Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Gericht weist Oschatzer in Psychiatrie ein
Region Oschatz Gericht weist Oschatzer in Psychiatrie ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger musste sich ein 21-jähriger Oschatzer jetzt vor dem Amtsgericht in Torgau verantworten. Quelle: dpa
Anzeige
Torgau/Oschatz

Doch noch bevor Staatsanwältin Birgit Kraft die Anklageschrift verlesen konnte, beantragte der Rechtsanwalt Ronny Schimpke aus Oschatz den Ausschluss der Öffentlichkeit und begründete dies mit "schutzwürdigem Interesse" seines Mandanten. Nach kurzer Verhandlungspause stimmte Jugendrichter Michael Christiansen diesem Antrag zu.

Der Angeklagte soll einem 14-Jährigen an den Po gefasst haben, was den Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs erfüllt, wie Richter Michael Christiansen auf Anfrage dieser Zeitung nach dem Prozess hinter geschlossenen Türen informierte. "Sexueller Missbrauch hat viele Facetten und liegt in diesem Fall im untersten Bereich", so Christiansen. Bei dem Angeklagten handele sich nicht um einen gefährlichen Straftäter.

Das Gericht hörte während der Verhandlung das ärztliche Gutachten einer Sachverständigen, die schließlich vorschlug, den Angeklagten in die Psychiatrie einzuweisen. Der 21-Jährige habe sich laut Christiansen der Einweisung selbst nicht ganz verschlossen und sich zudem einsichtig gezeigt, dass er krank sei. Der Richter ordnete nach der etwa zweistündigen Verhandlung die Einweisung des Oschatzers in die Psychiatrie an. Wie lange sich der junge Mann dort behandeln lassen muss, sei derzeit allerdings noch nicht absehbar. "Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen wird jedes Jahr geprüft, ob die Unterbringung weiterhin erforderlich ist", erklärte Christiansen gegenüber dieser Zeitung.

Heinz Großnick

Anzeige