Entstehung, bis hin zum heutigen Abbau und der Verwendung im Fokus. Nach einem Vortrag in Markkleeberg von Dr. Harald Walter, einem erfahrenen Geologen, der auch in der Mügelner Kaolin-Region Erkundungen durchführte und beim Erschließen der Tagebauer mitwirkte, besuchten sie das Kaolin-Revier. Eingeladen waren an diesem Tag auch interessierte Bürger.

Los ging es in Kemmlitz

Gestartet wurde die von Walter geführte Exkursion in Kemmlitz am Kaolinwerk. Unterstützung gab es von den Geologen des Kaolinwerkes, Heidrun Anger und Thomas Henkel. Besonders glücklich war der Vorstand des Vereins, dass das Kaolinwerk zur Exkursion auch einen Besuch im Tagebau Schleben-Crellenhain gestattete und die beiden Werks-Geologen viel Wissenswertes beisteuerten. Zum Programm gehörten auch Stippvisiten im ehemaligen Steinbruch in Glossen und am steinernen See in der Nähe Börtewitz, der 2004 gefunden wurde.

Das Kemmlitzer Revier gilt als eines der Zentren der mitteldeutschen Kaolingewinnung. Ausgangsgesteine für die Kaolinentstehung in diesem Raum waren bis zu 400 Meter mächtige, über weite Gebiete verbreitete, feldspatreiche Auswurf- und Ergussgesteine eines großen Vulkans, der vor rund 290 Millionen Jahren ausbrach. Die durchschnittlichen Mächtigkeiten des Kaolins in den Lagerstätten liegen bei 20 bis 35 Meter. Bei Kemmlitz wird nachweisbar seit 1780 Kaolin abgebaut. Ab 1883 etablierten sich hier Unternehmen im Revier.

Kemmlitzer Kaolin ist wenig verunreinigt

2004 wurde der Tagebau „Schleben-Crellenhain erschlossen. In diesem Tagebau ist der nutzbare Kaolin bei verbleibender Sicherheitsschicht im Tagebau zwischen zwei und 45 Metern mächtig. Die Förderung des Rohkaolins geschieht auf verschiedenen Abbausohlen mit Schaufelradbaggern. „Der Abtransport erfolgt über eine etwa drei Kilometer lange Bandanlage zur Schlämmerei nach Gröppendorf. Von dort wird die Kaolinsuspension über eine drei Kilometer lange Rohrleitung zur weiteren Aufbereitung in das Werk nach Kemmlitz gepumpt“, erklärte Heidrun Anger. Der Kemmlitzer Kaolin zeichnet sich durch wenig Verunreinigungen aus. Er brennt reinweiß und besitzt eine gute Bildsamkeit und Trockenbruchfestigkeit. Der hier gewonnene Schlämmkaolin gilt als der beste keramische Kaolin für feinkeramische Anwendungen in Deutschland und wird über Europa hinaus geschätzt.

Da bei der Tour viele Fachleute aber dabei waren, nutzten sie die Chance, mit ihren mitgebrachten Geologenhämmern etwas von dem weißen Schatz abzuklopfen und mitzunehmen. Auch später, an den anderen Stationen fanden sich so mehr als nur Souveniers.

Von Bärbel Schumann

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