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Gerichtsbericht: Opfer wird Täterin

Gerichtsbericht: Opfer wird Täterin

Diese Aktion ging voll nach hinten los. Innerhalb weniger Minuten war eine 40-jährige Frau nicht mehr Opfer, sondern Täterin. Das Urteil: Wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss wurde sie vom Oschatzer Amtsgericht nicht nur zur Kasse gebeten.

Die Frau war mit ihrem Auto am Abend des 17. Juni zum Oschatzer Polizeirevier gefahren, um einen Streit mit den Eltern anzuzeigen. Dem Dienst habenden Beamten fiel auf, dass sie ihren Wagen schräg einparkte. Als sie bei der Polizei erzählte, was ihr widerfahren war, stutzte der Polizist, weil ihm ein ganz besonderer Geruch in die Nase fuhr. Die Frau hatte eine "Alkoholfahne".

Die Betroffene war bei dieser Verhandlung der Ordnungswidrigkeit am Amtsgericht Oschatz nicht anwesend. Sie wurde von ihrem Anwalt Dr. Rolf Lammermann vertreten. Als Zeugen geladen waren die beiden Beamten, die mit dem Fall konfrontiert worden waren sowie Dr. Uwe Möbus, Facharzt für Rechtsmedizin.

Die Verhandlung drehte sich um einen Punkt: Sind die Messungen des Atemalkohols im Revier verwertbar oder nicht? Immerhin habe sich die 40-Jährige zwischen den Messungen übergeben müssen.

Die Polizeibeamtin, die als Zeugin aussagte, erklärte vor Gericht die vorgeschriebene Vorgehensweise bei einer Atemalkohol-Messung, die auch nachvollziehbar dokumentiert wurde. "Wir können das Gerät selbst nicht beeinflussen. Und wenn eine Messung nicht verwertbar ist, zeigt es das auch an", erklärte sie. Verschiedene gültige Messungen hätten Werte von etwas mehr als 0,4 Milligramm pro Liter (mg/l) Atemalkohol ergeben.

Für Richter René Stitterich war das einleuchtend, auch für Dr. Uwe Möbus. Er sagte, dass er kein Gesetz und keine andere Verfügung gefunden habe, die erkläre, wie nach einem Erbrechen mit der Messung weiter verfahren werden soll. Letztendlich einigten sich der Gutachter, der Verteidiger und der Richter zugunsten der Delinquentin auf den Wert von 0,25 mg/l. Damit war der Grenzwert des Atemalkohols erreicht. Bei Blutalkohol liegt die Grenze bei 0,5 Promille.

Deshalb verurteilte Richter Sitterich die Frau wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss zu 500 Euro Strafe, vier Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot.

 

 

Der Fall

Eine 40-jährige Frau fuhr unter Alkoholeinfluss zur Polizei, um einen Streit mit den Eltern anzuzeigen. Zuletzt landete sie vor dem Kadi.

Gabi Liebegall

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